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RE: HSP - Versuch einer Definition

#16 von turmfalke , 05.07.2014 09:39

Ja, Liebe WGM ! Gut, dass du noch mal geschrieben hast! Es ist eine Wechselwirkung. Es gibt eine genetische Ursache und es gibt die Verstärkung von HS durch Erfahrungen. Beides bedingt sich gegenseitig. Natürlich auch zum Guten: Ein Kind, dass in frühen Jahren immer sehr gute und sehr sauber gespielte Musik hört, entwickelt ein Gefühl dafür. Ebenso aber können negative Erfahrungen wie Mobbing gerade einer HSP besonders schwer schaden. Die Empfänglichkeit für Einflüse von außen ist einfach besonders groß. Deshalb sind HSP auch besonders gefährdete Menschen. Ich möchte aber jetzt aufhören, darüber zu reden. Mehr hab ich zum Thema nicht zu sagen. Viele Grüße! Turmfalke


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RE: HSP - Versuch einer Definition

#17 von Janchen , 05.07.2014 10:00

Zitat
Unsere Gesellschaft hat noch nicht gelernt, für diese besonders begabten Menschen auch passgenau zugeschnittene Lebensmöglichkeiten zu eröffnen. Das führt bei vielen hochsensible Menschen zu einem schlimmen Leiden. Dann wird Hochsensibilität zu einer Krankheit, obwohl es eigentlich eine Gabe Gottes ist.



Nein - unsere Gesellschaft hat sie verdrängt. Unsere aufgeklärte Gesellschaft und die Kirche - beide tragen sie Schuld daran.

Alle Mystiker des Christentums waren Hochsensible und die Verdrängung der HSP wird diese Gesellschaft zunehmend entchristlichen - von Gott entfernen! Jörg Zink schreibt dazu Folgendes - aus "Dornen können Rosen tragen":

Und in allen Jahrhunderten gilt ebenso wie heute: Wer Wege der Mystik zur Irrlehre erklärt, aus welchen Gründen auch immer, sollte wissen, dass er damit in eine furchtbare Gesellschaft von Rechthabern, Gewaltherrschern, Blutrichtern, Folterknechten, Inquisitoren und sonstigen religiösen und anderen Gangstern gerät.


Zitat
In den meisten Kulturen, so Aron, hätten Highly Sensitive Persons ihren angestammten Platz, sie seien die eine von zwei Führungs-Klassen. In alten Zeiten seien sie Priester oder sogar königliche Berater gewesen, während die anderen sich als Herrscher und Krieger hervortaten. Heute aber, so Aron , „erobern in den westlichen Kulturen die Nichtsensiblen immer mehr Terrain. Sie verdrängen uns." So seien bis vor wenigen Jahren noch Berufe wie Arzt, Richter und Lehrer vorwiegend von Highly Sensitive Persons besetzt gewesen. „Jetzt aber werden wir überall an den Rand gedrängt." Eines der letzten Refugien sei der Therapeuten-Beruf; in der forschenden Psychologie hätten sich die „Krieger" schon lange durchgesetzt.


Für das Verdrängen der Highly Sensitive Persons bezahle jede Gesellschaft einen hohen Preis. „Die Krieger und Herrscher brauchen uns, damit wir sie vor ihren oftmals zu impulsiven Entscheidungen schützen." Nicht umsonst besäßen alle modernen Staaten neben den Herrrschafts-Organen auch Instanzen wie die Verfassungsgerichte, in denen vorwiegend Highly Sensitive Persons einen Ausgleich zur nackten Macht schaffen. „Noch ist das so," sagt Aron, „aber auch das ändert sich."

Ebenso wie die berufliche Position der Highly Sensitive Persons hängt auch ihr gesellschaftlicher Rang von der jeweiligen Kultur ab. Aron zitiert gerne eine kanadische Studie, die Schulkinder in Kanada mit solchen in China vergleicht. In China wird demnach den Hochsensiblen von den Mitschülern höchste Achtung entgegen gebracht, während sie in Kanada ganz unten in der Hierarchie der Schulklasse stehen.


aus die Supersensiblen

...


Römer 1,17 ... Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben steht: "Der Gerechte wird aus dem Glauben leben."


Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

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RE: HSP - Versuch einer Definition

#18 von turmfalke , 05.07.2014 10:22

Liebe Janchen! Natürlich hast du Recht mit dem Zitat von Aron.

Eine ausgewogene Gesellschaft braucht beides: Die empfindsamen Menschen und die nervenstarken und handlungsorientierten Menschen. Da fast niemand beide Eigenschaften in einer Person vereint, sind die verschieden begabten Menschen gegenseitig aufeinander angewiesen.

Aber ich für meine Person möchte wirklich jetzt mit dem Thema aufhören.

Viele Grüße! Turmfalke


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RE: HSP - Versuch einer Definition

#19 von Janchen , 05.07.2014 19:16

Tut mir leid, musst auch nicht darauf eingehen, aber stehen lassen kann ich das so nicht.

Zitat


Eine ausgewogene Gesellschaft braucht beides: Die empfindsamen Menschen und die nervenstarken und handlungsorientierten Menschen. Da fast niemand beide Eigenschaften in einer Person vereint, sind die verschieden begabten Menschen gegenseitig aufeinander angewiesen.



1. HSPs haben keine schwachen Nerven
2. handlungsorientiert hat nichts mit Sensibilität oder Nicht-Sensibilität zu tun

Ich bspw. bin eine emphatische HSP - genau genommen gehöre ich zu den INFPs. Ich bin pragmatisch, analytisch, kreativ, perfektionistisch - habe Führungseigenschaften, kann also führen und zwar ohne Manipulation und bin dabei auch durchaus eine "Antreiberin". Ich bin sowohl erfolgs-, als auch lösungsorientiert. Und ich finde immer Lösungen. - Was ich nicht kann und sogar ablehne - mich verbiegen und dabei nach oben kratzen und nach unten treten. Ich hasse Schleimerei, Lug und Betrug, Heuchelei. - Ich bin jemand, der gern den Finger in die Wunde legt. Nein, nicht gern - es passiert einfach, weil ich sehe woran es liegt und manchmal gezwungenermaßen mich genötigt sehen, aufzustehen und den Mund aufzumachen. - Es macht niemand anderes. Und vielleicht ist das meine Berufung - ein Eckstein zu sein, der andere daran erinnert, dass es auch anders geht und vor allem gehen soll.

Nach außen bin ich für die meisten Menschen eine taffe starke Frau. Noch dazu eine, die auch noch lachen würde, wenn das Haus brennt (wurde mir mal gesagt). Wahrscheinlich bin ich auch stark. Und wahrscheinlich wären viele an meiner Stelle mit meinem Leben gescheitert. Denn seitdem lebe, habe ich ständig irgendwelche Baustellen und das ganz ohne mein Zutun. Die stehen einfach immer vor mir und wollen gemeistert werden.

Mein Sensibilität ist es, die mich mehr sehen - hören - empfinden - verstehen lässt. Nur musste ich erst lernen, das zu erkennen und dann damit umzugehen. Dabei hat mich niemand an die Hand genommen und mir geholfen. Das Erkennen war ganz und gar meine Sache. Aber Gott hat mir den Weg gezeigt - da war mal ein Satz, ein Buch, eine plötzliche Erkenntnis, eine Eingebung, andere Menschen. Es war niemand aus der Kirche! Traurig genug! Meine Sensibilität macht mich stark, denn Herzenswärme ist die stärkste Kraft überhaupt!

Mein Sohn hatte es da wesentlich leichter. So wie ich lernte, gab ich es an ihn weiter. Er ist ein kluger HSP - ein Legatheniker, den seine erste Lehrerin in eine Förderschule abschieben wollte. Diesen Monat beendet er seine Ausbildung zum Erzieher! Das war eine Lebensaufgabe für mich. Und so wie ich lernte, zu erkennen, was sein schulisches Problem war - so begann mein Weg in der Psychologie.

Was ist ein INFP ?
I = (woher kommt die Energie) Introversion - von innen
N = (Wahrnehmung über die Sinne) inuitiv
F = (Entscheidungen treffen) fühlen
P = grundsätzlicher Stil - auf Input eingestellt

...steht in ständigem Kontakt mit seiner Innenwelt, er ist vielleicht derjenige, der sich am stärksten nach innen wenden kann und gleichzeitig seine "Antennen" immer ausgefahren hat (ist bei mir so). Viele emphatische HSPs gehören zu diesem Typ. Nach Keirsy (1990) kommt dieser Typ nur sehr selten vor, K. geht davon aus, dass nur ein Prozent der Bevölerung diese Persönlichkeit besitzt.

Der INFP gehört zu den Träumern und seine grundlegenden Werte bestimmen sein Leben. Er sucht nach Idealen und vergisst zuweilen darüber sein eigenes Leben und Wohlbefinden. Diesen Menschen ist es wichtig, andere in Harmonie zusammenzubringen und auf ein lohneswertes Ziel auszurichten. Dabei spielen finanzielle und persönliche Vorteile kaum eine Rolle......... INFPS bevorzugen Tätigkeiten, die die Welt zu einem besseren Ort für alle Menschen machen. Man findet sie z.B. als Berater, Lehrer, Künstler, Journaisten, Psychologen, religiöse Erzieher, Sozialwissenschaftler, Schriftsteller, Theologen, Juristen und in vielen anderen Berufen, wo Gerechtigkeit und Werte sowie helfende Elemente zu finden sind.

entnommen aus dem Buch "Hochsensitiv: Einfach anders und trotzdem ganz normal". Empfehlenswert!


Leider hatte ich nicht das Glück, als Kind an die Hand genommen zu werden und den richtigen Weg für mich gezeigt zu bekommen. Die einzige, die sich darum gekümmert hätte, war meine Katechetin - die ging weg als ich 11 Jahre alt war. Ich wollte damals Katechetin werden. Aber ich war zu ruhig, um auf mich selbst aufmerksam zu machen.


Lieber Turmfalke, HSP sind nicht nervenstark? Schau Dir mein Leben an.....


....


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RE: HSP - Versuch einer Definition

#20 von turmfalke , 07.07.2014 11:57

Liebe Janchen!

Warum kannst Du nicht mal etwas so stehen lassen, wie es gesagt ist?

Ich wollte mit meinem Beitrag, den Du zitierst, nur antworten auf dein Zitat von der amerikanischen Fachfrau Aron. Ich wollte damit die gleiche Aussage stützen, die Du ins Netz gestellt hast. Aron unterscheidet zwischen Priester und Krieger. Ich unterscheide zwischen empfindsamen Menschen auf der einen Seite und nervenstarken und handlungsorientierten Menschen auf der anderen Seite. Das meint das Gleiche, was Fr Aron auch sagt.

Dabei ist nicht gesagt, dass empfindsame Menschen gleichzeitig nervenschwach sind und einen Mangel an Handlungsorientiertheit aufweisen. Und auch habe ich nicht gesagt. Dass nervenstarke Menschen gleichzeitig unempfindlich sind. Das eine ist nicht das Gegenteil des anderen. Sondern beide Seiten sind verschieden und ergänzen einander, wenn es gut läuft. Wenn es nicht zu dieser Ergänzung kommt, fehlt etwas in der Gesellschaft.

Du gehörst allerdings offensichtlich weder klassisch in die eine Kategorie noch in die andere, weil sich in deiner Person beides miteinander verbindet. Auch das gibt es. Alle Menschen sind verschieden! Gott sei Dank!

Deinen Bericht über dich selbst finde ich eindrücklich.

Was diese schon wieder neue Abkürzung INFP bedeutet, hat sich mir allerdings nicht erschlossen. Wahrscheinlich ist es wieder die Abkürzung für einen amerikanischen Begriff, dessen vollen Wortlaut du nicht nennst.

Du schreibst sehr viel über dich selbst. Überlege bitte, ob du das an dieser Stelle so weitermachen willst. Ich denke, dafür ist nicht das öffentliche Forum da, sondern die Einzelberatung oder die private Mail an einzelne ausgesuchte Gesprächspartner.

Ich jedenfalls werde im offenen Forum nicht so persönlich über mein eigenes Persönlichkeitsprofil sprechen. Unsere Gegner lesen mit. Und es wäre nicht gut, wenn sie erkennen, welche Person sich hinter welchem Forumsnamen verbirgt. Die Gegner werden sonst Aussagen, die wir freiwillig über uns selber machen, nur gegen uns verwenden.

Deshalb weitere Aussagen später in einer PM!

Viele Grüße noch einmal! Turmfalke


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RE: HSP - Versuch einer Definition

#21 von Janchen , 07.07.2014 16:33

Lieber Turmfalke,

aber Dein Text suggeriert, dass HSPs nervenschwach sind.

Und mir ist es ziemlich egal, was andere sehen oder auch nicht. Die meisten wollen eh nur sehen, was ihnen in den Kram passt.

LG Jani


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RE: HSP - Versuch einer Definition

#22 von turmfalke , 08.07.2014 07:59

Hallo Janchen! "Die meisten wollen eh nur sehen, was ihnen in den Kram passt!" Ist das bei dir denn anders? Viele Grüße! Turmfalke


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RE: HSP - Versuch einer Definition

#23 von Janchen , 08.07.2014 08:51

Zitat von turmfalke im Beitrag #22
Hallo Janchen! "Die meisten wollen eh nur sehen, was ihnen in den Kram passt!" Ist das bei dir denn anders? Viele Grüße! Turmfalke


Nun, da würde ich mal sagen, dass Du mich nicht kennst. Schade, denn meist kann man viel zwischen den Zeilen lesen. Aber vielleicht kannst Du mir verraten, woran Du das festmachst. Denn schließlich urteile ich nicht. Erkenne aber Zusammenhänge.

Und nein, ich will nicht sehen, was mir passt - sondern sehe ganz gut.

...


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