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Mobbing und Ausgrenzung in der Evangelischen Kirche - alles nur Übertreibung?

#1 von Joringel , 26.10.2016 10:38

Veröffentlichung einer Information für alle D.A.V.I.D.-Mitstreiter, die an Joringel adressiert war.


Liebe DAVID-Mitstreiter,

es wird das erste Mal seit dem Bestehen unseres Vereins sein, dass ich nicht an der Jahrestag teilnehmen kann. Am 1. November bekomme ich ein neues Knie. Nach Klinik- und Rehaaufenthalt rechne ich mit mindesten eine 1/4 Jahr, bis ich wieder richtig auf die Beinen sein werde. Deshalb möchte alle Mobbing-Angereisten grüßen und Ihnen wünschen, dass sie durch die Begegnungen und Gespräche gestärkt durch die Gemeinschaft der Gleichgesinnten in ihren Alltag zurückkehren mögen.

Eine kleine Info möchte ich weiterreichen, weil dass für mich signifikant ist, wie die ev. Kirche kritisches Denken, Reden, Hinterfragen und Handeln nachhaltig verhindert.
Im Mai habe ich sechs Themenvorschläge von unserem Arbeitskreis “Bibelausstellung” zum Kirchentag Leipzig 2017 eingereicht:
- unsere Ausstellung “Aufbruch zur Mündigkeit”
- dazu eine Diskussionsrunde anlässlich der Ausstellung mit der Fragestellung “Welcher Christ engagiert sich heute noch für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung?”
- Aufführung der Komposition meiner Frau zur Friedlichen Revolution 1989
- Vorstellung meiner Materialiensammlung für Schüler zum Thema Zwangssterilisation und Euthanasie
- Kneipengespräch zum Islam aus der Sicht eines ev.-luth. Pfarrers
- Kneipengespräch zum Mobbing in der ev. Kirche.

Ende Juli sollte der Bescheid eingehen. Im September rief ich an und wurde vertröstet auf Oktober. Heute rief ich wegen der Planungssicherheit an und erhielt die Nachricht, dass alle Gremien die vorgeschlagenen Themen abgelehnt haben. Ich bat um schriftlichen Bescheid.

Allen wünsche ich gesegnete Tage in Sondershausen
Edmund Käbisch



Webseite: www.dr-kaebisch.de


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zuletzt bearbeitet 26.10.2016 | Top

RE: Mobbing und Ausgrenzung in der Evangelischen Kirche - alles nur Übertreibung?

#2 von turmfalke , 26.10.2016 11:22

Lieber Bruder Käbisch! Lieber Joringel!

Der Deutsche Evangelische Kirchentag war seit Jahrzehnten ein unabhängig geleitetes Forum für den kritischen Gedankenaustausch. Der Ursprung dazu war die Notwenigkeit, die Spuren der Nazi-Diktatur aufzuarbeiten. Dann gab es im Westen Deutschlands die 68 er Bewegung. In dieser Zeit hat der Kirchentag maßgeblich die Stimmung im Lande beeinflusst und sogar auf die große Politik eingewirkt, z.B. als es um Sanktionen gegen Südafrika ging. In der DDR waren es u. A. die Regionalen Kirchentage, die die Friedliche Revolution von 1989 vorbereitet haben. Bekannt wurden Bilder, wie ein Schmied an einem Lagerfeuer vor Publikum ein Schwert in eine Flugschar umgeschmiedet hat.

Wenn diese kritische Auseinandersetzung auf Kirchentagen jetzt nicht mehr gewollt sein sollte, dann wäre das sehr betrüblich! Schade!

Man kann nur hoffen, dass diese Störung nur vorübergehend ist? Vielleicht liegt es am "Lutherjubiläum" ? Man will eben von höchster Stelle ein Christusfest, bei dem sich die Evangelische Kirche in friedlicher Harmonie mit allen gesellschaftlichen Kräften und in ökumenischer Zweisamkeit mit der katholischen Kirche vor den Augen der Weltöffentlichkeit von der besten Seite zeigen soll. Da stören vermutlich kritische Anfragen das Bild ):- 0( !

Vielleicht will man dann ja auch gar nicht stören bei soviel Harmonie!

Wir machen trotzdem weiter auf unseren Kanälen der Kommunikation. Deutschland ist ja dank vieler mutiger Leute, die dafür gekämpft haben, ein Land, in dem freie Meinungsäußerung noch erlaubt ist.

Herzlichen Dank für die wichtige Info!

Schöne Grüße!

Turmfalke


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