Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#1 von turmfalke , 24.04.2018 15:30

Hallo Forum!

Hier bringe ich mal wieder eine Kopie von einem Artikel aus dem epd ( Evangelischer Pressedienst )

"epd vom 19.04.2018

Meyns kritisiert zunehmende Ökonomisierung der Kirchen

Wolfenbüttel/Würzburg (epd). Der braunschweigische Landesbischof Christoph Meyns hat ein zunehmend wirtschaftliches Denken der Kirchen kritisiert. "Unter dem Zwang sinkender finanzieller Ressourcen nehmen kirchenleitende Organe das Heft des Handelns in die Hand und verändern die Rahmenbedingungen der kirchlichen Arbeit", sagte der Theologe am Donnerstag bei einer Tagung der evangelischen Kommunitäten in Schwanberg bei Würzburg. Meyns ist Beauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für den Kontakt zu den evangelischen Kommunitäten.

Unter anderem würden Personalstellen gestrichen, Arbeitsfelder gekürzt und Gebäude verkauft, sagte Meyns laut Redemanuskript. Oft orientierten sich die Reformvorschläge an Methoden aus Marketing und Management. Über die geistliche Ebene des kirchlichen Lebens diskutierten die Kirchenleitungen hingegen kaum. Damit sollten Ordnungsfragen nicht abgewertet werden, betonte der Theologe. Sie hätten ihr begrenztes Recht. "Man darf aber von organisatorischen Maßnahmen keine geistliche Erneuerung der Kirche erwarten."

Einen besonderen Beitrag leisteten an dieser Stelle die evangelischen Kommunitäten. Sie pflegten auf intensive Weise das geistliche Leben beispielsweise in Stundengebeten, durch Räume des Rückzugs, in Gottesdiensten, mit ihrer Gastfreundschaft und ihrem diakonischen Engagement. "In einer Zeit, in der Glaube immer weniger durch institutionelle Bindungen gestützt wird, kommt es darauf an, dass Menschen eigene geistliche Erfahrungen machen können."

Die rund 30 evangelischen Kommunitäten sind Lebensgemeinschaften in der Art eines Klosters. Dort leben den Angaben zufolge mehr als 600 zumeist unverheiratete Männer oder Frauen als Brüder oder Schwestern zusammen. ... (9247/19.04.18) epd lnb cmo mil "


Mein einsilbiger Kommentar:

Wenn der Bischof der Braunschweigischen Landeskirche neuerdings so viel Einsicht hat, warum stoppt er dann nicht mit bischöflicher Autorität die Entscheidungsträger seiner Kirche?

Oder geht die Braunschweigische Landeskirche neuerdings einen Sonderweg, der sich von dem der anderen Kirchen grundsätzlich unterscheidet? Ich habe bisher nichts davon gehört !

In fast alle Gliedkirchen der EKD geht man zumindest auf dem bisherigen Weg weiter :

Warum werden die Einsparungen in der Kirche, die immer noch vorgenommen werden, nicht auf ein Mindestmaß zurückgeschnitten? Warum werden die Ortsgemeinden nicht wieder gestärkt, die der wichtigste Ort für ein geistliches Wachstum innerhalb der Kirche sein müssten? Warum wird in der Kirche immer weiter zentralisiert, obwohl die Kirche bereits jetzt schon in der Gefahr ist, auf der Fläche ihre Handlungsfähigkeit gänzlich zu verlieren?

Oder wollte der Bischof aus Anlass seines offiziellen Besuchs bei den Kommunitäten nur schön reden, um die Verantwortung für ein geistliches Wachstum damit an Andere abgeben zu können?

Wenn ein Bischof so einsichtig ist, warum beginnt er dann nicht mutig mit einer Trendwende, so wie wir sie in dem roten Buch einfordern:

Lies doch mal:

Gisela Kittel / Eberhard Mechels (Hg.), Kirche der Reformation ? Erfahrungen mit dem Reformprozess und die Notwendigkeit der Umkehr, Neukirchener Verlag 2016

Schöne Grüße vom Turmfalken


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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#2 von Robin , 01.05.2018 11:54

Lieber Turmfalke!
Du hast ja wirklich Recht. Was M. in Schwanberg gesagt hat, ist reine Heuchelei. Schließlich hat seine braunschweigische Landeskirche als erste, noch vor Bayern, und gleich zu Beginn seiner Amtszeit das Raum-Modell eingeführt, wonach kirchliche Arbeit nur noch in großen Räumen von der dort ansässigen mittleren "Führungsebene" bestimmt werden soll. Eine Kirchengemeinde in Salzgitter versuchte, gegen diese Umstrukturierung zu Lasten der Kirchengemeinden zu klagen, mit Hinweis und Begründung durch die braunschweigische Kirchenverfassung. Aber ihre Klage wurde vom Kirchengericht nicht einmal angenommen, da die Gemeinde nicht klageberechtigt sei. Meyns scheint es so zu machen wie früher Nikolaus Schneider. Immer jeweils nach dem zuhörenden Publikum werden die Reden geschrieben. Nach dem Motto: Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? Morgen wird der Bischof wieder etwas ganz anderes beschließen lassen.
Zum Raumkonzept verweise ich hier auf einen Vortrag von Frau Dr. Kittel, der im jüngsten Heft des Pfarrerblattes erschienen ist:
http://www.pfarrerverband.de/pfarrerblat...?a=show&id=4490
Robin


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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#3 von Joringel , 03.05.2018 12:37

Lieber Robin,

vielen Dank für den Link zu dem Aufsatz von Prof. Gisela Kittel im Deutschen Pfarrerblatt. Für mich ist es wie die Stimme des Rufers in der Wüste. Jedes Wort, jedes Argument ist wohlüberlegt und stammt von einem nicht vereinnahmten und angepassten Geist.
"I have a dream!" Ich habe den Traum, dass mit diesem Aufsatz als dem Plenum vorgetragene Rede der nächste Kirchentag eröffnet wird. Und dann sollte man die Kirchenleitungen vierzehn Tage in Klausur schicken, wo abwechselnd ein Tag geschwiegen und ein Tag der Weg zurück zur Gemeinde Christi gesucht wird. Fast möchte ich wetten, dass ein Brief mit der Bitte nach persönlichem Vortrag durch Frau Prof. Kittel entweder nicht beantwortet oder mit dürren Worten abgeschmettert würde.
Wie schwammig war nicht allein die Reaktion des Ratsvorsitzenden der EKD auf die Instrumentalisierung des Kreuzes für die bayerische Politik? Ich würde gern zumindest das Gleichnis vom barmherzigen Samariter daneben nageln.

Es grüßt Joringel


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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#4 von Panama , 03.05.2018 13:18

Lieber Joringel, lieber Robin,
vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel von Prof. Gisela Kittel im letzten DPB.
Ich möchte an einen alten Link von dir, Joringel, erinnern: "Appell an die Kirchenleitungen" vom 21. März 2014 und an das Interview mit Sabine Sunnus: "Tief sitzende Angst und fehlende Theologie" (10 Juni 2014) mit der Frage kombiniert: Hat irgendeine Kirchenleitung auf diesen Appell bzw. dieses Interview reagiert oder waren diese Appelle nur Stimmen in der Wüste - wie viele davor und viele danach? Wie lange wollen wir noch hoffen (Frau Kittel am Ende des o.g. Aufsatzes) und träumen (I have a dream)...?
Liebe Grüße
Panama

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#5 von Joringel , 03.05.2018 14:12

Die Antwort ist kurz: Nein!
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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#6 von Panama , 13.05.2018 18:05

Nichts als Wahrheit?
Am heutigen Muttertag wurde im ZDF ein GD aus der Saalkirche in Ingelheim übertragen zum Thema: Nichts als Wahrheit? Der gesamte Verlauf des GD kann ja im Internet heruntergeladen werden. Nach vier Statements dazu aus der Sicht einer Journalistin, eines Anwalts, einer Mitarbeiterin eines Hosptizdienstes und einer Kindergartenleiterin stellte der hessen-nassauische Kirchenpräsident in den Mittelpunkt seiner Predigt die Lesung aus 1. Könige 3, 16-28 (Salomos Weisheit).
Ich zitiere (abgekürzt) die Einleitung:
Lügen haben Farben. Das jedenfalls sagen Psychologen.
Schwarze Lügen sind Lügen, die anderen schaden sollen...Rufmord nennt man das...
Blaue Lügen sind Lügen, um der eigenen Gruppe einen Vorteil zu verschaffen...
Weiße Lügen sind Lügen aus Höflichkeit...
Schwarze Lügen gehen nicht...Wir müssen darauf vertrauen können, dass uns keine falschen Tatsachen aufgetischt werden...
Blaue Lügen gehen eigentlich auch nicht. Das Ziel ist zwar der eigene Vorteil. Aber damit auch der Nachteil der anderen. Und vielleicht gibt es da auch Grenzfälle.
Und weiße Lügen? Die sind manchmal sehr sinnvoll. Die haben ja wirklich ein gutes Ziel. Einen anderen Menschen nicht kränken. Einen unnötigen Konflikt vermeiden. Ja, es kann sogar so weit gehen, einen Menschen zu schützen...Da ist die weiße Lüge eine Notlüge.
Die Sache mit der Wahrheit ist also nicht so einfach. Es geht um mehr als Fakten und Tatsachen. Es geht auch immer darum, welche Beziehungen Menschen zueinander haben. Und darum, welche Interessen sie verfolgen.
Persönliche Interessen können die Wahrheit verschleiern. Da wusste auch König Salomo...

Am Ende des GD liest die Gmeindepfarrerin eine Meditation vor zum Thema: Wahrheit oder Lüge. Dabei steht sie neben zwei großen Krügen aus Ton. Einer ist zerbrochen. Ein Scherbenhaufen. Der daneben war auch zerbrochen, wurde aber mit "besonderem" Leim wieder zusammengefügt: Worten, die um Vergebung bitten, wo schwere Fehler gemacht wurden, Worten der Liebe, die Hochmut vergessen lassen, mit Worten, die Verständigung suchen und Schweigen brechen.
Die Mühe lohnt sich...

Ja, liebe Freunde, wahrlich ein schöner GD eine Woche vor dem Pfingstfest ("O komm, du Geist der Wahrheit" wurde auch gesungen) ...Aber nur Sonntagsparolen? Gerade aus dieser Landeskirche wurde der DAVID-Verein nach einem Konflikt geboren...Einer von vielen Konflikten in der EKD, bei denen Wahrheit und Lüge für die Kirchenleitungen keine Rolle spielten...
Mir ist folgendes aufgefallen: Der Prediger hat mit keiner Silbe das 8. Gebot erwähnt: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten" und Luthers Erklärungen dazu im Kleinen und Großen Katechismus. Schade eigentlich, denn Verstöße gegen das 8. Gebot sind oft der Kern unserer Mobbing-Fälle. Daher gehören diese Luther-Texte zum 8. Gebot unbedingt auf der Homepage des Vereins. Ich rege es zumindest hiermit an. Luther spricht nämlich Klartext. Und es gilt für alle.
Liebe Grüße
Panama

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#7 von Sunny , 14.05.2018 07:07

Das hast dubsehr schön geschrieben!

Wenn ich Morgen oder Abendgedanken höre, so ist das für.mich abstoßend. Ich empfinde gesagtes der Kirche nur als blau... . Ich denke manchmal Kirche ist kein Ort der Gläubigen sondern der Profitgeier. Naja in den Bänken sitzen schon Gläubige aber auf höheren Ebenen?
Mir ist aufgefallen, dass gerade Personen aus höheren Kreisen sich für den KGR aufstellen lassen. Anwälte, Ärzte, leitende Angestellte. Ein Küngel der so unter dem christlichen Deckmantel sehr mächtig ist. Und ich kann mir vorstEllen, dass so mancher von den Gedankennich zum Engagement die Kirche getragen wird

Nur so ein Gedanke von mir. Kann auch falsch sein.
Sunny

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#8 von turmfalke , 14.05.2018 11:43

Lieber Panama!

Herzlichen Dank für deinen Bericht! Manchmal sehe ich den Fersehgottesdienst. Der ist oft sehr gut gemacht.

In diesem Fall offensichtlich aber nicht.

Nein Hr. Kirchenpräsident!

Es gibt keine Notlügen. Wenn man die Wahrheit nicht sagen will, dann hat man nur die Möglichkeit zu schweigen. Aber selbst, wenn man wichtige Fakten verschweigt, kann man mit schuldig werden daran, dass Menschen schwerer Schaden zugefügt wird.

Die Wahrheit zu sagen und sie auszuhalten, auch wenn sie unangenehm ist, das ist eine Frage des Rückrats. Man kann das aber lernen. Man sollte es zumindest üben.

Das Problem ist nur, dass man dafür lernen muss, soviel Abstand zu sich selber zu haben, dass man die tatsächliche Wahrheit unterscheiden kann von dem, was die eigene Seele sich in der Tiefe wünscht.

Oder wie findet ihr den Merksatz: " Die meisten Lügen werden nicht gelogen" Sprich, das Lügen ist oftmals gar nicht so ein bewußter aktiver Vorgang. Sondern Menschen verdrehen die Wahrheit, weil sie selber den Blick für die Wirklichkeit verlohren haben. Sie merken also gar nicht, wenn sie lügen und haben deshalb dabei auch kein so großes schlechtes Gewissen.

Degegen helfen nur Fakten und keine fake-news.

Viele Grüße!

Euer Turmfalke


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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#9 von Panama , 14.05.2018 13:40

Lieber Turmfalke,
mit der "weißen Lüge" meinte der Prediger: "Da werden Menschen verfolgt und bedroht. Andere wollen sie decken. Sie sagen: Wir wissen nicht, wo sie sind. Obwohl sie es genau wissen. Da ist die weiße Lüge eine Notlüge".
Während des gesamten GD musste ich an den berühmten Aufsatz von Prof. Jörg Winter in ev. Aspekten 1/2005 (seine Antwort auf einen Beitrag von Ingrid Ullmann über Mobbing in der ev. Kirche aus der Sicht von Betroffenen in den ev. Aspekten 3/2004). Er schrieb: "Vor unberechtigten Vorwürfen und Angriffen sind sie (die Pfarrerinnen und Pfarrer) in Schutz zu nehmen". Er hätte auch sagen können: Vor Lügen und Falschzeugnis bzw. vor Verstößen gegen das 8. Gebot sind Pfarrerinnen und Pfarrer in Schutz zu nehmen.
Das ist ja der Punkt. Die Kirchenleitungen schützen eben ihre Pfarrerinnen und Pfarrer nicht vor unberechtigten Vorwürfen und Angriffen, vor Lügen und Falschzeugnis, vor Verstößen gegen das 8. Gebot. Im Gegenteil: Die Suche nach der Wahrheit interessiert sie nicht, auch wenn Fakten und Akten die Lügen zweifelsfrei widerlegen. Daher war der ZDF-GD am Muttertag für mich wahrlich doch nur eine schöne fromme Rede. Und möglicherweise nicht nur für mich...
Gruß!
Panama

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#10 von Panama , 14.05.2018 13:48

Der Artikel von Prof. Winter hatte als Titel: "'Hintenrum' geht gar nichts - Der kirchenrechtliche Ungang mit Konfliktfällen in Gemeinden".
Die Wahrheit ist aber eine ganz andere: "Hintenrum" geht alles...

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#11 von Joringel , 14.05.2018 16:49

Martin Luther Kleiner Katechismus das 8.Gebot
kopiert von der Homepage der EKD

Das Achte Gebot
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.

Ob es in uns Menschen drin steckt, dass wir solche Einstellungen erst lernen müssen? Gegenüber den Juden zumindest hat Luther das 8. Gebot auch nicht gehalten. Mit verheerenden Folgen.
Und wir selbst? Haben wir dieses Gebot immer, und überall und gegenüber Jedermann gehalten und die Belehrung von Luther beherzigt?

Damit will ich Mobbing in der Kirche nicht beschönigen, denn es ist ein strukturelles Problem. Vielleicht auch der immer währende Kotau vor dem Kirchensteuerzahler, der mit Austritt droht, wenn er seinen Willen nicht kriegt. Und genau dieses strukturelle Problem und das Schielen nach den sprudelnden Kassen aus Kirchen- und Kapitalertragssteuern verleugnen die Verantwortlichen in der Kirche. Damit sind Verbesserungen und Veränderungen nicht möglich.

Es grüßt Joringel


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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#12 von Panama , 14.05.2018 17:40

Ich verstehe Joringels Beitrag nicht ganz...
Jeder ist nach Luther Sünder und Gerechter zugleich (simul iustus et peccator), aber das Thema vom DAVID-Verein ist doch Mobbing und Rechtsschutz in der ev. Kirche- oder sehe ich das falsch ? Es war zumindest urprünglich das Thema und ich meine Luthers Erklärungen zum 8. Gebot im Großen Katechismus gehören zu diesem Komplex. In diesem Zusammenhang sind meine Beiträge zu verstehen.
Gruß

Panama  
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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#13 von Joringel , 15.05.2018 10:43

Oh je, ich weiß nicht wie ich das anders formulieren soll. Vielleicht fallen mir manchmal pauschale Verdammungen der kirchlichen Institutionen auf, wobei ich durchaus auch konkrete Anklagen vorzubringen hätte. Aber Gelegenheit macht Diebe und die gegenwärtige Struktur der Kirche, ihre Rechtsautonomie, mit der sie sich auch gern skrupellos über das Grundgesetz erhebt und ihre fiananzielle Saturiertheit sind strukturelle Gegebenheiten, die Mobbing und Machtmissbrauch ermöglichen und folgenlos bleiben lassen.
Versteht mich jemand?

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#14 von PseudoNym , 16.05.2018 19:13

Liebe Streiter für eine bessere Welt,

was ich zu einigem was ich in diesem Thread gelesen habe und aus meiner Erfahrung sagen möchte:

1. Alle Menschen sind Gottes geliebte Menschen, auch meine Gegner, und auch Mitglieder von Kirchenleitungen, auch Menschen, die Dinge tun, die ich für falsch halte.
2. Fakten Prüfen ist wichtig.
Auch ein falscher Mobbing-Vorwurf ist "Falsch Zeugnis reden" und kann viel Schaden anrichten.
3. Erfahrungen können hilfreich sein, Dinge in der Zukunft besser zu machen.
Schlechte Erfahrungen können das Bedürfnis fördern, zu helfen, dass die solche Dinge nicht wieder passieren können.
Schlechte Erfahrungen können aber auch dazu führen, Feindbilder zu haben, die aus einer objektiven Perspektive übertrieben oder falsch sind, was dann zu Handlungen führen kann, die den Schaden vergrößern.
4. Im Konfliktfall ist der Gegner auch Partner in der Konfliktlösung.

Gemeinsam sind wir stark:
Segen kann gedeihn,
Wo wir alles teilen,
schlimmen Schaden heilen,
lieben und verzeihn
aus EG 170

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RE: Meyns Bischof Meyns kritisiert Ökonomisierung der Kirchen

#15 von Joringel , 17.05.2018 11:31

Ich stimme allem zu, was PseudoNym geschrieben hat. Aber so einfach ist es für Menschen, die anderen in einer Mobbing-Situation helfen wollen, nun doch nicht.

Es fängt schon damit an, dass die Täter meistens keinerlei Schuldeinsicht haben. Sie beschwichtigen ihr Verhalten, stellen als rational dar, was eigentlich eigennützig oder total irrational ist und entschuldigen sich niemals.
Briefe von Helfern werden nicht bearbeitet und nicht ernst genommen. Aufklärung - meinetwegen könnten sie auch einen Irrtum der Helfer aufdecken - findet nicht statt.
Mobber treten gern nach, sie verfolgen ihre Opfer zum Teil bis in andere Gemeinden oder verhindern von vorneherein, dass der Betroffen woanders Fuß fassen kann.
Kirchliche Täter handeln meistens aus einer Machtposition heraus. Es gibt niemand, der ihr Tun kritisch beobachtet oder mal im Sinne der Opfer korrigieren lässt. Schweigen und vornehme Zurückhaltung, auch von übergeordneten Stellen, ist das Mittel der Wahl. Lesen Sie nur einmal, was hier über die Evangelische Stiftung Neinstedt steht! Eine unbescholtene, engagierte Heilpflegerin wird hier seit Jahren gnadenlos gemobbt. Schreiben an die Leitung oder an übergeordnete Stellen helfen nicht. Gerichtsurteile werden nur zum Schein umgesetzt bis sich der Pulverdampf verzogen hat, und dann geht es munter weiter bis dieser Mensch zertreten ist. Das ist das Ziel!
Juristen urteilen über die Situation in den Gemeinden und verchanzen sich hinter Sprüchen wie:"Einen Pfarrer kann man versetzen eine Gemeinde - und wen es noch so hinterforzige Kräfte gibt (Sorry!) - nicht.
Mit dieser gedankenlosen Praxis werden Berufswege gebrochen, Familien zerstört und Täter ermutigt. Bei dieser Art der Rechtlosigkeit kann man nur jeden davor warnen den Beruf der Pfarrerin oder des Pfarrers zu ergreifen. Dieser kann jederzeit zum Spielball anderer werden und wer sich in der Kirche wehrt, und dann noch juristisch, ist schon verloren.
Recht, auch Kirchenrecht, wird verdreht und gebrochen, wie man es gerade braucht. Engagierte Juristen, die den Opfern helfen wollten, könnten ein Lied davon singen. Aber es hilft auch schon ein Blick in die von D.A.V.I.D.e.V. herausgegebenen Bücher oder
das Buch von Gisela Kittel und Eberhard Mechels (Hg.): Kirche der Reformation? Erfahrungen mit dem Reformprozess und die Notwendigkeit der Umkehr, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht,
Solange die Kirche sich nicht selbst auch einmal in Frage stellt und sich weiterhin selbstgefällig ihre Würdenträger-Rolle weiterspult ändert sich nichts.
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