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Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#1 von Matze , 24.11.2016 22:48

Liebe Forum Freunde,
das hat mich doch heute echt umgehauen was ich hier in unserer Walsroder Zeitung lesen musste. Wie kann man denn so einen Artikel veröffentlichen, wenn selbst hinten den Toren der evangelischen Kirche es so viele betroffene gibt, die hier selbst ein großes Leid über sich ergehen lassen mussten. Jeder der in seiner beruflichen Stellung bei Kirchen so etwas miterlebt hat, wird sich hier an den Kopf fassen und sich Fragen: GEHEN WIR BEI KIRCHEN EHRLICH MITEINANDER UM ! Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt und man sollte vorher einmal darüber nachdenken was man so von sich gibt.

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RE: Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#2 von Joringel , 25.11.2016 14:08

Offen gestanden - ich empfinde den Zeitungsartikel als totalen Quatsch. Ich habe eher die Befürchtung, dass er von jemand geschrieben wurde, der nicht in der Lage war, die Argumente des Bischofs (ich kenne sie auch nicht) zu verstehen. Ich hoffe, es ist keine offizielle Pressemitteilung der Evangelischen Kirche, das wäre ja eine Superblamage und Anbiederung an diejenigen, die unentwegt von Lügenpresse reden. Übrigens ist das Wort auch schon bei der amerikanischen Rechten angekommen. Das sah ich neulich im Auslandsjournal. Enttäuschung erlebt - ja, aber man muss trotzdem immer bei einer differenzierten Argumentation bleiben. Das meint

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RE: Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#3 von Robin , 01.12.2016 18:34

Ehrlich gesagt, habe ich nicht begiffen, gegen wen der Bischof zielt. Stellt er sich auf die Seite von Pegida oder gegen sie. Welche gesellschaftlichen Eliten haben so drastisch gelogen?
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RE: Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#4 von turmfalke , 01.12.2016 19:15

Lieber Robin! Joringel! Matze!

Der sehr knappe Artikel ist wohl nur eine schnell hingeschriebene Zusammenfassung. Ich denke Matze denkt vorallem daran, dass er im Zuge der Probleme in Bad Fallingbostel im vergangenen Sommer miterleben musste, dass man auch innerhalb der Kirche bei vielen Reden nicht leicht erkennen konnte, wer da die Wahrheit sagt und wer nicht.

Kirche verliert die Glaubwürdigkeit zu prophetischen Reden nach außen, wenn sie sich nicht auch im Umgang mit den eigenen Leuten glaubwürdig verhält.

Ein anderes Beispiele fiel mir heute in die Hände: Es ist ein Beitrag bei epd ( Evangelischer Pressedienst) vom 30.11. mit einem Bericht über die großen und wohl auch notwendigen Worte des ersten Theologen der Bremischen Evangelischen Kirche und zugleich des Friedensbeauftragten der EKD.

"Leitender Theologe Brahms: Hetze und Mobbing nicht zulassen
Bremen (epd). Bremens leitender evangelischer Theologe Renke Brahms hat zum Widerstand gegen Hetze, Mobbing und Populismus aufgerufen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Parolen auf den Straßen in Gewalt gegen Menschen umschlagen", forderte Brahms am Montagabend bei einem Empfang zum neuen Kirchenjahr, das am 1. Advent begonnen hat. Er verwies auf die Bedeutung der Sprache im Zusammenhang mit der Reformation vor fast 500 Jahren. Damals habe Martin Luther die deutsche Sprache im Gottesdienst durchgesetzt: "So konnten Menschen aller Bildungsschichten die Bibel lesen oder zumindest verstehen."
Sprache sei bis heute entscheidend, betonte Brahms. "Wie wir miteinander und übereinander reden, prägt unser Zusammenleben. Und deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Sprache verroht." Genauso wenig dürfe zugelassen werden, "dass unser Geist vernebelt wird durch die Vereinfacher und Realitätsverweigerer unserer Tage".
Auch Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) machte sich Sorgen wegen der wachsenden nationalen und populistischen Bewegungen in Deutschland und Europa. Er habe noch nie so viel Hass und Aggressionen in gesellschaftlichen Debatten erlebt: "Beschimpfungen, Bedrohungen, Übergriffe." Dagegen müssten Gesellschaft, Kirchen und Senat gemeinsam angehen, sagte Bremens Regierungschef in der überfüllten Ratskirche Unser Lieben Frauen. Solidarität, Integration, Respekt, Offenheit und Vielfalt dürften nicht verdrängt werden.
Bremens ehemaliger Bürgermeister Jens Böhrnsen, jetzt Reformationsbotschafter der bremischen Kirche, ergänzte, die Reformation rufe zu konkretem Handeln auf: "Für Mitmenschlichkeit, für Menschen in Not, für soziale Gerechtigkeit, für religiöse und weltanschauliche Toleranz, für den Dialog der Religionen, für Demokratie."
Reformation in der Gegenwart bedeute auch, dort Widerstand zu leisten, wo Menschen und Freiheitsrechte mit Füßen getreten würden. "Freiheit braucht Mut. Freiheit als wertvolles Gut muss erkämpft und behütet werden." Kirchenpräsidentin Edda Bosse sagte, in den Veranstaltungen zum Reformationsjahr in Bremen gehe es zentral um die Begriffe Freiheit, Migration und Verantwortung.
Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger ergänzte aus journalistischer Sicht, die Reformation sei die "erste Medien-Revolution der Welt", weil sie aufgrund der massenhaften Verbreitung des gedruckten Wortes erfolgreich gewesen sei. Öffentlichkeit sei die Voraussetzung für eine gesellschaftliche Debatte, die mobilisiere und Veränderungsdruck schaffe. Und: "Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der Qualität von Medien und der Qualität der öffentlichen Debatte."
Das 500. Reformationsjubiläum, das noch bis Ende Oktober 2017 gefeiert wird, war Schwerpunktthema des Empfangs. Am 31. Oktober 1517 hatte Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen die Missstände der Kirche seiner Zeit veröffentlicht. Der legendäre Thesenanschlag Luthers gilt als Ausgangspunkt der weltweiten Reformation, die die Spaltung in evangelische und katholische Kirche zur Folge hatte. (8231/28.11.16)
epd lnb sel"

Ohne Kommentar im Einzelnen.

Euer Turmfalke


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RE: Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#5 von Joringel , 01.12.2016 20:24

Lieber Turmfalke,

Danke, dass Du diesen Aufruf aus Bremen in das Forum gestellt hast. Besonders gefällt mir, dass die Bedeutung der Sprache und ihre wichtige Rolle seit der Reformation hervorgehoben wurden. Ich kann es manchmal gar nicht fassen mit welcher Rohheit Menschen im Netz diffamiert und angegriffen werden. Heute Morgen hörte ich flüchtig im Radio, dass man darauf hin arbeiten solle, dass für Meinungsäußerungen im Netz die gleichen Regeln gelten sollten wie für Journalisten. Das wäre doch schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich persönlich vermute auch, dass es hauptamtliche Schreiber für bestimmte politische Richtungen gibt. Jedenfalls liest man im Netz zu politischen Berichten und Meinungsäußdrungen sofort immer wieder Kommentare mit dem gleichen hämischen Unterton und den gleichen Unterstellungen.

Grüße von Joringel


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RE: Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#6 von Prediger , 06.12.2016 21:05

Vielleicht hat der Turmfalke mit dem Vezicht auf eine Kommentierung zu viel vorausgesetzt. Die Reaktion scheint das in der Zeitung referierte Votum ernst zu nehmen. Es handelt sich aber um Realsatire erster Güte. Der Beitrag stammt nämlich von dem Repräsentanten einer Organisation , die eben das, was er kritisiert, gefördert und sich zunutze gemacht hat und in ihrer Spitze selber praktiziert (wobei ich nicht an die zitierte Person selber denke, sondern vor allem an die Person, die kraft ihres Amtes eigentlich für das Recht in dieser Institution verantwortlich wäre).

Solches weiß aus Erfahrung der Prediger

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RE: Zeitungsartikel vom 24.11.2016

#7 von Robin , 07.12.2016 18:25

Ja, wie voll nehmen unsere Kirchenleute ihre Münder, wenn sie nach draußen reden. Wie viel moralisches Pathos. Nur innerhalb der Kirche praktizieren sie genau das, was sie nach außen verurteilen. Das wollte wohl der Prediger zum Ausdruck bringen.
Robin


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