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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#16 von azalee , 12.02.2014 13:17

Vermieter, treten, schlagen, beschimpfen,drohen , lügen, machen Handyfotos, bauen Ausspähkameras an, werfen Steine in Form von verlogenen Bildzeitungsartikel nach . Vermieter in Deutschland machen das, auch die , die von der Kirche ein altes Pfarrhaus erworben haben!!
Stehen wir auf und prangern das an!
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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#17 von WGM , 20.02.2014 11:55

Liebe Leser,
Zum oben stehenden WGM-BERICHT “PFARRHAUS ZSCHERNITZ“
kamen einige Telefonrückmeldungen und mails . Letztere schon am 7. und 8. -konnte ich erst gestern Abend öffnen, technische Umwege wahrscheinlich.
Ich danke für Interesse und Zustimmung, auch für die weiterführenden Fragen.
Es macht Mühe, die Fülle des Stoffes zu bändigen.
Alles schreit ja nach Aufklärung und wenn das gelingt, ist es gut so.

In der Mobbingarbeit wird immer wieder empfohlen TAGEBÜCHER mit allen Einzelheiten
zu fertigen. Meine Erfahrung ist, daß Mobbingbetroffene oft nicht mehr in der Lage sind,
so aufzuschreiben, daß es medizinisch, juristisch oder anderweitig Bestand hätte.
Das ist normal bei derart unnormalen Abläufen. Deshalb sollten Zuhörer mitschreiben und
diese Dokumentation erstellen.
Ich habe Richter erlebt, die das kritisiert haben als „Fremdwerk“ sozusagen und solche, die mit solchen Dokumentationen sogar den geladenen Mobber konfrontiert haben und sehr geschickt zu Aussagen veranlaßten, die sie niemals hatten machen wollen. Das war die hohe Kunst juristischer Gesprächsführung.

Welche Erfahrungen gibt es denn damit bei kirchlichen Verfahren? Will da mal jemand berichten?
Und welche Erfahrungen haben Betroffene in der Kirche mit Tagebuchschreiben?

weiter nochmal zur Zschernitzer Entmietung:
wenn Mobbing mit derartigen Straftaten gespickt ist wie hier, dann ist man auf solide Polizeiarbeit angewiesen.
Uns hat erschreckt, wie wenig da geschieht, was Gewalt unterbindet.
In Bad Düben z.B. finden regelmäßig Selbstverteidigungskurse für Frauen statt als Angebot der Polizei. Deshalb bin ich von polizeilicher Furchtlosigkeit ausgegangen bei der Konfrontation mit Gewalttätern, sollte es da auch ihnen ggü. körperlich bedrohlich werden.
Stattdessen bekomme ich zu hören: einige Kollegen haben Angst.
Eine solche Aussage deckt sich mit der mir bekannter Polizisten:“Wir sind zu alt für solche
Konfrontationen mit solchen Typen!“
Daß die Polizei SOS schreit, habe ich schon im Februar bei einem öffentlichen Vortrag der Polizeigewerkschaft gehört.
Jetzt am 19.02.14 titelt die Leipziger Volkszeitung (LVZ)
„ZU VIEL STRESS: JEDER ZEHNTE POLIZIST IN REGION LEIPZG KRANK
Widerstand gg. Stellenreduz. wächst auch innerhalb der schwarz-gelben Koalition.“
Daneben der Leitartikel:
„Innenminister Ulbig-der Verwalter des Mangels“ und auf Seite 4 geht es mit der Problematik weiter „Sachsen zahlt 11 Mio an Pensionen“. -1000 Polizisten können nicht mehr an den Arbeitsplatz zurück.

Als L. höchsten Angriffen ausgesetzt waren, stand zu lesen, daß die Polizei den Komplex „häusliche Gewalt“ nicht mehr bearbeiten will - mangelnde Kapazitäten.

WER DENN DANN?

Bürger auf zur Selbstverteidigung - In einem Ort südlich von Leipzig geschieht das schon:
in 14 Tagen 20 Einbrüche - das läßt Bürger nachts patroullieren.

Was ist die Lehr aus der Geschicht? : Zivilcourage und zeigt Gesicht!
Oder ?
In Zschernitz hätte geholfen, wenn die Nachbarn, die Gemeindeglieder, die Kollegen der FFW, das im Nachbarort installierte Polizeiduo, der Gemeindepfarrer, Bürgermeister,
die einfachen Bürger ausgemacht hätten: wir kommen täglich mal nachsehen, wir zeigen uns einfach nur. Alle sollen sehen, daß wir unsere bedrohten Nachbarn nicht alleine lassen.

Was bedeutet es Bürger zu sein?
Diese Frage müssen wir neu beantworten entsprechend der auftretenden Probleme.
Es ergeben sich neue Aufgaben und Herausforderungen.

WGM an DAVID-FORUM am 20. 02.2014

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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#18 von Robin , 03.05.2014 19:49

"Soll ich meines Bruders Hüter sein?" (1. Mose 4,9)

Liebe Mitlesende, die Ihr das Drama der gewalttätigen Entmietung in Zschernitz in unserer Kolumne verfolgt habt. Ich oder wir möchten Euch allen nun die erschütternde Nachricht mitteilen, dass der Ehemann von E.L. am Abend des 15. April in der neuen Bleibe bei Wittenberg plötzlich gestorben ist - an Herzversagen. Wir haben alle noch die Wendungen im Ohr, mit denen der Regionalbischof Dr. Johann Schneider im Bildzeitungsinterview bekannt gab, dass die Auseinandersetzungen um das Pfarrhaus, Privatsache der Eheleute seien und die Kirche, die ja das Haus zur Versteigerung freigegeben und die darin noch wohnenden Mieter überhaupt nicht informiert hatte, mit dem allen nichts mehr zu tun habe.
Damals hat Frau Professorin Dr. Gisela Kittel dem Regionalbischof einen Brief geschrieben, den sie jetzt, nach dem tödlichen Ausgang des Dramas, unserem Forum zur Veröffentlichung überließ. Er ist diesem Beitrag als angehängte Datei beigegeben. Der Regionalbischof hatte der Verfasserin zwar geantwortet, aber nur, um zu schreiben, dass er keine Antwort geben wolle um des "Seelsorgegeheimnisses" willen. So müssen wir also davon ausgehen, dass seine missverständliche, wenn nicht diffamierende Äußerung in dem fraglichen Interview von ihm auch so verlautbart worden ist.
Robin


Dateianlage:
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Brief an Regionalbischof Schneider blieb unbeantwortet.doc
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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#19 von turmfalke , 04.05.2014 17:36

Liebe Freunde in diesem Forums!

Die Nachricht vom Tod des Ehemanns von Pfarrerin Ellen L muss uns alle sehr bewegen. Sie macht traurig und angesichts der Vorgeschichte sprachlos.

Liebe Fr L.!

Ich möchte Ihnen mein Mitgefühl aussprechen. Wie kann man Sie trösten?

Wir wissen von den Umständen nur soviel, wie uns über dieses Forum mitgeteilt worden ist. Vielleicht ist das auch gut so.

Ich wünsche Ihnen Schutz! - und einige liebe Menschen, die Ihnen vertrauensvoll nahe sein können in diesen traurigen Tagen.

Ihr Turmfalke


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#20 von Joringel , 05.05.2014 17:45

Liebe Mitleser, mit großer Erschütterung habe ich diese Nachricht gelesen. Ich vertrete die Meinung: Mobbing ist sozialer Mord. Hier wird es auf traurige Weise sichtbar und fühlbar. Die verschiedenen Beiträge lassen auf systematische Bedrängnis schliessen, auf ein Trommelfeuer von Angriffen auf das, was man ein Leben im Grundvertrauen auf gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung nennen möchte. Und das mit Unterstützung von Verantwortlichen aus der Evangelischen Kirche. Was muss noch alles passieren, um endlich eine Selbstverpflichtung evangelischen Institutionen gegen Mobbing auf den Weg zu bringen? Ich glaube, wir können nur soviel tun, als den grossen Schmerz von E.L. zu verstehen und weiter gegen Mobbing der Evangelischen Kirche kämpfen, damit diese endlich aus ihrer Selbstzufriedenheit erwacht. Daher - liebe Leser, unterstützt unsere Bemühungen!
Joringel - traurig für E.L.


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#21 von Robin , 06.05.2014 20:25

Liebe Azalee! Deine Aufzeichnung weiß ich nicht zu öffnen. Kannst Du sie noch einmal schicken?
Robin


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#22 von dr.arndt , 07.05.2014 18:52

Liebe Azalee,

mir geht es jetzt ebenso wie Robin. Allerdings: als Dein Beitrag noch "frisch" war, habe ich ihn öffnen/überfliegen können. Als ich ihn nachlesen wollte, konnte ich ihn nicht mehr öffnen.

LG

Achim


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#23 von Rosmarie , 07.05.2014 21:30

Also mir geht es jetzt ebenso. Als der Beitrag "frisch" war habe ich ihn auch öffnen können. da sah die Anlage auch anders aus! was ist damit inzwischen geschehen???
LG Rosmarie


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#24 von WGM , 10.05.2014 09:08

Sa 8,10 "…vor lauter Feinden war kein Friede…."

Wer in Gedanken mit uns gehen will:
heute um 14.00 Uhr begleiten wir W. L. auf seinem letzten Gang.
Es wird uns allen gut tun, vorallem E. , seinem Sohn und all denen,
die in nächster Nähe und Zukunft mit ihm leben wollten,
daß alle, die wissen und fühlen, was geschehen ist,
daß die das Schwere ein bißchen mittragen aus der Ferne.

"…Sende dein Licht und deine Wahrheit…" - Ps 43,3

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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#25 von turmfalke , 10.05.2014 14:08

Danke für die Mitteilung. Wir sind in Gedanken und Gebeten mit dabei. Liebe Grüße! Turmfalke


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#26 von Joringel , 10.05.2014 14:34

Aus der Ferne schließe ich mich mit an. Meine Gedanken sind bei E.L. und ihrem Sohn sowie de engsten Freunden.
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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#27 von WGM , 15.05.2014 12:38

DANKE an alle für das Mitgefühl.

Es war ein beeindruckender Trauergottesdienst in einer sehr schönen Kirche
in dem kleinen Dorf bei Wittenberg.
Viel mehr Trauergäste als erwartet waren da, alle in feierlichem Schwarz oder
in der Uniform der FFW.
Weniger aus dem Dorf waren gekommen, aber viele aus den Stationen des Lebens von W.L. so auch die Musikfreunde,
zu denen er gehörte und anderen aus dem Abberufenen-Konvent.
Ein großes Blumenmeer um die Urne herum und viele gingen nach vorn, verneigten sich oder beteten,
grüßten dann auch die Ehefrau und den Sohn.
Zum Orgelspiel ertönten einige besonders schöne und strahlende Stimmen aus den Reihen.
Der Pfarrerin, einer einstigen Studienkollegin von E.L., konnte man sehr gut zuhören.
Sie fand die richtigen Worte. Sie schilderte den Lebensweg mit seiner hohen Tatkraft und Stärke,
mit Einsatz beim Kirchenbau hier in R., der Orgelrestaurierung , in der eigenen Familie mit Frau und Sohn.
Hand in Hand und Füreinandereinstehen. W.L. war ein starker Mann, der viel anpackte und viel schaffte.
Ein starker Mann mit einer sensiblen Seele.
Was ihm und seiner Familie dann ab März 2013 im Zschernitzer Pfarrhaus an Gewalt und Ignoranz zugefügt wurde,
konnte man an ihm ablesen- in seinem Gesicht und an seinem
Körper. Er wurde stiller und stiller, schmaler und schmaler .
Mir geht es so, daß ich immer wieder diese Bilder vor Augen habe und denke: niemals
hätte das passieren dürfen und sowas darf grundsätzlich nicht passieren.
Schon im Ansatz muß es unterbunden und gestoppt werden, damit der Schaden heilbar ist.
Es führte zielgerade in Krankheit und Krankenhaus . So kam es auch.
Es gab kurze Momente der Erholung, wenn man aus dem Haus für Tage flüchtete.
Aber es ist ja auch E.L.s Arbeitsort, man mußte immer wieder zurück. Auch die Tiere
mußten bedacht werden und vieles andere die Wohnung, Hab und Gut, Papiere, Dokumente , PC ,...
Die Pfarrerin machte mit ihren Worten darauf aufmerksam, daß L.s auf einen Leidensweg
gezwungen wurden, in eine Spirale der Gewalt gedrängt , was zu Lasten der Gesundheit
gehen muß. Besonders erschwerend , daß Kirche ihre Verantwortung nicht wahrnahm,
(daß die Polizei Mittel nicht ausschöpfte, daß Gemeinde und FFW -Kameraden schlicht
wegsahen oder nein sagten....)
Ein Leidensweg für W.L., zu dem ich sage: das darf nicht sein.
Für die Gesundheit und den Lebensmut sind solche Zusammenspiele verheerend.
Der Auszug war eine Flucht. Und ins neue Haus zu kommen erforderte neben der
Abwehr in Zschernitz auch dort ,rechtliche Erfordernisse zu erfüllen als Voraussetzung
zum Einzug. Welch eine Überbelastung!
Flucht in ein unrenoviertes Haus und beschränkte Mittel zur Instandsetzung-das bleibt schwierig.
Der einzige Vorteil: die tägliche, brutale Gewalt ist ausgeschlossen, die Angst kann sich mindern,
Chancen zur Erholung.

W.L. hat versucht mit altgewohnter Kraft die vorliegenden Aufgaben zu stemmen.
Die Signale des Herzens muß man da nicht immer oder nicht so hören.
Der Kampf des vergangenen Jahres hat viel Kraft gekostet. Eine einfache Umstellung
auf einen sanfteren Gang gelingt oft nicht, weil man garnicht versteht, daß man nicht mehr
der Mensch ist, der man vor all dem war, daß das alles eine sogar radikale Umstellung
erfordert.
Die Familie hatte neben den Aufgaben auch schöne Pläne, Musik,Konzerte, Kultur, eine Reise zum Hochzeitstag im Mai,
Verwandtenbesuche. Das sollte wieder Normalität herstellen, Entspannung, Freude.
Der Garten war schon zu Teilen bestellt und soll im Sommer Ernte bringen und einen gut gedeckten Tisch.
Schöne und gute Aussichten. Aber es war nach allem Erlebten , das ja nicht so einfach vorbei ist,
sondern immer noch sein Unwesen treibt, zu viel.

Die Pfarrerin sprach das Unrecht und Versagen an und würdigte dieses Leben von W. L. -
man hätte es nicht besser machen können. Danke dafür.
Wir werden W.L. vermissen, an ihn denken und ihn in Gottes Frieden sehen.

Beeindruckend auch, daß Frau und Herr B. als W.s Verwandte das letzte Foto, 2 Tage vor seinem Tod mit ihm und E.
dann im kleineren Kreis am Kaffeetisch überreichten, was die enge Verbundenheit zeigte.
Und E. fand die Kraft ,mit Tränen und Fassung Worte der Erinnerung auszusprechen und
den Dank an die Helfer in der Runde zu richten. Auch Sohn J. formulierte Worte für seinen Vater und einen Zuspruch.
All das hatte Tragkraft und viel Würde.

Wir sind traurig mit E. , J. und seinen Lieben, wir teilen die Erinnerungen an W. L.
und hoffen auf den höheren Frieden.


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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#28 von dr.arndt , 15.05.2014 18:40

Liebe WGM,

herzlichen Dank, dass Du uns durch Deinen Bericht an der Trauerfeier hast teilnehmen lassen.

Achim


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#29 von Joringel , 23.05.2014 23:50

Liebe Freunde,

ich habe den Bericht von WGM gelesen, und er hat mich sehr bewegt. WGM hat auch beschrieben, wie W.L. tapfer versucht hat, sich trotz der schrecklichen Erfahrungen psychisch und physisch zu behaupten, doch die Gratwanderung ist nicht gelungen. Das Maß an Gewalt und Vertreibung war größer als das Maß an innerer Stabilisierung. Das bedrückende Schicksal von E.L. und W.L. zeigt uns, dass wir mit unserem Tun und Unterlassen auch immer mitverantwortlich sind für das innere Gleichgewicht derjenigen, die unseren Lebensweg kreuzen. Ein Faustschlag ist schlimm, aber ein Lächeln und ein offenes Ohr haben oft die gleiche Kraft wie der Faustschlag, sie zielen aber in eine andere Richtung.
Bei der WGM möche ich mich bedanken, dass sie uns das Erlebte so differenziert und feinfühlig mitgeteilt haben. Es würde mich freuen, wenn die Berichterstatter mit dem Kürzel WGM der betroffenen Ehefrau E.L. weiterhin nahe sein könnten.
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RE: Entmietung: die neue Art des Mobbings in Zschernitz

#30 von WGM , 10.06.2014 15:02

Ja, diese Formulierung von Joringel trifft es:
"versuchen, trotz schrecklicher Erfahrung sich psychisch und physisch zu behaupten".
Das ist die Erfahrung: niedergedrückt zu werden und aufrecht zu bleiben,
geschlagen zu werden und nicht in die Knie zu gehen,
gestoßen zu werden und nicht umzufallen…..
Man kann auch sagen: mit einem Messer gestochen zu werden und nicht zu verbluten.
Es gibt die gern genutzte Rede vom "fallen, aber wieder Aufstehen".
Diese Erfahrung gibt es auch, es ist aber eben nicht dieselbe.

Sich behaupten, wenn man zur Zielscheibe vieler Missstände bei vielen wird -
das macht die besondere Schwere bei Mobbing aus.
Leymann hat den Unterschied gemacht von z.B. Mobbing und Mobbingspirale
Letzteres hat bei L.s vorgelegen. Damit sind sie keine Ausnahme. Davon können viele Mobbingbetroffene berichten.
Andere aber wieder nicht. Die konnten diese Spirale auf sich zukommen sehen und konnten sie vermeiden.
Sie konnten aussteigen. Das geht in bestimmten Konstellationen.
L.s gehören zu denen, die konnten bzw. mußten es auch erkennen, aber die Spirale nicht verhindern, in die sie hineingezogen worden.
Sie sind nicht von allein dahineingegangen. Sie sind gezogen worden.
Hier ist einiges nicht dokumentiert worden, von Fällen des Hineinziehens in die Mobbingspirale, weil es einfach zu viel war.
Da sagt z.B. wieder einer nach einem Vorfall oder Missstand : "Da mußt du klagen!".
Das ist vom Rechtsgebahren durchaus so vorgesehen, wird aber eben auch zum Mobbing,
wenn man in Situationen gedrückt wird, die ein Rechtsverfahren nach dem anderen zur Folge haben.
Dann lebe ich nicht mehr mein Leben, sondern das von anderen, was andere aus meinem Leben machen.
"Da mu0t du zur Polizei gehen." ist auch so eine logische Schlussfolgerung, die zum Mobbing wird, wenn man das täglich tun soll.
Ich zitiere nochmal Leymann: "Eine Unverschämtheit ist eine Unverschämtheit. Tägliche Unverschämtheiten sind Mobbing".

"versuchen, sich trotz schrecklicher Erfahrung psychisch und physisch zu behaupten"- das zu noch können, ist die eine Erfahrung
und das nicht (mehr) zu vermögen ist die andere.
Genauer gesagt: es gibt Kräfteverhältnisse , die nicht im Gleichgewicht stehen.
Es muß ein Gleichmaß der Kräfte hergestellt werden, damit Mobbingabwehr eine Chance hat.
Das haben L.s versucht, wie viele andere Mobbingbetroffene, die ich kenne.
Die zuständigen Kräfte haben aber ihre Aufgaben nicht erfüllt.

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