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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#16 von turmfalke , 22.01.2014 20:02

Lieber Josef - oder Fr. Josefa(?)

Ich wollte eigentlich aufhören, an dieser Stelle weiter mitzudiskutieren. Nun sehe ich aber doch, dass hier eine Klarstellung notwendig ist:

Vermutlich hat es unter den Leuten von „David“ niemals eine Diskussion darüber gegeben, ob Frauen in der Kirche auf die Kanzel dürfen. Das ist sicherlich nicht notwendig. Alle sind sich darin einig, dass Frauen und Männer völlig gleichwertig miteinander die Kirche gestalten. Das ergibt sich schon aus der Tatsache, dass es unter den „David-Aktivisten“ zahlreiche kluge, starke und engagierte Frauen gibt, die den Arbeitsstil des Vereins entscheidend mitprägen. Die allermeisten von uns werden deshalb sicherlich richtig finden, dass Frauen auch auf der Kanzel ihren Dienst tun. Da kann es keinen Zweifel geben.

Wenn es ein Kennzeichen von Pf. Hauck sein sollte, dass er Frauen nicht auf „seine“ Kanzel lässt, dann müsste man mit ihm darüber reden. (Es ist natürlich die Kanzel der HERRN und nicht die Kanzel des Pfarrers). Man würde aber vermutlich bald an Grenzen des Gesprächs kommen, weil im Hintergrund möglicherweise ein unterschiedliches Verständnis von der Auslegung der Heiligen Schrift die Ursache der Kommunikations- Probleme ist.

Dennoch wünsche ich mir, dass unsere Kirche lernt, theologische Unterschiede offen zu besprechen und auf dem Wege einer inhaltlichen Auseinandersetzung zu lösen.

Ob das bei euch in der Pfalz schon versucht worden ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Leider machen wir aber immer wieder die Erfahrung, dass Kirchenleitungen versuchen, inhaltliche oder auch zwischenmenschliche Probleme auf dem Wege der vorhandenen Machtstrukturen durch Verwaltungsentscheidungen zu lösen. Das Kirchenrecht hält dazu einige „geeignete“ Paragrafen bereit. Wenn es bei euch in der Pfalz so war, dann müsste man das trotz allem einen „Missbrauch“ nennen, auch wenn man das inhaltliche Anliegen vielleicht nachvollziehen kann. Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Wann lernt unsere Kirche einmal, mit bischöflicher Weisheit, Autorität und guter Kommunikation Konflikte so zu bearbeiten, dass sie auch gelöst werden können? Ich wäre auch schon zufrieden, wenn man wenigstens einen Weg suchen würde, wie unterschiedliche Prägungen in der Kirche nebeneinander bestehen bleiben können.

Da wir hier aber immer wieder enttäuscht werden, bleibt vermutlich doch nur der Rat, den Alesig der evangelikalen Gruppe schon gegeben hat: Austreten und getrennte Wege gehen.

Viele Grüße! Dein Turmfalke (Ich bin wider Erwarten ein Mann!)

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#17 von tonnerkiller , 22.01.2014 20:27

Ich finde den anderen Aspekt auch nicht unwichtig, der im Leserbrief zum Ausdruck kommt: Die Gemeinde wurde demnach von Pfarrer Hauck "zwangsmissioniert", ohne etwas dagegen tun zu können. Und dann sind die Leute halt gegangen oder haben sich umpfarren lassen. Als Gemeinde hat man halt auch keine Chance, den Pfarrer loszuwerden...
Ich kann mir denken, daß bei der Verwaltungsentscheidung auch das eine Rolle gespielt haben könnte, wissen tu ich's freilich nicht. Bezeugen kann ich, daß Pfarrer Hauck einen entsprechenden Ruf in der Gegend hat, was die einseitige Ausrichtung angeht. Nach Schweigen-Rechtenbach geht man nur, wenn man gut evangelikal ist. Die Landeskirche ist aber keine evangelikale Monokultur, auch andere Frömmigkeiten haben Platz darin. Das könnte dann, wenn meine Vermutungen stimmen, durchaus auch der Grund gewesen sein, wieso die Kollegin zum Zuge kam und Pfarrer Hauck nun eine neue Gemeinde bekommt.

Gottes Segen

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#18 von Joringel , 23.01.2014 00:40

Ich möchte noch einmal zu Beitrag Nr. 15 von "Josefchen" Stellung nehmen. Offensichtlich hat der Gesprächspartner "Josefchen" hier einen Leserbrief aus der Tagespresse veröffentlicht mit dem auch die andere Seite, die nicht mit Herrn Pfarrer Hauck glücklich war, zu Wort gekommen ist. Ich selbst kann die Position des des zurückgetretenen Presbyters gut verstehen. Wenn man selbst persönlich keinen Zugang zur Glaubenswelt evangelikaler Menschen hat oder haben möchte, kann man sich seinem Gegenüber nur schwer entziehen. Dennoch - habe ich immer Respekt vor dieser Glaubenshaltung. Das biblischen Wort ist ihnen wichtig, während viele Volkskirchler nicht die geringste Ahnung davon haben. Außerdem sind diese Menschen oft durch persönlichen Einsatz bemüht, ihren Glauben auch zu leben, während dem "Volkskirchler" die Kirchensteuer oft schon als "Glaubensbeweis" genügt. Und sicherlich erwächst auch ein anderes Gemeindeverständnis als es normalerweise der Fall ist. Vor einiger Zeit war ich in Erdökertes in der Nähe von Budapest. Hier gibt es eine evangelikale Gemeinde, die wächst und wächst. In jahrelanger Arbeit hat sich die Gemeinde eine eigene Kirche mit Gemeindehaus und einen eigenen Kindergarten aufgebaut. Und viele Normalbürger vertrauen dieser Gemeinde ihre Kinder an, weil sie spüren, dass diese Menschen ein anderes Verhältnis zu Kindern und Jugendlichen haben, in ihnen eine Aufgabe und Verantwortung sehen, die Gott ihnen auferlegt hat. Sogar die Stadt hat ihren eigenen Kindergarten geschlossen und die Kleinkinder-Erziehung dieser Gemeinde übertragen.
Aus meinem Beobachtungen und Erfahrungen mit der Amtskirche glaube ich nicht wie Tonnenkiller (für mich auch ein schrecklicher Ausdruck), dass die Ausschaltung von Herrn Hauck sozusagen ein "Selbstrenner" war und alles ganz normal abgelaufen ist. Ich glaube eher, dass ein "eleganter" Weg gefunden und genutzt wurde, diese Gemeinde zu domestizieren. Im Klassischen Sinn kann man hier tatsächlich nicht von Mobbing sprechen. Anders sähe es wahrscheinlich aus, wenn Herr Hauck sich gegen die Versetzung wehren würde, und wenn er nur die Auswahlkriterien noch einmal von einem unabhängigen Gremium überprüfen lassen wollte. Das würde ihm wohl nie verziehen! Würde tatsächlich hier eine freie Gemeinde mit Herrn Hauck als Pastor entstehen, würde er wahrscheinlich seine Pensionsansprüche verlieren. Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Pfarrerinnen und Pfarrer ist enorm, da sie sich kaum auf ein freies Arbeitsfeld begeben können.
Also, Herr Tonnenkiller, Pfarrerinnen nicht auf die Kanzel zu lassen und Homosexuelle nicht zu segnen mag über holt sein, aber es ist auch vom Führungsstil her überholt, einen Mitarbeiter mit Familie willkürlich aus einem engagiert und erfolgreich ausgeübtem Amt zu reißen und ihn auf den Markt zu werfen, ohne vorher gemeinsam mit ihm nach Perspektiven zu suchen. Das verursacht mehr als eine Delle in der Karosserie, sondern eine tiefe seelische Verstörung und Existenzängste.
Es grüßt Euch Joringel


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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#19 von Josefchen , 23.01.2014 08:21

Vielleicht noch mal zur Klarstellung:
Es mussten aus Gemeindezahlengründen (Beide Pfarrstellen betreuen jeweils 1000 Kirchenmitglieder - die Meßzahl für eine Pfarrstelle liegt bei 1800)
zwei Kirchengemeinden verschmolzen werden. Die Inhaber beider Pfarrstellen, ein Mann und eine Frau haben sich auf die neu zu bildende Pfarrstelle beworben.
In der Pfalz gibt es im Wechsel "Gemeindewahl" und Wahl durch die "Kirchenregierung" (=von der Landessynode gewählte Vertreter, die auch schon mal Entscheidungen
getroffen haben, die der Kirchenleitung nicht passen) - einem demokratisch gewähltem Gremium also.
Dieses Gremium hat die Kollegin als geeigneter für die Stelle erachtet. Das ist nun mal so. Auch ich hatte mich schon auf eine Stelle beworben - die Kirchenregierung
hat sie jemand Anderem zugedacht. Das war für mich o.k. so. Im Übrigen, wenn der Pfarrer dort so ein missionarischer Tausensassa ist, müsste es ihm ja gerade nach Veränderung
gelüsten. An der Tatsache, dass er, egal, wo er hingeht, mit Kolleginnen Kooperationsverträge zu schließen und zu pflegen hat - dies ist ein verbindlicher Beschluß der Landessynode
der Ev. Kirche der Pfalz - wird er nicht vorbeikommen. Ich halte es nach wie vor für ein starkes Stück, wenn dieser Vorgang hier als Mobbing bezeichnet wird.

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#20 von tonnerkiller , 23.01.2014 09:34

@Joringel:
Es bedrückt mich ein wenig, daß Sie die Frömmigkeitsform der "Volkskirchler" gegen die der "Evangelikalen" so abwerten. Aber daran ist wohl nichts zu ändern...
Nach dem Leserbrief sieht es so aus, daß es sich in Schweigen-Rechtenbach nicht nur um iene aktive und lebendige Gemeinde handelt, sondern daß auch engagierte Menschen diese Gemeinde verlassen haben, weil sie ihren Glauben dort nicht leben konnten. Das ist die Kehrseite der Medaille. Und auch das sollte zur Kenntnis genommen werden.
Daß es Mobbing gibt, stelle ich gar nicht in Frage. Man könnte sogar überlegen, ob der Leserbriefschreiber aus der Gemeinde gemobbt wurde, aber das führt hier zu weit.
Du hast negative Erfahrungen mit der Amtskirche gemacht und unterstellst jetzt immer und überall, daß sie im Unrecht ist. Ist das icht ein bißchen leicht gemacht?
Was das Domestizieren der Gemeinde angeht: Keinem Gemeindeglied wird verboten, weiterhin evangelikal zu sein. Es gab und gibt das Priestertum aller Gläubigen. Ich kann mir kaum vorstellen, daß die neue Pfarrerin jetzt alles unterbindet, was da aufgebaut wurde. Wie sollte sie auch? Sie hat ja nur eine Stimme im Presbyterium! Wie soll da eine Domestizierung funktionieren?
Daß Herr Hauck sich wehrt ist ja inzwischen Fakt, und die Prüfung des Vorgangs steht auch an. Das Presbyterium hat ja Klage eingereicht. Und gleich hinterhergeschickt, daß man "andere Wege" beschreiten werde, wenn das Ergebnis der Verhandlungen nicht dem entspricht, was man sich selbst wünscht. Ich hoffe bloß, daß falls ein paar Gemeindeglieder sich wünschen, eine freie Gemeinde zu gründen, sie das vorher mit Pfarrer Hauck abgesprochen haben und nicht enttäuscht sind, wenn er nicht auf alle Ansprüche verzichtet und weiterhin Pfarrer der Landeskirche bleibt.
Übrigens: Pfarrer Hauck wird ja nicht aus dem Amt gerissen, er bleibt Pfarrer der Evangelischen Kirche der Pfalz. Willkürlich ist das Ganze auch nicht, denn wie gesagt: Die Zusammnlegung der Gemeinden ist kaum zu umgehen, wenn jede nur etwas mehr als die Hälfte der Sollzahl hat. Und wenn es zwei Bewerber gibt, dann macht eben nur einer das Rennen. Wenn zusätzlich die Lage die ist, daß einer der Bewerber nicht nur eine bestimmte Frömmigkeitsform zum Aufblühen bringt in einer Gemeinde, während aber alle anderen Gemeindeglieder abgehängt werden, so daß sie ihr Engagement niederlegen und sogar die Gemeinde wechseln, dann darf es nicht verwundern, wenn das eher gegen diesen Kandidaten spricht.
Was hätte die Kirche denn richtig machen sollen, bei der Zusammenlegung? Die andere Pfarrerin versetzen, die gerade erst vor noch nicht so langer Zeit auf die Stelle kam (wenn ich es richtig im Kopf habe)? Wieso ist das eine Mobbing und das andere nicht?

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#21 von Joringel , 25.01.2014 00:48

Guten Abend an Tonnerkiller und alle Mitdiskutanten! Erst einmal, ich finde es wirklich gut, dass wir hier so frei und offen miteinander sprechen können. Danke auch für die Antworten. In Bezug auf meine Einwürfe zum Führungsstil innerhalb der Kirche habe ich aber noch keinen Widerrede gelesen. Ich wiederhole mich - es mag sein, dass es kein klassisches Mobbing war und ist. Und ich sagte, dass mir wahrscheinlich die sehr evangelikale Ausrichtung dieser Gemeinde trotz großem Respekt nicht so liegt. Also befürchte ich, wenn ich hier mitdiskutiere ohne die Situation vor Ort zu kennen, dass möglicherweise gemauschelt wurde, indem die Pfarrerin bevorzugt wurde. Ich möchte das Ganze mal in ein anderes Szenario setzen:
Angenommen, es handele sich um den leitenden Kinderarzt in einem Krankenhaus. Angenommen, dieser Kinderarzt fühlt sich besonders denjenigen Kindern verpflichtet, die eine besonders schwere Erkrankung haben. Er setzt sich für eine besondere Therapie und besondere Behandlungsräume ein und bemüht sich sehr um diese Kinder und ihre Eltern. Dabei wird er tatkräftig von seiner Frau unterstützt, die ihm Fundraising und Organisationsaufgaben abnimmt. Das stößt Eltern von Kindern auf, die nur "normale" Sachen haben wie Blindarmentzündungen oder einen Beinbruch. Ein Vater, der den leitenden Kinderarzt nie an dem Bett seines Sohnes gesehen hat, sondern nur den Stationsarzt, schreibt erbost an die Klinikleitung. Wenig später taucht zu dem Thema ein Leserbrief in der Zeitung auf. Die Klinikleitung denkt: Oh, da gibt es Ärger. Das müssen wir unterbinden. Zwar hat unser Leitender Kinderarzt hier eine gute Aufbauarbeit geleistet, zwar setzt er sich intensiv und zeitaufwendig - weitaus mehr als im Dienstvertrag steht - für die Begleitung der Eltern ein, zwar hat er unserer Klinik einen guten Ruf verschafft, aber die Abwanderung der Beinbrüche und Blindarmentzündungen in die nächste Stadt können wir nicht tolerieren. Da trifft es sich gut, dass der Vertrag sowieos ausläuft. Wir sagen einfach, er wird nicht mehr verlängert - keine Diskussion. Punkt. "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen." - Die Einschätzung der Klinikleitung wird über geeignete Persönlichkeiten multipliziert - er spaltet die Abteilung, er bindet überproportional Arbeitkraft an sein wissenschaftliches Hobby, er bindet die Eltern schwerkranker Kinder zu stark an seine Person, es ist besser für sie, loszulassen, wir werden ihn weiterempfehlen, dann kann er ja woanders neu anfangen, dass seine Frau sich auch einbringt, hat niemand verlangt, dass die Kinder jetzt unerwartet aus allen sozialen Bezügen herausgerissen werden, das ist seine Sache, nicht unsere usw. ..usw. Und damit der Leitende Klinikarzt auch gleich kapiert, worum es geht, kündigt man ihm kurzfrsitig die Dienstwohnung, denn sie gehört ja der Klinik! Das entsprechende Entscheidungsgremium der Klinik folgt der Empfehlung der Klinikleitung. Die betroffenen Eltern sind entsetzt. Wie kann man einen Menschen, der soviel aufgebaut hat einfach in die Wüste schicken? Wie kann man die guten Ergebnisse einfach vom Tisch wischen. Wir verlangen eine Offenlegung der Entscheidungskriterien!
Vielleicht kann man in dieser verfremdeten Situation das Problem deutlicher machen?
Ich hoffe es.
Joringel


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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#22 von tonnerkiller , 25.01.2014 02:49

Wenn mich nicht alles täuscht, wohnt Pfarrer Hauck noch in seinem alten Pfarrhaus. Daß er schon auf eine neue Stelle berufen wurde, hab ich noch nicht gelesen. Wahrscheinlich wartet man die Verhandlung ab. Oder er hat sich noch nicht beworben...
Es gibt j auch keinen großen Druck. Das Pfarrhaus der neuen Pfarrerin liegt ja ebenfalls in der jetzt fusionierten Gemeinde...

Übrigens paßt die Analogie nicht ganz: Der Arzt müßte nebenher noch alle anderen Ärzte, die nur Blinddärme behandeln, vertreiben und die Blinddarmpatienten als keine echten Patienten einstufen, wenn der Eindruck stimmt...

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#23 von Josefchen , 25.01.2014 08:13

Guten Morgen, nach gutem Schlaf stelle ich mich wieder zum Disput. An Fakten ist jetzt nichts Neues dazu gekommen, lediglich Vermutungen - meiner Beobachtung nach. Wenn Joringel vermutet, es sei gemauschelt worden, ist das eine Vermutung, im schlimmsten Fall eine Unterstellung. Deswegen möchte ich diesen Faden nicht mehr aufnehmen; er führt zu nichts, befürchte ich. Ich würde allerdings gerne eine andere Nuance betrachten, die mir persönlich doch viel wichtiger zu sein scheint. Die Situation in Schweigen-Rechtenbach verfolge ich schon länger zugegeben aus der Distanz, aber mit großer Sorge. Persönlich glaube ich, daß ein Seelsorger Mittler zwischen volkskirchlich und fromm orientierten Christen sein sollte. Mittler sein zwischen diesen beiden Grobausprägungen in unseren Kirchen als Eignung, den Job als Pfarrer überhaupt tun zu können; dazu werden PfarrerInnen durch ihre Ausbildung befähigt. In Wirklichkeit beschreibt die Lagertheorie ja nicht die Realität in unseren Kirchen. Es gibt immer Schnittmengen oder bessser gesagt Schnittmenschen. Und so wie ein Schnitt wehtut, so leiden auch sie - da schließe ich mich ein - wenn, wo auch immer "ismen" ausgebildet werden. Spürbar, wenn die Worte fallen: "Darüber diskutiere ich jetzt nicht." Dabei geht es wohlgemerkt nicht um die reformatorischen Grundsätze "allein durch Christus, allein durch Gnade, durch die Schrift allein." Dabei wird übersehen, wo es Kooperation zwischen Muslimen und Christen gibt und dass es im Lager der Muslime verschiedene Richtungen gibt, die um den rechten Kurs streiten, sich gegenseitig den wahren Glauben absprechen. In unserer Welt geht es um eine differenzierte Betrachtungs- und Würdigungskultur. Ismen, Radikalisierungen helfen nicht. Was wir brauchen, ist ein Dialog, Begegnung zwischen den unterschiedlichen Ausformungen christlichen Glaubens. Und zu diesem Dialog muß - so bin ich überzeugt - ein Seelsorger fähig sein. Das ist für mich der springende Punkt.

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#24 von Joringel , 25.01.2014 11:12

Guten Morgen "Josefchen", nur Fragen: Erstens, wie siehst Du den Führungsstil, dass eine solche Entscheidung offensichtlich ohne vorbereitende Gespräche geführt wurde? Hat man Herrn Hauck denn gefragt, wie er sich die Seelsorge für anders ausgerichtete Gemeindeglieder vorstellt, falls er gewählt würde. Hat man ein Konzept erarbeitet? Oder mit anderen Worten: Hatte er überhaupt eine Chance? Hat man ihn darauf vorbereitet, dass er sich eventuell umorientieren muß und aktive Hinweise gegeben, wo er Chancen hat? Dies würde auch für die Pfarrerin gelten. Wie soll sie mit dieser Situation umgehen? Reicht da ein Bekenntnis wie - ich stehe allen zur Verfügung. Und - die Gewissensfrage? Darf eine Theologin, ein Theologe keine Akzente in seiner Gemeinde setzen? In meiner früheren von mir besuchten Gemeinde (als einfaches Gemeindeglied), galt schon das Aufkommen eines Dritte-Welt-Standes als Revolution und führte zu starken Ressentiments. Und noch etwas - hast Du mal mit ihm gesprochen? Hast Du von ihm selbst gehört, dass er nur Gemeindeglieder als vollwertig akzeptiert, die genauso ausgerichtet sind wie er? Dahinter steckt meine Erfahrung, dass manchmal absurde Dinge in Umlauf gesetzt werden, die nichts mit der Realität zu tun haben.
Grüsse an alle Diskussionsteilnehmer
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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#25 von tonnerkiller , 25.01.2014 12:44

Zitat
Hat man Herrn Hauck denn gefragt, wie er sich die Seelsorge für anders ausgerichtete Gemeindeglieder vorstellt, falls er gewählt würde.


Wenn man sich den Leserbrief ansieht hat Hauck doch schon gezeigt, wie er mit anders ausgerichteten umgeht. Nach dem Leserbrief (mehr INfos haben wir leider nicht aus der Gemeinde) wurden sie an den Rand gedrängt und haben zum Teil die Gemeinde verlassen. Als Pfarrer merkt man das, zumal, wenn es sich um ehemalige Presbyter handelt, oder nicht?

Zitat
Hat man ihn darauf vorbereitet, dass er sich eventuell umorientieren muß und aktive Hinweise gegeben, wo er Chancen hat?


Umorientieren im Sinne von andere Ausrichtung der Gemeindearbeit? Ich denke mal, daß diejenigen, die sich aus der Gemeinde zurückgezogen haben, das nicht kommentarlos taten. Und wenn doch, dann sollte ein Pfarrer im Zweifel zuzutrauen sein, sich Gedanken zu machen und im Zweifel nachzufragen. Oder meinst Du, die Kirchenleitung hätte nen Hinweis geben sollen? Da wäre meine Frage dann: Wieso das denn? Er war der Pfarrer und hat seine Gemeinde in eigener Verantwortung geleitet. Die Kirchenleitung hat hier wohl kaum die Aufgabe, reinzureden. Falls es aber doch so war, daß er sich regionalen Kooperationen verweigert hat (keine Frau auf der Kanzel und so), dann vermute ich stark, daß das auch in den Pfarrerdienstbesprechungen Thema war. Ich bin aber kein Pfarrer, also weiß ich es nicht.

Zitat
Dies würde auch für die Pfarrerin gelten. Wie soll sie mit dieser Situation umgehen? Reicht da ein Bekenntnis wie - ich stehe allen zur Verfügung.


Ja, die Nachfolgerin hat es sicherlich nicht einfach, zumal als geschiedene Frau. Und das ist wahrscheinlich das größere Problem, auch in Bezug auf Pfarrermobbing. Denn überall, wo das Thema aufkommt schwingt irgendwo auch ungesagt mit, daß die Nachfolgerin ja nicht so toll sein kann. Und dann steht sie als geschiedene Frau vor einer Teilgemeinde, die erstens aufgebracht ist und zweitens tendenziell beides ablehnt: Ne Frau als Pfarrer und geschiedene Pfarrer. Schon allein aus dem Grund hätte es Pfarrer Hauck als Christ gut angestanden, eher besänftigend auf die Situation zu reagieren, als noch Öl ins Feuer zu gießen. Was soll die Pfarrerin weiter tun, als allen zur Verfügung zu stehen? Was würdest Du denn erwarten?

Zitat
Und - die Gewissensfrage? Darf eine Theologin, ein Theologe keine Akzente in seiner Gemeinde setzen?


Natürlich darf und soll er das. Jeder Pfarrer ist anders und setzt ganz natürlich andere Akzente. Aber Akzente bedeutet nicht, daß man polarisiert und eine Richtung, welche auch immer, abhängt. Nach dem Wunsch des Herrn sollen wir eins sein, und uns nicht immer weiter spalten. Das bedeutet aber eben auch, in Liebe den anderen zu ertragen, auch wenn man meint, daß er nicht die reine Lehre vertritt.

Zitat
Dahinter steckt meine Erfahrung, dass manchmal absurde Dinge in Umlauf gesetzt werden, die nichts mit der Realität zu tun haben.


Die Frage war nicht an mich gerichtet, aber zur Erklärung: Nein, ich habe nicht mit ihm gesprochen. Ich wollte vor Weihnachten, als ich in der Gegend war, einmal einen Gottesdienst besuchen, um mir selbst ein Bild zu machen, bin aber leider nicht dazu gekommen. Insofern ist meine Einschätzung der Lage natürlich auch nur das: eine subjektive Einschätzung. Aber wenn ich in der Zeitung lese, daß ein Pfarrer sich zitieren läßt mit Aussagen, nach denen in der Gemeinde viel aufgebaut wurde (was ich nicht in Abrede stelle) und das nun alles in Gefahr gerät, weil er versetzt wird, dann mach ich mir Gedanken. Schon alleine, weil ich denke, daß es nicht an einem Pfarrer liegt, was in einer Gemeinde läuft, er kann vielleicht Anstöße geben, auch mal was hindern. Aber ich habe da den Eindruck gewonnen, daß er selbst (nicht ein Gemeindeglied, das wäre was anderes) sich hier wichtiger nimmt als gut ist. Wenn ich dann im Amtsblatt lese, daß das Presbyterium einstimmig beschlossen hat (und zwar letztes Jahr, als Hauck noch drin saß), "andere Wege zu gehen" falls die Gerichte, die sie anriefen, nicht das gewünschte Ergebnis bringen, dann bestärkt das meinen schlechten Eindruck. Wenn ich ein Gericht anrufe, dann gestehe ich dem auch zu, Recht zu sprechen. Wenn ich dann aber gleichzeitig sage, daß ich dem Urteil nur folge, wenn es mir paßt, dann ist das meiner Meinung nach Heuchelei. Entweder ich traue den Gerichten, dann halte ich mich an ihre Urteile, oder ich traue ihnen nicht. Dann wäre es schon vorher geboten, eigene Wege zu gehen, denn sonst wäre man weiterhin Teil einer Gemeinschaft, deren Wahrhaftigkeit man eigentlich doch bestreitet.
Freilich kann ich immer noch falsch liegen, aber gerade diese Dinge: Die Äußerungen Haucks in der Lokalpresse und die prinzipiell unversöhnliche Haltung in der Gemeinde, ausgedrückt in besagter Anzeige (über eine ganze Seite!) im Südpfalzkurier, deuten in eine Richtung, die die Dinge, die im Umlauf sind eher bestätigen als in Frage stellen.

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#26 von Alesig ( gelöscht ) , 25.01.2014 17:19

Liebe Diskutanten!
Nach all dem, was ich jetzt hier lese, kann ich mit nicht vorstellen, wie der besprochene Pfarrer in eine andere Gemeinde versetzt werden soll, die ihn dann ja wohl von vornherein ablehnt. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass es christliche Gemeinden mit unterschiedlichen Frömmigkeitsprofilen geben muss und Christen selber auswählen können, welch einer Gemeinde sie sich anschließen. Ja, jede Gemeinde soll - nicht "ihr eigenes Süppchen kochen", sondern - den Weg suchen, von dem sie meint, dass er näher zu Jesus Christus führt. Daher mein Plädoyer für "freie Gemeinden", die dann allerdings auch das Opfer bringen müssen, ihren Pfarrer aus eigenen Mitteln zu bezahlen. Und der Pfarrer müsste den Mut haben, sich auf diesen riskanten finanziellen Weg einzulassen. Nach aller Erfahrung wachsen gerade die evangelikal ausgerichteten Gemeinden, weil sie missionarisch wirken, während die Volkskirche schrumpft. Wer wird die Botschaft von Jesus Christus auch den kommenden Generationen nahebringen? Ich weiß es nicht, vermute aber, dass es die Volkskirche, die es allen recht machen will, in 1 bis 2 Generationen nicht mehr geben wird. Ich stelle mir das Zusammenleben unterschiedlich geprägter freier Gemeinden im Sinn des ökumenischen Modells der "versöhnten Verschiedenheit" vor. Keine Richtung versucht, über die andere zu herrschen, sondern jede Gemeinde bemüht sich, ihren Weg gemäß dem von ihr so verstandenen Auftrag zu gehen. Dann braucht man auch keine "Sollzahlen" mehr, nach denen von oben her Gemeinden bemessen und abgewickelt werden, sondern es zählt allein das Engagement, das Gemeindeglieder einzubringen bereit sind.
Alesig

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#27 von Josefchen , 25.01.2014 21:03

Spannende Gedanken von Alesig. Und ich frage mich, ob Du Dir da nicht was vormachst. Freie Gemeinden am Wachsen und lebendig, Volkskirche auf kurz oder lang tot. Was für eine Sicht. Es gibt ihn schon lang den Verdrängungswettbewerb - auch auf dem Markt der freien Gemeinden. Die Baptistische Gemeinde von Landau konnte die Pacht für ihren Versammlungsraum nicht mehr aufbringen, weil sie unter Mitgliederschwund leiden. Auch da treten Manche aus und Andere sind z.B. zu den Vineyards abgewandert, weil da mehr action ist. Auch freie Gemeinden werden eingehen wie die Primeln ohne Wasser, es sei denn sie besorgen sich Anhänger über ihren Einzugsbereich hinaus. Letztendlich die apokalyptische Frage: Was macht Dich so sicher, dass Dein Weg der einzig Wahre ist? Verfällst Du nicht einem Ismus, der keine Toleranz mehr aufbringen kann für andere - von Dir "volkskirchlich" genannte Frömmigkeitsformen? Was und wer gibt Dir die Vollmacht so über Andersgläubige zu richten? In meiner Bibel gibt es eine eindeutige Aussage dazu. Ich will es mal im Bild sagen: Ein vorausschauender Parasit wird den Tod seines Wirts, an dem er saugt, nicht riskieren, weil er weiß, dass der Tod seines Wirts auch seinen Tod bedeuten würde. Wie wollen 500 Gemeindeglieder die Strukturen erhalten, die momentan durch die volkskirchliche Anbindung möglich sind?
Daran hängt es wohl auch, dass den großen Worten in keinem Fall die Gründung einer selbstständigen Gemeinde erfolgte. Und das wird auch so bleiben. Insofern erscheint es mir wie ein Haschen nach Wind, um mit Prediger Salomo zu sprechen. Viel Rauch um nichts. Wäre es nicht an der Zeit, Frieden zu schließen mit der Tatsache, daß alle, Volkskirchliche und Evangelikale nichts Endgültiges wissen können von der Herrlichkeit Gottes und in einen vernünftigen und fruchtbaren Dialog einzutreten, wo die Aussage, darüber diskutiere ich jetzt nicht" keinen Bestand hat.
Soviel mir bekannt ist, wurde Pfarrer Hauck zu Beginn seiner Tätigkeit zunächst nicht in den kirchlichen Dienst übernommen, weil Andere besser geeignet waren. Er hat damals alles daran gesetzt, Pfarrer der "Volkskirche" zu werden. Dies ist ihm ja auch gelungen.
Nun war seine Bewerbung nicht erfolgreich. Und schon werden die Regeln in Frage gestellt. Ein Spiel erscheint nur fair zu sein, wenn er auch gewinnt. Wenn er nicht gewinnt, war das ganze Spiel unfair und er, respektive die Gemeinde wurde gemobbt. Das ist nicht christlich, das ist nicht charismatisch, das ist einfach unsolidarisch.

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#28 von Alesig ( gelöscht ) , 27.01.2014 13:36

Lieber Freund Josef!
Ich bin alles andere als "evangelikal" und richte auch niemand. Wie liest Du das, was andere schreiben? Ich plädiere ja gerade dafür, dass Christen und Gemeinden ihren Frömmigkeitsstil leben dürfen in "versöhnter Verschiedenheit" und nicht die einen die anderen verjagen. Die Vermutung, dass es mit der Volkskirche zuende geht in 1 bis 2 Generationen, ist kein theologisches Urteil, sondern eine historische Wahrnehmung, die andere ebenso aussprechen, auch diejenigen, die an der Volkskirche hängen. Was ich mir wünschen soll, weiß ich noch nicht.
Alesig

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RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#29 von dr.arndt , 27.01.2014 20:30

Liebe Freunde und Diskutanten,

habe erst jetzt Zeit und Muße gefunden, unser Thema (neudeutsch thread genannt): " Eine Gemeinde wird gemobbt" im Zusammenhang nachzulesen:

Von "Tonnen" - Killer, (der von ihm gewählte Name, bereitet mir leider nach wie vor Schwierigkeiten) wissen wir nun, dass er kein Pfarrer ist. Von Josefchen wissen wir, dass er kurzfristig Presbyter der Gemeinde war.

Inhaltlich liege ich persönlich auf der Linie unseres "Turmfalken".

"Pfarrer Hauck ist und bleibt Pfarrer", lieber Tonnen. Das hat, soweit ich sehe, auch niemand jemals ernsthaft in Zweifel gezogen. Mir bereitet allerdings Unbehagen, dass Du, und wenn ich ihn recht verstehe, auch unser "Josefchen", kategorisch ausschliessen, dass "Mobbing" des Pfarrers Hauck stattgefunden hat bzw. stattfindet?

Woher nehmt Ihr diese Gewissheit?

Ich versuche es nachfolgend noch einmal:

Unsere Amtskirche hält ein ausgefeiltes - am staatlichen Recht orientiertes/ausgerichtetetes - "Beamtenrecht" für seine Pfarrer vor, insbesondere zum Thema "Ungedeihlichkeit".

Eben diese "Ungedeihlichkeit" ist durch die Amtskirche leicht zu behaupten und durch den betroffenen Pfarrer juristisch nur schwer zu widerlegen, womit er faktisch wehrlos wird. Ihr mögt mir jetzt vielleicht entgegenhalten wollen, dass unsere Amtskirche dem betroffenen Pfarrer ja ein ordnungsgemäßes kirchenrechtliches Verfahren zur Überprüfung der "Ungedeihlichkeit" zur Verfügung stellt. Wohl wahr. Die Amtskirche brüstet sich allerdings auch damit, dass ihre Kirchenrichter gleichzeitig im Hauptberuf hochrangige staatliche Verwaltungsrichter sind.

Freunde, merkt Ihr etwas?

Unsere Kritik richtet sich vorrangig allerdings nicht nur gegen staatliche bzw. kirchliche Richter, sondern in erster Linie gegen den kirchlichen Gesetzgeber , der die sattsam bekannte und offensichtliche ungerechte "Ungedeihlichkeit" im aktuellen Pfarrdienstgesetz nur kosmetisch korrigiert und die alte systemimmanente Ungerechtigkeit fortführt.

Lieber Tonner, lieber Josef,

vielleicht liegen wir gar nicht so weit auseinander?

LG

Achim


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zuletzt bearbeitet 27.01.2014 | Top

RE: Eine Gemeinde wird gemobbt

#30 von Josefchen , 28.01.2014 02:43

Zu Alesig
Du schreibst, daß du nicht evanglikal bist, ja was denn dann?
Du forderst versöhntes Miteinander ein - schön! Warum schreibst Du das nicht der Gemeinde in Schweigen-Rechtenbach?
Da wurde kein versöhntes Miteinander bisher ermöglicht. Keine Andersgläubigen, keine weiblichen Predigerinnen wurden geduldet.
Der Nachbarpfarrerin wurde der rechte Glauben abgesprochen.
Warum setzt Du Dich für jemand ein, der genau dies ins Werk gesetzt hat? Das verstehe wer will.
Du schreibst, das Ende der Volkskirche sei eine historische Wahrnehmung. Ich frage: Was ist das?
Eine historische Wahrnehmung war auch, dass im Jahr 1000 nach Christus die Welt untergehen sollte.
Weil es andere sagen, muß man es dann nachsprechen? Weil es andere vorkauen, muß man es dann nachkauen? Wird es dann Richtiger?
Du schreibst, dass Du nicht evangelikal bist. O.K. Das höre ich.
Auch wenn es Dich nicht betrifft, will ich trotzdem sagen, was mir gewaltig gegen den Strich geht:
Dass eine Glaubensrichtung, die fleißig und unentwegt anderen den richtigen Glauben abspricht, für sich auf einmal Artenschutz beantragt. Ich erwarte einfach, dass die Toleranz, die gefordert wird, auch vorgelebt wird. Dem ist nicht so. Jede Defintion christlichen Glaubens wird beeinflußt von historischen, bürgerlichen und anderen Axiomen (nicht zu beweisenden Grundannahmen) und muß sich offen dem fruchtbaren Streit um die richtige Richtung stellen. Das sehe ich nicht bei vielen evangelikalen Gemeinden.
Für mich ist nach wie vor die Tatsache, dass keine Frauen predigen sollen, ein Verstoß gegen

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