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RE: LEIPZIG IM LICHT UND DUNKLEN SCHATTEN

#16 von azalee , 17.10.2014 15:33

]"Nikolaus Schneider ist auch nur ein Mensch, darum wird das was er sagt, nicht falsch, wenn er an anderer Stelle anders handelt"--????????[


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RE: LEIPZIG IM LICHT UND DUNKLEN SCHATTEN

#17 von turmfalke , 17.10.2014 23:13

Liebe WGM! Liebe Azalee!

Wir drei haben manches gemeinsam: Wir haben als Mobbingopfer schlimme Dinge erlebt. Wir sind dabei verletzt worden. Dadurch sind wir in besonderem Maße immer wieder von Neuem verletzbar geworden. Und: Wir haben uns mutig gegen das erlittene Unrecht gewehrt.

Ich habe dabei aber für meine Person gemerkt, dass mein " Kampf" Grenzen haben muss. Ich kann mir nicht alles Leid dieser Welt so zu Herzen nehmen, als wäre es mein eigenes Leid. Und ich kann nicht so dagegen ankämpfen, als wäre es meine Aufgabe, das Paradies auf Erden herzustellen. Wenn ich das versuchen würde, würde ich mich damit überfordern und würde daran zerbrechen.
Deshalb versuche ich immer wieder, ein bisschen sanfter zu argumentieren und ein wenig abzuwiegeln.

Als Beispiel dieser kleine Ausschnitt aus unserer Debatte hier auf dieser Seite:

WGM am 14.10. an Turmfalke:
"Allerdings führt Franziskus einiges vor an Haltung und von evangelischer Seite hat Nikolaus Schneider vor einiger Zeit etwas gesagt, was ich unterstreiche und viele Jahre selber mehr und jetzt weniger praktiziert habe: die Ausgegrenzten, Armgemachten, Kranken, Schwachen, Beladenen suchen und aufsuchen. Das muß die Rolle der Kirche sein, sagte N. Schneider".

Daraufhin brach Protest über WGM herein. Joringel und andere berichteten davon, dass Nikolaus Schneider vor Jahren selber aktiv in seiner Landeskirche in schwere Mobbingfälle verwickelt gewesen war oder zumindest nichts dagegen getan hat. WGM hat uns daraufhin glaubhaft erklärt, dass sie davon nichts gewusst habe, als sie N. Schneider zitiert habe.

Darauf habe ich mich bezogen, als ich meinen Satz schrieb.

Am 16.10. antwortet Turmfalke:
"Für Nikolaus Schneider gilt natürlich, was für uns alle gilt: "Er ist auch nur ein Mensch. Und wenn er im Sinne Jesu etwas Gutes sagt, dann wird das nicht dadurch falsch, dass er an anderer Stelle anders handelt." ( Zitat nachträglich etwas geglättet)

Heute am 17.10. kommentiert Azalee:
"]"Nikolaus Schneider ist auch nur ein Mensch, darum wird das was er sagt, nicht falsch, wenn er an anderer Stelle anders handelt"--????????["

Liebe Azalee: Ich wollte nur sagen: "Was Schneider da gesagt hat, stimmt mit Franziskus überein und vor allem mit der Botschaft Jesu, wie WGM richtig gesagt hat (Bergpredigt oder in Mt. 25, Gleichnis vom Weltgericht). Was Schneider gesagt hat gilt, weil es richtig ist, auch dann, wenn er in seinem eigenen Handeln dagegen verstoßen haben mag.

Dabei stockt mir der Atem: Dies ist ein öffentliches Forum. Gut möglich, dass Nicolaus Schneider selber vorbeischaut und mitliest - oder einer seiner Mitarbeiter.

Unsere Aufgabe ist es, die Opfer dieser Welt gegen Unrecht zu verteidigen, soweit wir das können. Und wir haben auch das Recht, uns selber zu verteidigen, soweit das sinnvoll ist und die Kräfte reichen. Aber was wir tun können, bleibt Stückwerk. Das Paradies wieder herzustellen, möchte ich lieber Gott überlassen.

Euer Turmfalke


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RE: LEIPZIG IM LICHT UND DUNKLEN SCHATTEN

#18 von WGM , 18.10.2014 11:56

Hallo Turmfalke,
es kommt drauf an, was man als Paradies versteht und verstehen muß aufgrund der Lage, die einem bereitet wird.
(Sage nicht, daß jeder seines Glückes Schmied wäre, daß wäre wieder unzutreffende Rede für die Sachverhalte bei Mobbing u.ä. Es sind ja gerade andere, die da schmieden.)
Ich habe heute ein Interview mit Götz Werner wiedergefunden, wollte es hochladen, was aber nicht gelang.
Es beginnt mit der Frage: "Kann es das Paradies auf Erden geben?" Natürlich sagt er ja, weil er erkennt, daß Gerechtigkeit Freiheit, Chancen durch die Entkopplung von Lohn und Arbeit ermöglicht werden.
So ähnlich habe ichs auch herausgefunden als mich das Mobbing und die bösen Folgen vor Jahren zum tieferen, unermüdlichen Nachdenken über diese Gesellschaft , Gott und die Welt zwangen.
Ein einfache Grundbeobachtung ist ja, daß Unsummen ohne Arbeit sich an Stellen häufen und kein Kreislauf entsteht, wo es doch nur klappen kann, wenn Geld sich bewegt .

Es kommt darauf an, was einer unter Paradies versteht. Nach Deiner Vorstellung ist es ein Begriff für eine Sache, einen Zustand, eine Vision, eine Zukunft ? , die Gott den Menschen
bereitet. Jetzt ? Später? Für wann ist das vorgesehen? Nach dem Tod? Wenn es ein schrecklicher Tod nach einem schrecklichen Leben war, was wir ja ringsum sehen, dann
sind Paradiese oder Himmel oder Leben nach dem Tod sehr tröstlich. Es kann aber auch makaber und sehr lebensfeindlich sein.
Es ist doch so, daß außer Mobbingbetroffene noch ganz viele andere Menschen
dringendst darauf angewiesen sind, daß an paradiesischen Zuständen zu Lebzeiten
gearbeitet wird. Und da meine ich nicht zuerst die Fernen, ich meine den Himmel für Nahe auf dem Stückchen Erde Deutschland, weil ich sehe, daß sich immer mehr finden,
dieses Stück zur Hölle zu machen für immer mehr Menschen.
Wir oder viele fallen unter die Räuber. Als Räuber auch Staat und Kirche. Sie vergreifen sich an Armgemachten, Kranken , Alten, an denen, wo man immer noch was rausquetschen kann und das auch tut, wenn da nichts mehr geht UND STRAFKATALOGE
ERSCHAFFEN HAT FÜR DIESEN FALL DES UNVERMÖGENS. Kannst Du Dir das vorstellen?
Es wäre paradiesisch würden aufmerksame Gerechte in samaritanische Verhaltensweisen verfallen. D.h. vor akuter Zerstörung, Leid usw schützen.
In der Geschichte waren die Räuber weg vom Tatort als der Helfer kam.
Das ist der Unterschied: der Tatort Deutschland ist durchsetzt mit ihnen, immer und überall sicht- und spürbar am Werke, paradiesisches Stückwerk zu vernichten.
Es gilt , sich mit diesen Räubern in Staat und Kirche anzulegen, sie zu entlarven, sogar sie zu entmachten. Sie sind derart verstrickt, daß ich es der großen Mehrzahl nicht mehr zutraue, das alles von allein zu unterlassen.
Wärest Du gezwungen, das alles am, Beispiel des Abwasserterrors ,der bundesweit läuft
und noch so manchen überraschen wird, zu erfassen, würdest du begreifen, daß hier nicht nur Räuber sondern Wahnsinnige zu stoppen sind, die auf ihren Opfern herumtrampeln
und vor Augen, die sich nicht ablenken lassen oder verschließen, schänden.
Von Kirche bin ich das ja nun schon lange gewöhnt, daß aber der jetzige sog. demokratische Staat mit Gesetzeskonstrukten und Machtmißbrauch Fallstricke auslegt,
derer sich kaum einer entwinden kann, ist höchst gefährlich und fordert die Bürger zur offenen Aufstellung.

Schneider : Er hatte Aufgabe und Verantwortung in hoher Position und Vorbildwirkung.
Das ist mehr als „ auch nur ein Mensch zu sein“, was ja bedeutet, daß man dem Menschen an sich in seiner Begrenzung viel nachsehen muß, weil der Mensch an sich nicht perfekt ist. Es geht um Amtsführung und Aufgabenerfüllung in solch einer Position.
Was hat er da wie gemacht? Und wenn es zum schweren Schaden war, fragt man nach
Absicht oder nicht? Und dann nach Selbstkritik, Reue und Umgang mit den Geschädigten.
Wenn er hier liest, kann er sich äußern.
Und dann muß er auch z.Kts. nehmen, daß für mich Wort und Tat authendisch sein müssen, um dem Menschen ansich zu glauben. Allgemeine Wahrheiten kann jeder hinausposaunen und muß nichts davon gut meinen.

Du beschreibst Deine verbliebene Kraft. Das kann ich Nachvollziehen, weil es mir selbst auch oft so geht. Es gibt eine Schwäche als Krankheitsfolge, die bei allem Willen nicht zu überwinden ist, sondern auf langsamen Kraftzuwachs angewiesen ist.
Deine „Sanftheit“ allerdings und Dein Verlangen „abzuwiegeln“ ist falsch.
Damit verstärkt sich der Schaden für Opfer, und Täter unterstützt es.
Falschen Respekt vor Kirchenämtern und sog. Würdenträgern registriere ich schon ewig
innerhalb der Kirchen. Furchtbar!
Falscher Respekt ist ein Thema für sich.
Gerade vor 2 Wochen konnte ich kurz auf dem Bildschirm erhaschen, daß sich die Katholischen mal aufgeschwungen haben , ihren Bischof Marx ob seiner Worte auszulachen. Sie nahmen ihm nicht ab, daß er „leidet“ ob irgendeines Missstandes
in seiner Kirche. Er kam wenigstens erstmal ins Stocken und Stottern.

Ich glaub, ich werde anläßlich dieses Diskussionsstranges nochmal die „Entmietung im Pfarrhaus Zschernitz „ hochholen und vom Versuch des Richters erzählen, die Mobber
mit Sanftmut, Verständnis und und Berücksichtigung ihrer Interessen an weiteren Gewalttaten hindern zu wollen.

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Schadenersatz nach Mobbing
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