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Martha - Vorstellung

#1 von Martha , 29.04.2015 11:56

Hallo, ich habe mich heute angemeldet. In meine Biographie habe ich folgendes eingestellt und hier noch kurz ergänzt:

"Seit März letzten Jahres als Quereinsteiger in einer großen Innenstadtkirche als Verwaltungsangestellte mit Mesneranteil (Vertretung des 1. Mesners wenn er nicht da ist) angestellt, zuerst befristet, jetzt unbefristet mit 15 h/Woche. Pfarrerin äußert sich zufrieden mit meiner Tätigkeit.

Zuerst war der Kollege, der im übrigen nicht nur mit mir Schwierigkeiten hat, sondern auch mit anderen Menschen und man hatte mich ja auch vorgewahrnt, sehr nett und hilfsbereit, zeigte mir alles, doch nach kurzer Zeit geschah folgendes:

Verbreitung von Lügen über mich (ich würde schwarz arbeiten, würde mich über andere Menschen beschweren, würde nicht ans Telefon gehen .... - was alles nachweislich nicht stimmt);
Infos werden mir vorenthalten;
Dinge, die für die Arbeit nötig sind (Schlüssel, Gutscheinblocks, Codenummern für Schlösser oder den DienstPC .... ) sind nicht da, wo sie sein sollen oder ich wurde nicht über den Ort der Aufbewahrung oder den Code ansich informiert;
Anfragen danach per SMS oder Tel. werden nicht beantwortet;
bei Fragen kann es sein, dass ich auf vorige oder künftige DIenstbesprechungen verwiesen werde oder höre: "Dazu sage ich jetzt nichts".

Zuerst nahm ich es hin, verständigte die Pfarerin nur im "Notfall"; dann versuchte ich es mit Konfrontation - das ging garnicht, nun versuche ich es mit "gelassen" bleiben, was mir nicht so recht gelingen mag.

Die Pfarrerin versuchte zu beruhigen, mahnte Gelassenheit an und erklärte, wie oft sie schon was gesucht habe. Denn begann sie, die Arbeitsbereiche zu entzerren, was auch auf eine Verminderug meines liturgischen Dienstes hinauslief, den ich so gern tat, auch mit ihm zusammen, aber es ging halt nicht!
Aber an den Schnittstellen unserer Arbeit gibt es immer wieder Probleme. Kontakt ist nur per Mail möglich und über die Pfarrerin.

Wir hatten deshalb Teamsupervision, ich kam nach dem ersten Termin meiner Selbstverpflichtung nach (d. h. er bekam all die Infos, die er während des Termins sich wünschte mit detailierten Angaben), worauf die Supervisorin uns Beide hinwies, der Kollege nicht.

Mittlerweile habe ich Angst vor ihm, denn ich weiß nie, was kommt, er kann überaus freundlich sein bis hin zu völliger Ignoranz meiner Person. Ich gehe nicht mehr in den Gemeindegottesdienst aus Angst vor einer Begegnung und vor über zwei Wochen wurde ich krank geschrieben, weil ich mit körperlichen Symptomen (Kreislaufproblemen, Übelkeit, Geräusche im Ohr) reagierte.
Nun habe ich solche Angst vor dem zweiten Supervisionstermin, dass ich heute nacht nicht schlafen konnte, Herzrasen habe und weine, wenn ich mir das vorstelle. Ich habe die Pfarrerin darüber in Kenntnis gesetzt.

Bis Morgen bin ich krank geschrieben, danach habe ich Urlaub und ich beginne dann um den 10. Mai wieder und weiß nicht, wie das werden soll. Es ist viel Arbeit liegen geblieben, Termine jagen einander ....

Und nun bin ich hier gelandet. Mobbing oder nur eine Auseinandersetzung zwischen Kollegen?
Ein Bekannter aus dem KV erzählte mir, dass der Kollege Angst um seinen Job habe, weil er halt nun nicht mehr alles auf den anderen schieben kann.
Und ein bekannter Pfarrer meinte, das sich nichts ändern wird (also Abmahnung etc.), weil "Kirchens" keinen Rechtsstreit will.
So werde ich mir über kurz oder lang wohl eine andere Tätigkeit suchen müssen.

So weit zu mir. Seit über 30 Jahren bin im Beruf und hatte noch nie ernsthafte Probleme mit anderen Kollegen. Und eine auch in der Kirche beschäftigte Bekannte sagte mir: "Nun, da wird es langam Zeit".

Mehr Daten möchte ich (noch nicht) von mir offenbaren."

Ist etwas lang geworden. An diejenigen, die sich Zeit genommen haben, das zu lesen, herzlichen Dank!

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RE: Martha - Vorstellung

#2 von turmfalke , 29.04.2015 13:21

Liebe Martha!

Schön, das Du zu uns gefunden hast. Ich habe Deinen Bericht aufmerksam gelesen. Deine Geschichte ist nicht untypisch. So etwas passiert leider immer wieder, auch - oder vielleicht sogar gerade - bei Kirchens.

Ob es klassisches Mobbing ist oder "nur" ein Konflikt, müssen wir nicht entscheiden. Schlimm ist, dass Du darunter leidest.

Wie gut, dass du erst einmal einige Tage Zeit hast, um Abstand zu gewinnen. Wenn du dich ein wenig erholt hast, bekommst du vielleicht auch wieder mehr Kraft, um über deine Anliegen mit Leuten in der Gemeinde vertrauensvoll zu sprechen. Du musst aber sehr genau auswählen, wem du Dich anvertraust. Das Du das Gespräch mit der Pfarrerin gesucht hast, war bestimmt richtig gewesen. Ohne sie geht nichts.

Eine Methode des Mobbing ist Isolierung. Wenn es dir gelingt, das abzuwenden und aus der Vereinzelung herauszutreten, bist Du schon einen großen Schritt weiter!

Alles Gute!

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RE: Martha - Vorstellung

#3 von Achim , 03.05.2015 13:59

Liebe Martha,

auch ich möchte Dich bei uns, wenn auch etwas spät, herzlich in unseren Reihen willkommen heißen! Ich denke, dass Du schon einige der 45 Mobbingkriterien Leymanns schlüssig geschildert hast. Aber, ich denke, dass es auf die Einordnung als "Mobbing" gar nicht so sehr ankommt, wie unser Turmfalke ja auch schon mit folgenden Worten beschrieben hat: " Ob es klassisches Mobbing ist oder "nur" ein Konflikt, müssen wir nicht entscheiden. Schlimm ist, dass Du darunter leidest."

So sehe ich es zunächst auch und verstehe, dass Du in dieser unserer Öffentlichkeit nicht mehr konkret schildern möchtest. Davon abgesehen halte ich es für richtig, dass Du "per gelben Schein" (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) eine "Auszeit" bekommen oder genommen hast, - vielleicht sollte man über eine Verlängerung nachdenken?

Wir können Dir im Moment folgendes anbieten:

Wir unterhalten hier in unserem Forum eine geschlossene Rubrik "aktuell Betroffener", die nur für "handverlesene Mitglieder" sichtbar und zugänglich ist. Dort können zur Zeit nur rund vier aktuell Betroffene lesen und schreiben und die Vorstandsmitglieder unseres Vereins. Wenn Du daran interessiert bist, lass´es mich bitte hier wissen. Ich würde Dich dann für dieses interne Forum nach Rücksprache mit den bisherigen Betroffenen und dem Vorstand freischalten.

Bist Du vielleicht auch über Skype erreichbar? Könnte mir für diesen Fall vorstellen, dass wir Dich zu einer unseren künftigen Skype-Vorstandssitzungen einladen, was ich allerdings noch nicht mit meinen Vorstandskollegen abgestimmt habe.

Persönlich können wir uns alle Anfang November in Eisenach anlässlich unseres diesjährigen Jahrestreffens kennenlernen, liebe Martha.

Du wirst von uns hoffentlich keine Wunder erwarten, Du darfst zunächst aber wenigstens erwarten, dass wir Dir sorgfältig zuhören und Dich mit unseren Erfahrungen vertraut machen.

Der erste Schritt könnte der sein, dass Du uns hier das Signal gibst, an unserem geschlossenen Forum der "aktuell Betroffenen" teilnehmen zu wollen.

Ich bin zwar nicht gar so schnell wie unser Turmfalke , behalte Dein Schicksal aber zuverlässig im Auge.

LG

Achim










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RE: Martha - Vorstellung

#4 von Martha , 04.05.2015 17:49

Hallo Achim, hallo Turmfalke,

Danke für Eure Unterstützung. Den Vorschlag, aus der Isolation hervorzutreten habe ich beherzigt und mit einer Bekannten aus der Gemeinde, die auch im KV ist, ganz konkret wegen meiner Krankschreibung gesprochen. Mal sehen, was geschieht! Wegen meiner Ankündigung, dass ich Mitte Mai wieder da sein werde, und wenn es mich wieder gesundheitlich zu sehr belastet, ich mich krank schreiben lasse, hörte ich nur, dass dies auch nicht die Lösung sei. Das stimmt, aber welche Lösung gibt es?

Über Skype bin ich leider nicht erreichbar. Aber die Teinahme am geschlossenen Forum würde ich gerne - soweit Alle damit einverstanden sind - teilnehmen. Danke für das Angebot!

Und ich bin froh, dass ich Euch gefunden habe und jemand da ist mit Verständnis und nicht nur abwiegelt mit: "Man kann halt nichts machen", "Das ist schade" oder "Wir können ihn doch nicht entlassen". Das weiß ich auch alles und ich will ja auch nicht, dass der Kollege entlassen wird, aber ich will auch nicht, dass er Lügen über mich erzählt und durch sein Verhalten meine Arbeit erschwert wird....

Lieber Gruß
Sonja

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RE: Martha - Vorstellung

#5 von Achim , 05.05.2015 13:58

Liebe Sonja,

nur ganz kurz: selbstverständlich ist " Krankschreiben" keine echte und dauerhafte Lösung. Aber für einen überschaubaren Zeitraum kann es durchaus sinnvoll sein, sich eine "Auszeit" zu nehmen, um sich su sammeln und zu sortieren.

LG

Achim


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RE: Martha - Vorstellung

#6 von Achim , 13.05.2015 15:20

Liebe Sonja,

habe Dich soeben für unser geschlossenes Forum der "aktuell Betroffen" freigeschaltet, das Du jetzt auch sehen solltest, wenn ich alles richtig gemacht habe.

Dort können nur die "aktuell Betroffenen" lesen und schreiben und unser fünfköpfiger Vorstand, mit dem wir jüngst Dein Schicksal besprochen haben.

Unsere dort zugelassenen "Aktuellen" sind dort seit ca. einem halben Jahr nicht mehr sonderlich aktiv, was daran liegen mag, das wir uns zwischenzeitlich auch direkt austauschen.

Wenn Du magst, schreib´dort mehr von Dir.

Ich denke, dass wir dort, abseits der Öffentlichkeit, ins Gespräch kommen werden.

Und dann noch: wir können uns Anfang November bei unserem Jahrestreffen in Eisenach alle persönlich kennenlernen.

LG

Achim


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RE: Martha - Vorstellung

#7 von wilfried , 06.06.2015 22:39

Hallo Martha,


eben habe ich mich endlich durch Deine Vorstellung gelesen.
Wie schon angesprochen; Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nehmen Dich aus der Schußlinie und geben Dir zeit, dich zu organisieren.

Und Du solltest alles, was Dir so "Seltsames" widerfährt, in einem "Mobbingtagebuch" aufschreiben, Ort, Zeit, Zeugen, Umstände.
Schreib es Dir von der Seele. Dann kannst Du es auch vergessen und nur notfalls darauf zurückgreifen. Das befreit Dein Hirn vom Grübeln oder hilft wenigstens.

Vielleicht sollte ich mich auch mal für das "geschlossene Forum" bewerben ...


Ich drücke Dir fest die Daumen, daß Du die Verhältnisse begradigen kannst.

Wilfried

 
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