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Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#1 von dr.arndt , 17.03.2014 19:54

Liebe Freunde,

die Neinstedter Anstalten widmen sich seit Jahrzehnten als christliche und diakonische Einrichtung geradezu vorbildlich und begrüßenswert der Versorgung von Schwerstbehinderten.

Darüberhinaus wollen sie sich noch intensiver für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der gesundheitlichen Situation ihrer Mitarbeiterschaft einsetzen, weshalb ihr Vorstand im Herbst 2013 beschlossen hat, "ein Betriebliches Gesundheitsmanagement" zu etablieren, was hier authentisch nachzulesen ist:

http://www.neinstedter-anstalten.de/neui...smanagement-420

Wir als D.A.V.I.D. e. V. begrüßen und beglückwünschen die Neinstedter Anstalten zu diesem Neubeginn! Wir beglückwünschen die NA dazu, dass sie zwei externe Partner gewinnen konnten:

nämlich die Hochschule Magdeburg - Stendal und die AOK Sachsen-Anhalt:

Wir sind aus naheliegenden Gründen sehr gespannt, ob und wie die Umsetzung dieses "anspruchvollen Projekts" den Neinstedter Anstalten gelingt. Sollte es misslingen, würden wir von hier aus Hilfe anbieten und die NA in Sachen Mobbingabwehr tatkräftig und sachkundig unterstützen.

Ihr/Euer

Achim


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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#2 von Joringel , 18.03.2014 11:01

Liebe Freunde,

der Schritt zu einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement in den Neinstedter Anstalten ist sehr zu begrüßen. Wie allgemein bekannt ist, ist die Gefahr von Mobbing in sozialen Einrichtungen besonders groß, was wiederum einen signifikanten Krankenstand nach sich ziehen kann. Insofern kann man es nicht hoch genug schätzen, wenn eine Institution aus diesem Spektrum sich eigens um ein Gesundheitsmanagement bemüht. Sicherlich geht davon auch eine Signalwirkung auf andere Institutionen aus. Mehr noch - eine zufriedene und ausgeglichene Mitarbeiterschaft, die in einem Milieu der Wertschätzung ihrer Arbeitskraft wirken kann, hat die beste Motivation, auch mit den von ihr betreuten Menschen vorbildlich umzugehen.
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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#3 von Robin ( gelöscht ) , 19.03.2014 11:13

Liebe Freunde!
Ich habe bislang noch kaum etwas von den "Neinstedter Anstalten" gehört. Wir kennen in meiner Umgebung nur Bethel oder Eben Ezer. Welch eine Tradition haben diese Anstalten? Wer sind und waren die Leitenden? Und: Wenn denn hier nun ein Neubeginn gemacht werden soll, was war davor? Vielleicht bekommen wir in diesem Forum noch etwas mehr Informationen?
Robin

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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#4 von Rosmarie , 19.03.2014 12:04

Lieber Robin, liebe DAVID-Freunde,
die "Neinstedter Anstalten" sind wohl schon über 170 Jahre alt und gehen zurück auf eine Stiftung. Sie betreuen dort etwa 1000 Pflegebedürftige und sind mit rund 850 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in der Region. Auch zur DDR-Zeit hat diese Einrichtung eine wichtige Arbeit gemacht. Sie versteht sich so, dass sie ihre Arbeit im Geiste des Evangeliums leistet und eine geistlich wirkende Diakonische Gemeinschaft ist.
In meiner Heinmatkirche (EKHN) liegt eine vergleichweise Einrichtung "Scheuern". Mein Konfirmandenpfarrer ist damals (vor mehr als 50 Jahren) immer mit den Konfirmandengruppen dorthin gefahren. Das habe ich noch heute sehr eindrücklich in Erinnerung. Und das wurde mir jetzt Alles wieder sehr bewußt, als ich vor einigen Tagen die Möglichkeit hatte, mir kleine Teile von den "Neinstedter Anstalten" anzusehen. Ich war sehr beeindruckt von der gepflegten, warmen und wohltuenden Atmosphäre, die ich in den Wohngruppen erlebte. Die aufgeschlossenen, freundlichen Mitarbeiter und der liebevolle Umgang mit den Kranken hat mir sehr gefallen. Nachdenklich bin ich wieder zuhause angekommen, voller Hochachtung für die schwere Arbeit, die diese Menschen an ihrem - unseren Nächsten -tuen.
LG Rosmarie


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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#5 von dr.arndt , 19.03.2014 22:35

Lieber Robin, liebe Rosmarie, liebe Freunde,

Aufgabenbereich, Struktur und geschichtliche Entwicklung der Neinstedter Anstalten, kurz "NA" genannt, hat Rosmarie gut beschrieben. Die NA haben sich in der Behindertenbetreuung/Versorgung über die letzten Jahrzehnte erhebliche Verdienste erworben. Dafür sind sie in Fachkreisen bekannt und anerkannt.

Überraschend, neu und geradezu vorbildlich ist jedoch das Engagement der NA, mit ihrem neuen Projekt auch das Wohl der eigenen Mitarbeiter in den Focus zu nehmen. Das beruhigt ungemein, müssen wir uns -wenigstens jedenfalls soweit es die NA betrifft - künftig keine Sorgen und Gedanken mehr machen müssen.

Euer

Achim


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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#6 von Joringel , 23.03.2014 09:55

Lieber Achim,
man darf über solche positiven Nachrichten nicht ganz die problematischen Seiten vergessen. Immerhin arbeiten da ein paar Hundert Menschen. Das geht ja gar nicht ohne Konflikte. Und da ist ja die Frage, wie wird das gelöst? Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass im Neinstedter Boten zwar die Wahl zur MAV gemeldet wird, aber es findet sich kein einziger Name, keine einzige Telefonnummer dieser Arbeitnehmervertretung. Ohnehin wird immer wieder geklagt, dass die MAV gegenüber der Leitungsebene in allen kirchlichen Bereichen nur eine sehr schwache Position hat verglichen mit den Gewerkschaften in der freien Wirtschaft. Manche sprechen über die MAV von einem "zahnlosen Tiger". Mit einem solchen Tier hat man ja direkt Mitleid, aber noch schlimmer ist es, wenn solche Institutionen auch noch von der Leitungsebene instrumentalisiert werden. Ich fände es super, wenn die Neinstedter neben dem Gesundheitsmanagement auch hier eine Vorreiterrolle spielen und für mehr Akzeptanz, Transparenz und Unabhängigkeit der MAV sorgen könnten.
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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#7 von Joringel , 24.03.2014 12:05

Liebe Rosmarie,
ich komme noch einmal auf Deinen Bericht zurück. Du warst sehr beeindruckt von der Arbeit der Mitarbeiter in den Neinstedter Anstalten. Wenn man so etwas hört - und auch wie die Würde der Menschen zu DDR-Zeiten gewahrt wurde - dann denkt man schnell: Mensch, das könnte ich aber nicht. Deshalb dachte ich, ob das unten stehende Bonhoeffer-Zitat zu dieser Arbeit paßt, denn es geht ja hier um's Tun:

Nicht das Beliebige,
sondern das Rechte tun und wagen,
nicht im Möglichen schweben,
das Wirkliche tapfer ergreifen,
nicht in der Flucht der Gedanken,
allein in der Tat ist Freiheit.
Tritt aus dem ängstlichen Zögern heraus
in den Sturm des Geschehens,
nur von Gottes Gebot und Deinem Glauben getragen,
und die Freiheit wird Deinen Geist
jauchzend umfangen.


Leider weiß ich nicht, aus welchem Text das Zitat stammt.
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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#8 von azalee , 24.03.2014 12:24

Nach außen sieht mal wieder alles sehr harmonisch aus- auch das Bemühen um das Wohl der eigenen Mitarbeiter Wenn man interne Abläufe nicht kennt, könnte man glatt begeistert sein!
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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#9 von azalee , 24.03.2014 12:27

Ihr Lieben, ich habe 1971/72 im Hause "Rungholt " gearbeitet vor meinem Studium. Das ist ein Evangelisches Heim für geistig Behinderte ( Stadtmission Halle /S) . Viel kleiner als die NA. Ich kenne solche kirchlichen Heime auch von innen.
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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#10 von Joringel , 26.03.2014 10:19

Liebe Azalee, ich habe noch einmal über Deinen letzten Beitrag nachgedacht. Ich glaube, das Problem ist nicht, dass es hinter der Fassade anders aussieht als es nach Außen scheint. Ich befürchte, dass so eine Diskrepanz unvermeidlich ist bei Institutionen, die sehr stark an Werten orientiert sind bzw. diese Werte nach Außen kommunizieren. Man muß also mit Dissonanzen und Problemen rechnen. Doch jetzt kommt es darauf an, wie damit umgegangen wird. Ist ein starker Wille da, so etwas nicht zuzulassen? Oder ergreift jemand Partei für Wahrheit und Gerechtigkeit? Hinzu kommt noch das Fehlverhalten des Bossings. Wenn das Fehlverhalten ganz bewußt auf Anweisung von oben geschieht, übermäßige Kontrollen angeordnet werden, die Arbeitsleistung des Betroffenen permanent abgewertet, seine Fragen grundsätzlich nicht beantwortet und seine eigenen inhaltliche Beiträge nie zugelassen werden, dann wird dieses Verhalten zum Instrument der Personalführung mit Auswirkungen bis ganz nach unten. Dann herrscht das Prinzip nach oben buckeln und nach unten treten. Ein solches System ist zwar leicht zu handhaben, aber letztendlich ist es Gift für eine Institution, bei der es um hilfsbedürftige Menschen geht, ganz zu schweigen von einem christlichen Selbstverständnis.
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RE: Erfreuliches aus Neinstedt! Betriebliches Gesundheitsmanagment

#11 von azalee , 26.03.2014 17:08

Liebe Joringel,
wohl wahr, was Du schreibst über die Dissonanzen . Genau dies habe ich erlebt. Ich arbeitete dort in diesem Pflegeheim in den 70 er Jahren und kannte Kirche damals noch nicht so richtig "von Innen" . Ich war erschrocken damals über den häufigen Streit und über gewisse Modalitäten. Mobbing und Bossing- diese Worte kannten wir gar nicht. Und ein bewußtes Mobbing, wie ich es heue in dieser zeit erlebe, fand nicht statt. Die Kirche hatte eine andere Position. Aber trotzdem : WIE mitunter mit den (schlecht bezahlten ) Mitarbeitern, die harte Arbeit mit primitiven Hilfsmitteln zu leisten hatten, umgegangen wurde.....


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Was tun gegen Mobbing? Neinstedter Anstalten Betriebliches Gesundheitsmanagement

#12 von Joringel , 31.03.2014 13:01

Liebe Mitdenker,
gibt man bei Google unter Bethel auch den Begriff Mobbing ein, kommt man auf eine Dienstvereinbarung, die Mobbing und Diskriminierung unterbinden soll. Bethel hat eine eigene Brochüre dazu herausgegeben. Darin wird auch das "Wegsehen" thematisiert. Auch die Dienstvereinbarung selbst ist veröffentlich. Gibt man Neinstedter Anstalten und Mobbing ein, erscheint eine solche Hilfestellung nicht. Mobbing wird lediglich im Zusammenhang mit einer psychiatrischen Tagesklinik erwähnt. Also, wenn die Neinstedter Geschäftsleitung das im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements anstrebt, kann sie sich auf gute Vorarbeit stützen. Sie braucht das Rad nicht neu zu erfinden. Aber natürlich muß man eine solche Hilfestellung für bedrängte Mitarbeiter wollen.
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RE: Was tun gegen Mobbing? Neinstedter Anstalten Betriebliches Gesundheitsmanagement

#13 von Joringel , 01.05.2014 13:54

Liebe Neinstedter und Nicht-Neinstedter, hat denn wer irgendwas gehört, was denn nun dieses Gesundheitsmanagement bewirkt? Tut sichh denn irgend etwas? Oder ist das Ganze nur eine Neinstedter-Boten-Ente?
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RE: Was tun gegen Mobbing? Neinstedter Anstalten Betriebliches Gesundheitsmanagement

#14 von Theo , 07.05.2014 19:49

Neues aus Neinstedt?

Liebe Joringel,

das, was ich so aus und von Neinstedt beobachten kann, sieht nicht so aus, als würde das hochgepriesene "Gesundheitsmanagement" der Neinstedter Anstalten zur Anwendung kommen.

Zum einen schweigen sich die Neinstedter Anstalten darüber aus, wie denn ihr revolutionäres "Gesundheitsmanagement" konkret aussieht: wann kommt es weshalb und wie zur Anwendung? Das weiß kein Neinstedter, eigentlich niemand. Mich würde interessieren, ob das "Gesundheitsmanagement" auch Anwendung findet, wenn ein Mitarbeiter unter psychosozialem Stress am Arbeitsplatz leidet, neudeutsch auch als Mobbing bekannt.

Zum anderen macht mich nachdenklich, dass die Neinstedter Anstalten darüber schweigen, ob und wie sich ihr "Gesundheitsmanagement" seit seiner Einführung bewährt hat.

Schweigen, Schweigen .... und sonst nichts.

Immerhin beredtes Schweigen, weil es offensichtlich nichts zu sagen gibt.

Theo

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RE: Was tun gegen Mobbing? Neinstedter Anstalten Betriebliches Gesundheitsmanagement

#15 von Joringel , 07.05.2014 21:13

Lieber Theo, Danke für Deine Beschreibung des Ist-Zustandes. Tatsächlich klingt alles auch etwas steril, was auf der Homepage veröffentlicht wird. Ob das Jahresfest am 11.05.14 .mehr Klarheit bringt ? Immerhin wird Diakon Jaekel wohl ueber einige Innovationen berichten. Warum übernimmt diese Aufgabe eigentlich nicht Herr Zwick, der doch der Leiter ist? Falls Du Theo die Chance hast, da ei zusein, werden wir uns über jede Information freuen, aber auch von anderen Neinstedtern, die ja wohl auch wissen möchten, wohin die Reise geht und was es mit dem Gesundheitsmangament auf sich hat.
Joringel


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Eine Absage an den so genannten Ungedeihlichkeitsparagraphen
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