Wie gefährlich ist Donald Trump?

#1 von Joringel , 12.08.2018 18:23

Ja, Leute, es gibt tatsächlich ein Buch mit diesem Titel, das wohl schon vor einem Jahr in den USA erschienen ist. Das Buch enthält 27 Stellungnahmen aus Psychiatrie und Psychologie von namhaften Psychologen und Psychiatern in den USA. In der SZ vom 4./5. August 2018 wurde angekündigt, es solle am 06.August auf Deutsch erscheinen. Bemerkt hat Joringel davon nichts, weder in den Nachrichten, noch auf Internetportalen, aber vielleicht weiß einer von Euch mehr darüber? Vielleicht gibt es juristische Schwierigkeiten? Bei dem allgegenwärtigen Amazon taucht jedenfalls dieser Titel, herausgegeben von X. Lee Bandy, nicht auf. Die SZ druckte einige Auszüge vorab, von denen ich nur zwei zitieren will.

1.Pathologischer Narzissmus: Ein eingeschränktes Urteilsvermögen führt zwangsläufig dazu, dass das eigene Handeln in erster Linie reaktiv ist, es ist nicht geplant.Wenn nicht anderes mehr zählt als Aktionen, die den eigenen Status aufrecht erhalten - das heißt, die Überzeugung etwas ganz Besonderes zu sein, (zumindest in der eigenen Vorstellung), - dann spielen die Realität, äußere Umstände und Tatsachen keine Rolle mehr. Infolgedessen ist das, was ein Präsident, der an pathologischem Narzissmus leidet, Tag für Tag und Stunde um Stunde von sich gibt, häufig einzig davon bestimmt, was sich führ ihn am besten anfühlt, und nicht davon, was das Beste ist fürs Land. Craig Malkin, Klinischer Psychologe, Harvard Mediacl School

2. Die Kriecher um ihn
Es ist festzuhalten, dass die Anhänger des Tyrannen, und insbesondere die Speichellecker in seinem engsten Kreis, dazu neigen, seinen Charakterfehler zu teilen. Der kriecherische Hallraum, der den Tyrannen umgibt, vergrößert seine Pathologie, aber verbirgt sie auch. Seine Stellvertreter dienen gewöhnlich als Ich-Ersatz für sein tobendes ES und sind für die Einführung und Durchsetzung seiner zerstörerischen Pläne auf eine Art und Weise verantwortlich, die der Öffentlichkeit mutmaßlich rational und akzeptabel erscheint.
Ihre Rolle wird mit der Zeit in dem Maße wichtiger, als er psychisch dekompensiert, was bei narzisstischen Psychopathen, die in Positionen äußerster Macht sind, unvermeidlich geschieht. In dem Maße, wie seine Paranoia, Großmannssucht und Impulsivität wachsen, tun seine Berater, Familienangehörigen und Stellvertreter, die um ihre Positionen und oft auch um ihr Leben bangen, alles, um das Bild seiner "Normalität" und Größe bis zum bitteren Ende der Öffentlichkeit gegenüber aufrechtzuerhalten.
Elizabeth Mika, Psychotherapeutin und pädagogische Beraterin, Chicago

Sehr beängstigend, wenn man bedenkt, wie viel Macht dieser Mensch hat. Und noch ein Hinweis an die, die denken, es gehört nicht hierher: Rassismus und Frauenverachtung und permanente Verunglimpfung von Armen, die ihr Überleben in den USA suchen oder die Herabwürdigung der freien Presse sind im weitesten Sinn auch Mobbing und besonders bedrohlich, weil hier Macht und unendlich viele Geld im spiel sind.


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zuletzt bearbeitet 12.08.2018 | Top

RE: Wie gefährlich ist Donald Trump?

#2 von turmfalke , 13.08.2018 00:07

Lieber Joringel!

President Trump ist sehr gefährlich! Das zeigt sich gerade zur Zeit in der Eskalation zwischen ihm und dem türkischen Presidenten Erdogan.

Man darf gespannt darauf sein, was dieses Buch noch alles bringen wird. In den USA ist es wohl schon erschienen. Zumindest habe ich von ähnlichen psychologischen Deutungsmustern schon gehört.

Bald nach der Amtseinführung gab es z.B. im Fernsehen zu sehr später Stunde eine Dokumentation zu seiner Familiengeschichte:

Der Großvater ist aus Deutschland ausgewandert, nach Kalifornien gegangen in eine Gegend, in der es damals noch einen Goldrausch gab hat. Anstatt selber anstrengend nach Gold zu graben, hat er einen Puff aufgemacht und so den erfolgreichen oder auch den weniger erfolgreichen Goldgräbern ihre Schätze auf leichte Weise aus der Tasche geluchst. Damit hat er den Reichtum der Familie begründet.

Sein Sohn also Vater Trump hat das so verdiente Geld durch Immobiliengeschäfte vermehrt. Seine Frau war eine Schottin mit strengem calvinistischen Hintergrund. Sie war Vater Trump aber als Partnerin zu stark und nicht anschmiegsam genug. Deshalb hat er sich von ihr scheiden lassen.

Donald Trump hatte einen älteren Bruder. Als er soweit war, hat der Vater ihm als Startkapital für eigene Geschäfte einen baufälligen Wohnblock und eine schöne Summe Geld geschenkt. Der Sohn, Donalds Bruder, setzte das Geld ein, um den Wohnblock zu sanieren. Das gefiehl dem Vater nicht. Er hätte es lieber gesehen, wenn er damit einen zweiten maroden Wohnblock gekauft hätte. Der Vater hat dem Sohn darufhin seine weitere Unterstützung entzogen und ihm den jüngeren Bruder Donald systematisch vorgezogen. Der ältere Bruder erlitt daraufhin geschäftlichen Schiffbruch und ist schließlich früh gestorben.

Donald Trump hatte dagegen die volle Unterstützung seines Vaters, musste sich aber dem psychisch schädlichen Einfluss seines Vaters gegenüber öffnen nach dem Muster: "Du musst ein böser Egomane werden wie ich, sonst verlierst du meine väterlicher Anerkennung". z.B. musste der junge Donald auf eine militärische Eliteschule für Offiziersanwärter. Dort hat ihn der Vater regelmäßig besucht und ihm immer wieder neue bezahlte Mädchen mitgebracht, um sie vor den Kameraden als Freundinnen vorstellen zu können. Kein Wunder, dass er kein partnerschaftliches Verhältnis zu Frauen aufbauen kann. Als aber die Gefahr bestand, dass Donald in den Vietnamkrieg geschickt werden könnte, da hat der Vater ihn schnell wieder aus dem Militär herauslöst.

Donald Trumps Tochter Ivanka folgt dem gleichen Muster: Als Nachfolgerin und starke Nachwuchskraft im Familienunternehmen musste sie ihm zur Verfügung sein im Wahlkampf und dann als engste Beraterin. Als Bonus dafür durfte sie ihren berühmten Namen und die Zugehörigkeit zur Familie geschäfltlich für sich nutzen für ein lukratives Label. Sie durfte z.b. miliardenschwere Verträge mit chinesischen Produktions-Firmen abschließen, obwohl der Vater schon vor hatte, gegen China einen Handelskrieg anzuzetteln. Es heißt aber neuerdings, dass Ivanka mit dieser Firma wirtschaftlich baden gegangen ist, weil die Amerikanerinnen nun doch die teuren Waren mit dem Trumplabel nicht für soviel Geld kaufen wollen - oder können. Ivanke wird es überstehen mit finanzieller Hilfe des Vaters. Beim Vater in Ungnade zu fallen, würde sie aber schwer beschädigen.

Bin gespannt wie die Geschichte weitergehen wird. In Kürze haben wir aber in den USA die Zwischenwahlen. Dann werden Kongress und Senat neu gewählt. Da bleibt zu hoffen, dass seine Unterstützer die Mehrheit verlieren werden und er es dann sehr viel schwerer haben wird, seine skurielen Projekte durchs Paralment zu bringen und zu verwirklichen. Der President der USA ist ja kein Kaiser und auch noch kein Diktator.

Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass sich das Problem irgendwann von selbst löst. Aber bis dahin kann er noch viel Schaden in der Welt anrichten.

Schöne Grüße!

Turmfalke


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RE: Wie gefährlich ist Donald Trump?

#3 von Panama , 13.08.2018 10:00

Zu beiden Beiträgen:
"Ich verstehe nicht, wie dieses Land ihn dorthin bringen konnte. Ich bin jetzt 87 Jahre alt. Am Ende von Trumps Amtszeit werde ich 91 sein. Die Vorstellung erschreckt mich. Aber glauben Sie mir: Ich werde alles tun, um diese historische Entgleisung zu überleben."
Toni Morrison: "Trump ist ein rassistischer Vollidiot" - Interview / Suttgarter Zeitung / 24. Mai 2018
Es kann jeder/jede ausrechnen, wie alt er/sie selbst sein wird...hoffentlich gibt's nur eine Runde...Trump wird auch älter, auch wenn er sich auf seinen Golfplätzen weltweit fit hält...
PS: Es scheint, dass das Buch in übersetzter Form in keinem europäischen Land bis jetzt veröffentlicht wurde. Für das Geld kaufe ich aber trotzdem lieber weitere Bücher von T. Morrison oder Kollegen/Kolleginnen von ihr... Sollte das Trump-Buch demnächst auf den Markt in Europa kommen, wird die freie Presse ausgiebig darüber berichten. Wir bleiben also wachsam.

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RE: Wie gefährlich ist Donald Trump?

#4 von Joringel , 13.08.2018 11:39

Vielen Dank für die Beiträge. Es ist wirklich erschreckend, was Turmfalke aus dem Gedächtnis zitiert hat. Trumps Bruder war bekanntermaßen alkoholkrank. Trump soll gesagt haben, er habe wohl keinen Killerinstinkt gehabt. Dieses Wort habe ich erst neulich wieder im Zusammenhang mit seinem Wahlkampfmanager gelesen, der jetzt vor Gericht steht. Jorinde und Joringel hatten jetzt Besuch aus den USA. Die Schwiegereltern sind sehr religiös und glühende Trumpanhänger. Ich fragte sie, wie sich denn Religiosität mit Trump's eigenem Benehmen, seinen Umgang mit Frauen und farbigen Bürgern verträgt? Sie antwortete: "Das kann ich mir auch nicht erklären, aber wir vermeiden das Thema Politik, sonst kommen wir nicht mehr zusammen." Sie befürchtet aber, dass die Phalanx der Republikaner erhalten bleibt, dass der einfache Bürger davon begeistert ist, dass Trump auch macht, was er sagt.
Im Übrigten sagte sie, dass ihr Aufenthalt in Deutschland sehr prägend für sie war und dass sie gerne möchte, dass ihre Kinder auch Deutsch lernen. Sie kam damals über ein parlamentarisches Austauschprogramm.
Es grüßt Joringel


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RE: Wie gefährlich ist Donald Trump?

#5 von Robin , 17.08.2018 13:25

Vielleicht verstehen einige Amerikaner allmählich besser, wie die Deutschen zu Hitler gekommen sind. Man muss nur die niedrigsten Instinkte wecken, Hass sähen, sich und die eigene Nation als armes Opfer ganz böser Nachbarn hinstellen und als Ausweg proklamieren, dass das eigene Volk endlich zu Ehre, nationaler Größe und Revanche aufwachen soll. Beklemmend ist, wie solche Psychopathen das Böse in die Herzen von bis dahin unscheinbaren und gleichgültigen Leuten säen und zu auflodernden Feuern bringen können.
Ob wir Deutschen heute gefeiter sind? Oder wiederholt sich am Ende alles immer wieder und überall?
Robin


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