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PEDIGA

#1 von wegeM , 12.12.2014 13:43

Ein heikles Thema sicher für so manchen.
Aber hinter vorgehaltener Hand höre ich viel Zustimmung, was mich alles andere als wundert.

FRANK RICHTER ist mir als Meinungsbildner aufgefallen und ich habe mal schnell gegoogelt:
er ist Direktor der landespolitischen Bildungszentrale in Sachsen UND katholischer Theologe ohne kirchliche Rechte,
weil er geheiratet hat.
Er spricht sehr verständnisvoll über das Schweigen der Demonstranten in DD.
Es beeindruckt ihn. Auch mir sagt es viel.
Es braucht ja auch niemand zu rätseln, wenn die Armutsmeldungen kein Ende nehmen
und seit Jahren die Rede von der auseinandergehenden Schere die Rede ist.
Das muß doch irgendwann überkochen. Nun tut es das und zwar zu recht.
Es werden immer mehr Bürger, die die Verantwortungslosgikeit der Behörden erleben, die Abwimmlungstaktiken,
die Erklärungen, nicht zuständig zu sein.
Nun kommt die Not ins Land und die, die hier schon den Notstand erleben, erleben nun, daß es möglich gemacht wird ,
außergewöhnliche Zustände mit außergewöhnlichen Maßnahmen anzugehen. Das ist das, worauf viele
schon so lange für sich selber warten und nichts passiert.
Es geht, wenn man es genau betrachet, nicht darum, daß man den deutschen Bürgern nicht zuhört, wie es immer wieder gesagt wird,
sondern darum, daß man ihre Misere nicht genau mit der Tatkraft beendet, wie man jetzt in Großaktion den Asylanten hilft.
Da ist bundesweit Zusammenarbeit möglich. Da geht was. aber die eigenen Bürger und ihre Probleme kann man ignorieren.

Einen Gipfel zeigte vorgestern am 10.12.14 der mdr / exakt um 20.15 „Asylabzocke im Saalekreis“.
Wenn diesem Bericht zufolge, Bestandmieter erleben müssen, daß sie wegen Eigenbedarf gekündigt werden
und die neuen Mieter Asylsuchende sind, dann schürt das die Probleme im Lande noch mehr.
Der BIH= Betreuungs- und Integrationshilfsverein mit Vorsitzenden Markus S. erwirbt Häuser , ist also dann Eigentümer, und kündigt.
Die Wohnungen vermietet er dann zimmerweise an 4 Asylanten und die zahlen insgesamt über 1.200 € = das Vielfache
der normalen vorherigen Miete!
Die Rolle des Landratsamtes spricht wieder mal Bände.

Sowas erleben Bürger heutzutage und es muß ja dazu kommen, daß sie dann erstmal schweigend über Straßen gehen.

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RE: PEDIGA

#2 von wegeM , 16.12.2014 23:26

Ich habe mir anstrengender Weise entsprechend der Empfehlung von Frank Richter, LZ f. pol. Bildung in Sachsen,
gestern PEDIGA in DD angesehen und so gut es ging , angehört. Man sollte sich doch selber ein Bild machen.

Folgender Gedanke hat sich verstärkt:
der Lok-Gewerkschaftsführer W. , auch Sachse, fiel mir von Anfang an auf mit seinem Auftreten seiner Unerschrockenheit,
seiner Unerbittlichkeit, seiner Zielsicherheit.
Dafür erhielt er viel Kritik von den Reisenden. Kann ich gut verstehen. Würde ich auch machen, wäre ich Zugfahrer.
Kritik kam aber auch von seinen Gesprächspartnern, von denen, für die er Verhandlungspartner war und ist.
"Harter Hund" gehörte noch zu den mäßigen Titulierungen.
Meine Gesprächspartner dazu äußerten sich auch so. Ich gab zu bedenken, das vermutlich genau diese Haltung erforderlich ist,
um den Gesprächspartnern Augenhöhe anzuzeigen und Gleichwertigkeit. Manager brauchen eine knallharte Hand - oder?

Als ich das gestern Abend live erlebte, dachte ich, daß hier die gleiche Erkenntnis über "Verhandlungsführung" zugrunde liegen könnte
und eiserner Wille für ein Ziel, sowie eine Taktik , die vorallem die durchschauen, die sie selber ständig anwenden.

Ich sinniere: wenn Kirchenleute diese Eigenschaften, diese Haltung an den Tag legen würden…?….?

Ich kann nun mit der Medienberichterstattung vergleichen: sehr viel tendenziös und gesteuert, berichtet unter einer bestimmten Zielsetzung.
Allen voran die öffenlich-rechtlichen ARD und ZDF. Phönix hatte heute Nachmittag einen ausgewogenen Bericht und Fakt ist gestern Abend vom mdr
ging auch.

Sehr viele Spaziergänger waren bereit in die Mikros zu sprechen und sehr, sehr viele Sender waren da.
Mal 3-4 Stunden bei Phönix all diese Meinungen wie bei Bundestagsdebatten, das wäre angemessen
für "außergewöhnliche Maßnahmen bei außergewöhnlichen Zuständen."
Würde ich mir mit großem Interesse anhören, um mein Bild zu erweitern und es würde vermutlich nicht ausreichen.

Das Zitat mußte vor Jahren nicht erst Gregor Gysi bringen, diese Rede gab es schon.

Beobachtung: ziemlich jeder reagiert hoch sensibel auf jede Bewertung oder falsche = "dumme" Äußerung von Medien wie Politikern.
Das bringt immer mehr auf die Beine.
Ich habe den Eindruck gewonnen, daß man sich mit hoher Geduld gewappnet hat und viele bereit sind, sich nicht totlaufen zu lassen.

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RE: PEDIGA

#3 von wegeM , 18.12.2014 01:42

So, nun ist die Frage klar: Olaf Sundermeyer, Rechtsextremismusforscher, vermeldet den harten Kern der Org. in DD:
der Fußballclub und damit die Hooligans.
Das wird er wohl richtig rausgefunden haben.

Es bleibt aber bei der spannenden Frage, wohin sich das entwickelt. Ich denke, ab einem bestimmten Zeitpunkt,
wenn bei fallenden Deckungen bestimmte Reden ertönen, werden Leute nicht mehr mitgehen.
Das können sie sich ja selber auch denken. Also halten sie sich zurück.

Meine Erwartung ist, daß sich Leute das Podium erobern und ihre Themen laut werden lassen.
Der Stand ist, daß Meinungsfreiheit und Wahrheit gefordert werden. Das hörte ich in Mikrophone sagen und das stand auch
auf Plakaten.
Wer denkt, daß das gegeben ist, muß sich anhören, daß Leute bereits Entlassungen bekommen haben,
die beim Spaziergang gesehen worden waren.
Übrigens auch eine ZDF-Reporterin, weil sie nach dem berichten wollte, was sie vor Ort erlebt hat.
Die Redaktion machte aber Vorgaben, denen sie nicht folgte.

Erstmal geht es klar um Menge machen. Man will Masse. Ganz Europa soll spazierengehen.

Die harte Kritik an der Politik, von der ich viel hörte, bekräftige auch ich.
Mir liegt heute ein Antwortschreiben vor von SPD/Köpping bezüglich der Unverhältnismäßigkeit und des Übermaßverbotes.
Solche Antworten sind eine Schande und damit auch die Politiker.
Nachdem ich sie in den letzten Tagen mehrfach im TV erlebt habe, habe ich auch nicht viel anderes erwarten dürfen.
Es ist aber jedesmal schwer zu verkraften.
Und es stimmt: Reden mit denen hat keinen Zweck. "Sie lernen es nie", sagt L. Bachmann und ich stimme ihm zu.
Es gibt gemeinsame Erfahrungen. Die Gräben sind tief.

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RE: PEDIGA

#4 von wegeM , 24.12.2014 11:05

Ich habe eben - 22.12.14 abends - RTL, ARD und ZDF gesehen mit ihren Berichten zur 10. PEGIDA.
Das heiße ich nicht gut. Das machen Kluft und Wut größer.
Jedes herabwürdigende, verfälschende und verständnislose Wort, und solche fallen, wird aufgenommen und die Leute nicht ruhen lassen.

„ Sie glauben doch nicht, daß sich das hier einer gefallen läßt, als Nazi abgestempelt zu werden!“ Der ergraute , solide aussehende Mann zeigt auf die vielen Menschen und bekräftigt mit Nachdruck :“Die doch nicht., nicht mit Dresden!“
Er meint das Verunglimpfen und das höre ich in den 3 Stunden immer wieder.
Wie letzte Woche: es ist das Herabwürdigen, das nicht Ernstnehmen ihrer Meinung
und Beurteilung der Sachlage. Sie wollen auch nichts hören von Ängsten:
„Nun hören sie doch mal auf mit ihrem Angsthaben. wir haben keine Ängste!“, fällt jemand einem Reporter ins Wort. Ich höre, er will ausdrücken: Wir haben eine Meinung.
Wir haben eine Beurteilung. Wir haben einen Standpunkt. Wir haben was zu sagen. Wir sind nicht zu blöd und keine dummen Kinder, die man denkt, belehren zu müssen.
Und wenn Angst, dann berechtigt!

„Nun hören sie doch mal auf immer dieselben Fragen zu stellen!“, regt sich der nächste
auf und einige andere stimmen gleich ein. „Sowas brauchen sie doch garnicht mehr zu fragen. Lesen sie doch unser Papier mit den 19 Punkten. Da steht doch alles, von dem,
was sie uns hier immer wieder fragen.“ „Ich will doch ihre Meinung....“ „Die steht da.
Das ist unsere Meinung!“ Ein anderer erklärt ihm wie die Demos 89 nach und nach ge-
wachsen sind und sich aufgebaut haben. Wie sie belächelt, gestört und bedroht wurden.Aber sie haben sich nicht unterdrücken lassen.
„Lustig macht ihr euch über uns!, wie die damals! Ihr lacht uns aus!“
„Ich lache nicht über sie!“ betont der Artemann mehrfach.
Es geht noch minutenlang hin und her. Arte ist verzweifelt.
Erst recht, als ein PEGIDA-Kämpfer mit großem Plakat auch nicht antworten will.
Warum nicht? „Sind sie ZDF? Mit denen rede ich nicht.“ „Nein. Arte, sind wir.“
„Achso, na dann ... aber es hat keinen Zweck mit den Medien zu reden.“
„Warum nicht?“ „Sie bringen alles falsch rüber!“ Arte fragt nach, aber der PEGIDA-
Kämpfer sagt: „Ich habe mich schon nicht an meinen Vorsatz gehalten und spreche
mit ihnen, also höre ich jetzt auf. Kein Wort mehr.“
Die Beobachtung zeigt, daß die Arte-Leute mächtig resignieren und nicht weiter wissen.
Nur den Vorwurf des Auslachens weist er noch mal von sich:“ICH nicht. Darauf lege ich Wert!“

Es gibt wirklich falsche Fragen. Es regt sie auf, nach Dingen gefragt zu werden von denen Medien seit Jahren melden.
Wenn die fragen: „Warum sind sie hier?“ dann ist das falsch gefragt um nicht zu sagen, dumm. Es klingt wie: „Was wollen sie denn eigentlich hier? Gibt doch gar keinen Grund!“
Richtig wäre, die Vorkenntnis zu benennen: „PEGIDA spricht von Missständen in der BRD wie Obdachlosigkeit, Tafeln, geringe Einkommen , niedrige Renten, verfehlte Einwanderungspolitik usw.. welche Probleme möchten sie in erster Linie behoben sehen? Was ist ihr wichtigster Punkt?“

Die Unterbringung von Asylanten erfordert Bewachung durch Polizei. Leute, die Opfer von Kriminellen geworden sind, in den sächs. Dörfern wurde viel eingebrochen und geraubt, Die Opfer bekommen diese Hilfe nicht.
Da lehnt die Polizei ab: keine Kapazitäten. Maßlose Empörung!
Bis zur Erbostheit steigert sich das ,wenn 2 Dinge zusammenfallen:
deutsche Politik ruft parteienübergreifend zur Flüchtlingshilfe auf , Aktionen starten, praktische Helfer leisten praktische Hilfe. Da geht was.
Wenn deutsche Bürger obdachlos werden, 500000 in kalten Wohnungen sitzen,
Mieten hochgetrieben werden, Tafeln als Dauerlösung bestehen bleiben, ......
Politik lässezfaire Einwanderungspolitik betreibt...u.v.a.m., wird nichts derartiges ins Leben gerufen. Das läßt man sorglos so laufen. Da ruft keiner auf.
Die Missstände melden die Medien seit Jahren gebetsmühlenartig.
Auch über die schleichende Islamisierung nicht nur in Neukölln , dem Ruhrgebiet, auch über England gibt es Dokumentationen der öff-rechtlichen.
Wenn nun Bürger darauf reagieren, weil zu misstrauenden Behörden offenbar ungenügend wachsam mit der ganzen Völkerwanderung umgehen, geht es nicht um unbegründete Angst, sondern um begründete. Die Medien verstehen es leider nicht,
mit der Akzeptanz für begründete ,Angst auf die Leute zu zugehen.
Sie kommen ihnen mit: das siehst du doch falsch. Überleg doch mal. Also Klippschule.

Das Zweite ist also das tiefe Misstrauen in die Arbeit von Politik und Behörden.
Und das beruht auf vielen anderen schlechten Erfahrungen. u viele erleben inzwischen das Abwälzen von Verantwortung, das Laufenlassen....
„Behörden arbeiten gegen die eigenen Bürger!“ sagte Heiner Geisler.

Das Dritte, was man auch noch nennen muß, bezieht sich auf die Position und Möglichkeiten der Medien als 4. Macht im Staate.
Wenn ich am Beispiel des Abwasserterrors sehe, welche Rolle sie spielen, ist kein Funken Vertrauen mehr da. Sie lassen sich benutzen und sind offenbar auch eingesetzt zum
Zwecke der weiteren Schikane. Kann auch sein, sie schaffen das gründliche Recherchieren nicht. War ja alles schon Thema bei den Medienkritikern aus den eigenen erfahrenen Reihen.
Bei der Kirche wäre es mit der Hofberichterstattung für die Kirchenleitungen gleichzusetzen.

Ein smarter NPD-Mann hat am Abend den „unwissenden“ Medien flott und ganz geschult
ins Mikro dargelegt, was sie selber wachgerufen haben in langjähriger Berichterstattung:
es gibt die schleichende Islamisierung. Es gibt die Missstände und diese Reaktion darauf
sollte euch doch nicht wundern. Wieso sollen Euch die Bürger erklären, was ihr schon wißt? Ihr habt es doch selber berichtet. Was denkt ihr denn, was das mit den Menschen macht? Sie wissen nicht, warum ihre Misere nicht dasselbe Engagement hervorruft wie für Flüchtlinge.

Eine Frau Ende 40 sagt mir: „Wir sind extra aus Berlin gekommen. Buschkowsky hat recht!“
Kurzes Gespräch mit einem aufmerksamen Zuhörer , der da alleine stand:
„Guten Abend, Prof. Patzelt?“ „Ja?“ „Ich bin WGM und möchte sie fragen: schätzen sie
das heute Abend sehr nach rechts abdriftend ein?“
„,Nein, nach rechts nicht. Es ist nach wie vor die Kluft zwischen der politischen Elite und den Bürgern. nur der Franzose vorhin sprach volksverhetzend.“
„Ich denke, es könnte mehr zu Gewalt führen?“, frage ich.
„Nein, das sehe ich nicht.“
Wir reden als Beispiel über den Abwasserterror. Er hat Akzeptanz für bestehende
Anschlusszwänge, räumt aber ein, daß er nicht vertraut mit dem Thema ist.
Ich betone, daß es §§ gibt, die Gewinnmachern dienen, welche, die Bürger um ihre
Freiheit oder gar das Leben bringen. Es gibt die, die Bürger vor den Übergriffen des Staates schützen. Die Politik bedient die bürgerfeindlichen, tödlichen.
Bürger sehen sich in die Zange genommen. Das schreit nach Protest und Gegenwehr....

Der stabile Mann Mitte 60 mit dem Riesenschild Hungerstreik wird inzwischen von vielen fotografiert und gefilmt. Am Anfang interviewte ihn nur einer. Als mehrere von ihm wissen wollten, für welche Zeitung er schreibt? „Lügenpresse.“, sagte er jedesmal freundlich lächelnd.
Wir hören, daß der Mann ein Waldgrundstück hatte. Darauf stehen 2 Häuser, seit den 50er Jahren ständig bewohnt. Irgenwelche Baurechtssachen ermöglichen es den Behörden, das Grundstück unbewohnbar zu erklären. Der Mann ist obdachlos.
„Seit wann hungern Sie?“ „Seit Donnerstag.“ „Mit ärztlicher Hilfe?“ „Ich? Und Hilfe? Ich bin ganz alleine!“ „Wo ist das alles?“ „In Berlin Brandenburg.“ Er nennt den Ort, den Namen zerfetzt der Wind. Andere führen das Gespräch weiter. Ich höre noch sein: „Ich habe über 40 Jahre gearbeitet und jetzt das!....“

Erst auf der Rückfahrt, als der beteiligte und sicher stark unterstützende Kopp-Verlag immer an mir vorbei fährt, fällt er mir wieder ein. Ich habe vergessen, mir Namen und Standort geben zu lassen!
Seit dem durchsuche ich das Internet nach einem entsprechenden Artikel.
Ich denke daran, daß schon mehrfach von diesen Baurechtssachen berichtet wude.
Alten Leuten werden Bescheide geschickt, das Haus abzureißen und kriegen Strafandrohungen. Deutschland , der Sozialstaat, 2014!
Wie konnte ich Namen und Adresse vergessen? Ich bin sehr bedrückt.
Ob er in seinem Auto schlafen muß oder ob ihn jemand mitgenommen hat?
Warum ist er mit seinem Plakat nicht bei der Gegendemo gewesen oder in der Kirche?
Er geht mir nicht aus dem Sinn.

Kritik an Religionen und Glaubensäußerungen ist keine Feindlichkeit.
Ich sehe, daß PEGIDA Botschaften an die Islamisten schickt und die Sorglosen.
Meldungen von den Sicherheitsbehörden wie heute, daß Terrorgefahr besteht, verschwinden schnell wieder.
Ausländerfeindlichkeit ist etwas anderes als Kritik an Ausländern oder Einwanderungspolitik.
Inländerfeindlichkeit sehe ich in Deutschland ringsum. Sie geht sehr viel von bürokratischen Behörden aus und ist inhuman.
Michzieht es heute weniger denn je in eine Kirche.

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RE: PEDIGA

#5 von turmfalke , 24.12.2014 12:01

Liebe WGM!

Ich habe deinen neuen Beitrag aufmerksam gelesen. Gerne würde ich Dir gleich umfassend antworten. Das ist aber nicht so einfach.

Einmal ist heute am Heiligen Abend für mich nicht die Zeit dafür. Auch D.A.V.I.D. e.V. als Verein kann vermutlich keine offizielle Stellungnahme pro oder contra PEDIGA abgeben. Das würde eine ausführliche interne Diskussion zum Thema voraussetzen.

Es muss aber sicherlich gelten: Es ist nicht die Aufgabe von David, sich um alle verschiedenen gesellschaftlichen Themen zu kümmern. D.A.V.I.D. ist einmal gegründet worden, um Mobbingopfern in den evangelischen Kirchen zu helfen. Das ist eine große und sehr schwierige Aufgabe. Dieses Forum kann, von dem was da geleist wird, nur einen kleinen Ausschnitt öffentlich zugänglich machen.

Und schließlich sind die Fragen um Einwanderungspolitik, um das Grundrecht auf Asyl in unserer Verfassung, um soziale Gerechtigkeit im Lande, um Bürokratismus in den Behörden und um unkalkuliertbare Macht in den großen Firmen tatsächlich so vielgestaltig, dass pauschale Urteile nicht angebracht sind.

Ich will aber versuchen, in einigen Tagen meinen sehr persönlichen Beitrag dazu zu schreiben.

Aber nun lassen wir erstmal das Kind zur Welt kommen.

Es schmerzt ein wenig, wie Du so deutlich sagst, dass du Dir nicht vorstellen kannst, heute in eine Kirche zu gehen. Vielleicht schaust Du aber doch einmal oben im Forum unter Diskutieren und Plaudern herein. An meiner Auswahl von weihnachtlichen Texten kommt deutlich zum Ausdruck, was Weihnachten eben auch bedeutet: Gott stellt sich in diesem geborenen Gotteskind an die Seite der Schwachen und Rechtlosen. Er macht deutlich, dass er Frieden stiften und bessere Lebensbedingungen in diese Welt bringen will. Am Sonntag nach Weihnachtstag steht übrigens die Geschichte im Mittelpunkt, wie die Heilige Familie mit dem Christuskind selber gezwungen ist, ins Ausland zu fliehen, um das Leben des Kindes zu retten. ( Matthäus 2)

Machs gut! Turmfalke


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RE: PEDIGA

#6 von wegeM , 24.12.2014 13:00

Hallo Turmfalke,
mit geht es nicht darum DAVID dazu zu bringen, sich in einem öffentlichen FORUM als Verein zuständig für eine Antwort
auf einen Bericht und eine Meinungsäußerung zu fühlen.
Schon garnicht zu einem schwierigen Thema wie PEGIDA und was damit zusammenhängt . Nicht nur ich erkenne, daß Voraussetzung ist, daß man die
Gelegenheit hat, sich das selber vor Ort anzusehen. Sogleich muß man dazu sagen, daß sich die Stille in viel mehr Lärm verwandelt hat,
also Veränderungen stattfinden, die sicher nicht mehr so anmuten wie zuvor.
Ein evangelischer Diakon, der wegen der Arbeitsstelle katholisch werden mußte, war am 17. Dez. dabei und findet das Spazierengehen richtig und
beeindruckend. Weniger, weil er sich selber betroffen fühlt, mehr, weil er mitleidet, mit denen, die diese Missstände im Lande treffen.

Alles hängt mit allem zusammen: Mobbing bleibt, weil Kräfte in Kirche und Gesellschaft das so wollen. DAVID hat nicht nur mit Kirche zu tun,
wenn es gegen Mobbing antritt. Ich habe nicht nur mit einem Fall zu tun, wenn ich Hilfe leiste, sondern mit einem ganzen gesellschaftlichen System.
und denen, die ihr Nichtstunkönnen mit eben diesem System begründen.

Ich hatte erkannt, als du die Texte dahingestellt hattest, daß Dir das etwas bedeutet und Du möchtest, daß es auch für andere so sei.
Du fühlst Dich getröstet und das soll auch so sein bei dem Bedürfnis nach Trost.

Frohe Botschaften sind wichtig, aber sie müssen geglaubt werden können. Und das ist so manchem nicht möglich, vorallem dann nicht, wenn
man erkennt, daß die Sprecher an der Situation der Hörer vorbei reden und sie standhaft ignorieren und sie mit ihren Anliegen runtergeredet werden.

Flucht im eigenen Land. Das Land, das Heimat und Frieden predigt und vorgaukelt.
Mich wundert, daß das Beispiel einer erzwungenen Obdachlosigkeit für einen verzweifelten ,ehrenwerten Menschen,
der in jedem Moment jeder von uns sein könnte, nicht aufbringt.
Die Hinnahmebereitschaft , wenn der Schaden andere trifft in Deutschland ist groß.
Wir überlassen unsere Schwester, unseren Bruder solcher Unmenschlichkeit und schreien und stehen nicht auf.
Die deutsche Last.

Mein Weihnachtstext dieses Jahr ist die Geschichte von Kain und Abel. Du legst die bestimmt ganz anders aus als ich.
Sie spielt sich aber gerade in Deutschland ab. Und die andere, von der ich sage, daß sie mir fast die wichtigste überhaupt ist,
ist die vom barmherzigen Samariter. Bei dieser heißt es, daß der Wirt noch Geld für Kost und Logie bekommt, um den Verletzten zu versorgen.
Wer verpflegt eigentlich im Stall von Bethlehem?

Du willst schreiben. Ich bin gespannt und werde auch mit Interesse lesen.

Wenn ich FROHE WEIHNACHTEN wünsche, dann dies wenigstens für ein paar Stunden. Die werde ich auch haben,
aber es wird nicht ohne den Schmerz sein , daß wir alle unsere Nächsten so dermaßen alleine lassen und verraten.

Ich grüße Dich und alle Leser. WGM

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RE: PEDIGA

#7 von azalee , 26.12.2014 11:39

Allen Mitgliedern und Lesern des David Forums - ein gutes Weihnachtsfest!!

Ich gebe wegeM recht, wenn sie schreibt: "die Hinnahmebereitschaft, wenn der Schaden andere betrifft in Deutschland, ist groß.Wir überlassen unsere Schwester, unseren Bruder solcher Unmenschlichkeit und schreien nicht und stehen nicht auf"
Ich kann mir vorstellen, dass tausende Predigten gehalten wurden landauf, landab am heiligen Abend über die Obdachsuche von Maria und Josef- sicher mit dem Aufruf zur Solidarität in dieser Zeit mit denen , die auf der Flucht sind. es ist christlich und menschlich , Flüchtlinge auf zu nehmen, Ihnen Schutz zu gewähren. ich erhielt vor einigen Tagen auch solch eine mail von jemanden, der einem Kirchenkreis vorsteht. Ich möchte nicht an dieser Stelle beschreiben. wie dieser Kirchenfunktionär mit mir umgegangen ist. Das war alles andere als christlich und solidarisch. Ja ja, was er sagt ist gut- aber wie er handelt an bestimmten Mitarbeitern, denen er Aufrufe sendet., ja zumutet....
Niemanden möchte ich die gute Weihnachtsstimmung verderben, ich sehe die Janusköpfigkeit der Kirche, das schöne Bild nach außen .....


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RE: PEDIGA

#8 von wegeM , 28.12.2014 10:59

http://www.welt.de/debatte/henryk-m-brod...-Wahnsinns.html

Das Interview von Prof. Patzelt findet man sicher unter seinem Namen irgendwo im Netz, wenn es interessiert.
Als Dresdner Prof. für Politikwissenschaften hat er sich von seinen Studenten, die alle Demos in DD beobachtet haben,
stets informieren lassen und war bei den beiden letzten selbst vor Ort, um selbst einen Eindruck zu gewinnen.
Die Studiengruppe bearbeitet das alles systematisch in ihrer Ausbildung.

Radio Bremen hat nun am Beispiel Bremen mal gründlich und ausführlich und von beiden Seiten her das Thema
bearbeitet. So wurde auch endlich im direkten Vergleich gezeigt wie es konkret an Bremer Schulen aussieht,
z.B. wieviel Schüler der Schule radikal islamisiert denken und wieviele von denen zu den Salafisten in den Krieg
gezogen sind. Lehrer berichten von den Schwierigkeiten, wie sie sie meistern oder nicht.
Auch die radikale Rechtsentwicklung wurde aufgezeigt und wie sie bis DD gelangt ist.
Es war zwar nur die Meinung eines einzigen Terrorforschers ,sie kann aber zutreffende sein. Vergleiche sind aber nötig.
Und, obwohl in DD rechtslastige Töne durchdringen, besteht die Mehrzahl der Demonstranten bisher aus gesellschaftskritischen
nicht aus feindlichen Menschen. Es bleibt die spannende Frage, wohin sich das entwickelt.

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RE: PEDIGA

#9 von wegeM , 07.01.2015 01:39

06.01.15 Montag war PEGIDA-Tag!
Zurück vom Persönlichen Einsatz Gegen Irrige Deutsche Ansichten.
Die wurden gestern und heute wieder über die Maßen in den deutschen Medien verbreitet
wie ich unterwegs hören konnte. Die Polit-Mischpoke hat wohl überhaupt kein Gespür
mehr für die Vorgänge im Land.
Gott sei Dank wurde nun endlich mal Prof. Dr. Maatz gefragt. Er kam unter Mittag im Deutschlandfunk („Hetzsender DF“ sagte heute Pfarrer W. in DD!).
Den sollte man sich anhören.
Monika Maron schreibt auch so, wies wirklich ist. Ich weiß momentan nicht, in welcher Zeitschrift ihr Artikel steht.
Bermerkenswert ist allein, daß bei strömendem Regen 20 T 3 Stunden spazierengehen.
Matsch, Pampe, Rutsch. Die Stadt verhindert die Gänge durchs Zentrum. Der Gang geht
immer um die Cockerwiese rum und auf derselben bleibt kein Grashalm stehen.
Der Franzose heißt übrigens Stephane Simon und hat auf den Vorwurf der Volksverhetzung reagiert. Er hatte vor einer Woche , Merkel, Tillich und Gauck beim Wickel und das nicht fein. Aber er verweist auf einen Artikel im GG - Überprüfiung erforderlich, um zu verstehen.
Aber ehrlich gesagt, ist das auch ein bißchen schnuppe bei der Dauerbeballerung mit
Nazibeschimpfung. Sie müssen einstecken, was sie austeilen.
(Prof. Patzelt hat sein Urteil auch entschärft auf Volks a u f hetzung)
Zu Stephane Simon ist bemerkenswert, daß er vor Jahren eine Sonderrolle in der
sächsischen Polizei inne hatte, so erklärte er am Montag. Dort endete sein Dienst,
es müssen wohl nur 3,4 Jahre gewesen sein durch Mobbing! Seitdem kämpft er um sein
Recht, seit 11 Jahren! So wundert mich sein harter Ton erst recht nicht.
Mir scheint, die Fußballfans in den Stadien sind nun alle außerhalb desselben zum Spazierengehen. Es werden immer mehr Männer. Die haben Ahnung und schätzen entsprechend der Tribünenvergleiche im Stadion bereits an die 30 T Spaziergänger.
Es war ein recht stiller Gang. nicht unangenehm. Man muß nicht immer skandieren.
Alle von unglaublicher Geduld.
Am Schluß der Runde versagten wohl auch der Polizei die Kräfte, wodurch ein Teil
der Leute falsch geleitet wurde. So dauerte das Schlußbild länger als beabsichtigt.
Die Leute bleiben friedlich. Kritik hörte man, daß die Ordner nicht mehr ausreichen bei
der steigenden Anzahl Oder daß die Redner mehr mitreißen müßten, wobei, man muß
dafür geboren sein. Naja, schön wäre es schon, wenn so manches Ablesen besser klappt.
Das war beim Schlußredner schon eine Strafe. Ulfkötte konnte das besser.
Es gäbe mehr zu berichten, aber wenn man will, kann man sich die Videos auf youtube ansehen. Vom 22.12.14 wurden jedenfalls welche eingestellt. Das wird wohl wieder erfolgen.

Wichtig war die Dienstagveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Sachsens. Etwa 100 geladene Teilnehmer zu „Warum (nicht) zu PEGIDA gehen?“.
Geladen die, die sich per mail zum Thema dorthin gewandt hatten.
Gute Einführung von Prof. Patzelt:“...P. Ost ist nicht dasselbe wie P. West!....“
Frank Richter ist es gelungen mittels der gut gedachten Methode, die Gefühle runter-
zufahren und Argumente statt Beschimpfungen auszutauschen. Es wurde g e r e d e t
und es wurde z u g e h ö r t . Auch Medien waren da: mdr, Superillu, die LZ selbst hat
gefilmt, die Sächsische Zeitung u.a. Blätter vielleicht die Dresdner Nachrichten oder
die Freie Presse? Weiß ich nicht so genau.
Ich verweise auf die Mögl., diese morgen oder übermorgen zu lesen, auf das Video
der LZ auf deren Homepage in den nächsten Tagen.
Ich hoffe, es wird (fast) alles gezeigt, was da gesprochen und bekannt wurde.
Und was man dann noch hörte, ohne Kameras!!! Und von wem!!!!
Der mdr dürfte sich nun auch nicht mehr trauen, soviel Schund zu bringen
Ich kann mir nicht vorstellen, daß er sich das jetzt noch wagt. Dabei gehört er zu den wenigen, die auch mal vernünftig berichtet haben.
Einer von den Medien sprach selbst und verteidigte , daß es keine Gleichschaltung gäbe.
Er beteuerte es mehrfach, allein erlang er keinen Glauben.
Ich habe eh den Verdacht, daß die es n icht mehr merken.
Ein Lehrer dazu: „Ich will von den Medien hören: Wir haben falsch berichtet!“, ohne diesen
Satz gibt es keine Absolution.
Seit er das Buschkowskybuch gelesen hat, geht er zu PEGIDA.
Übrigens war eine aus Neukölln da, die das Elend dort voll bestätigt und deren Tochter als
Lehrerin genau das erlebt, was Buschk. beschreibt.

Die Nachgespräche gingen noch eine Stunde. viele konnten sich nicht trennen.
Einer landesweit bekannten Politikerin sagte ich, daß ich nun eigentlich nicht wieder nach DD zu P. . fahren wollte. Sie aufgeregt und engagiert: „Doch, kommen sie, kommen sie!

Wenn es so weitergeht, kann Hoffnung wachsen.

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RE: PEDIGA

#10 von turmfalke , 09.01.2015 18:48

Liebe WegeM!

Deine authentischen Berichte von den Pediga Demonstrationen in Dresden habe ich aufmerksam gelesen. Sie sind wertvoll, weil wir selber nicht so dicht rankommen und weil die Berichterstattung der Medien ausführlich, aber eben auch einseitig ist.

Du magst Dich vielleicht gewundert haben, dass bisher im Forum auf deine Äußerungen so wenig geantwortet wird. Ich vermute, die anderen Beteiligten finden es schwierig, hier Stellung zu beziehen. Es wird vermutlich auch keine gemeinsame Stellungnahme des Vereins D.A.V.I.D. gegen Mobbing in der Evangelischen Kirche e.V. geben. Das wäre zu schwierig und ist auch nicht wirklich die Aufgabe des Vereins und dieses Forums. Gemeinsam haben wir vielleicht alle, dass wir kritische Geister in dieser Gesellschaft sind und jeder auf seine Weise Opfer von psychischer oder institutioneller Gewalt.

Ich selber hatte Dir schon vor einigen Wochen eine Antwort versprochen. Das will ich nun wahrmachen. Es ist aber eine persönliche und sehr subjektive Meinungsäußerung.

Ich tue dies mit einer Vorerfahrung, die nicht alle Menschen im Lande so habe: Ich habe mehrere Jahre meines Lebens in Übersee gearbeitet und habe dabei als Gemeindepastor mit Menschen zu tun gehabt, die unter sehr viel ärmeren Lebensverhältnissen zu recht kommen müssen als bei uns. Ebenso habe ich aber auch lange Zeit in unserem reichen und so gut organisierten Deutschland als Pastor gearbeitet.

Ich selber bin finanziell gut versorgt und auch mein Ruhestand ist abgesichert. Mir stehen aber Menschen nahe, die auf die Unterstützung des Sozialstaates angewiesen sind und sehr viel größere materielle Not leiden würden, wenn es bei uns keine Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung, Grundsicherung und Sozialhilfe geben würde.

Ich habe als Pastor erwachsenen Flüchtlingen aus Islamischen Ländern Taufunterricht gegeben. Sie hatten sich eigenständig an mich gewandt und darum gebeten, den Islam hinter sich lassen zu dürfen und sich dem christlichen Glauben zuwenden zu dürfen. Ebenso habe ich aber auch sehr freundschaftliche Kontakte mit Menschen islamischer Religion, die als Moslems friedlich in unserem Lande leben und sehr gut integriert sind.


Zu der Bewegung PEDIGA möchte ich keine ausführliche Stellung nehmen sondern nur inhaltlich zu den Themen, die von den Demonstranten in Dresden und anderswo im Lande vorgebracht werden.

Dabei ist zumindest im Westen Deutschlands das Kräfteverhältnis sehr klar. Die große Mehrheit unserer Bevölkerung möchte in einem offenen und freien Land leben, in dem die Würde aller Menschen geachtet wird, unabhängig von der Herkunft, Kultur und Religion des Einzelnen.

Ich erlebe Menschen, die sich unter großem persönlichem Einsatz um eine Willkommenskultur bemühen. Kirchengemeinden öffnen ihr Räume, die vormittags leer stehen, damit Deutschkurse für Flüchtlinge stattfinden können, die von ehrenamtlichen Rentnern geleitet werden. Kirchenvorstände beschließen einstimmig Kirchenasyl zu gewähren, um Menschen, die bei uns Leben, vor einer Abschiebung zu bewahren. Das würden sie nicht tun, wenn es bei uns eine allgemeine Grundstimmung von Ausländerfeindlichkeit und Furcht vor einer "Islamisierung des Abendlandes" geben würde.

Die Mehrheit der Meinungsträger unseres Landes hat sich auf beeindruckende Weise positioniert. Am vergangenen Montag wurde am Kölner Dom das Licht ausgestellt, um die Pediga Demonstranten im Dunkeln stehen zu lassen. Am kommenden Montag wird es in Hannover an der Oper genauso sein. Bischöfe, Ministerpräsidenten und Gewerkschaftler zeigen sich gemeinsam in der Öffentlichkeit, um zu zeigen, dass wir in unserem Lande keinen Ablehnung oder Ausgrenzung von Menschen anderer Völker und Kulturen haben wollen. Wir wollen ein freies und offenes Land sein und uns nicht ängstlich abschotten.

Dennoch meine ich, 18 000 Demonstranten in Dresden sind keine Kleinigkeit. Wir müssen das ernst nehmen. Diese Demonstranten sind keine Mehrheit im Lande, aber doch ein beachtliche Bewegung. Wir sollten zuhören und versuchen zu verstehen, wie eine solche so entschieden vorgetragene Meinungsäußerung zustande kommt.


Ich möchte hier einige thesenartige Anmerkungen aus meinem persönlichen Erfahrungshorizont beisteuern:

Die Not in den armen Ländern in der weiten Welt in Afrika, Lateinamerika, im nahen und mittleren Osten, in Syrien, in Heiligen Land, in der Ukraine und in Bangladesch ist sehr viel schlimmer, als die meisten Menschen sich das bei uns überhaupt nur vorstellen können.

In einem Flyer von Caritas international und der Diakonie Katastrophenhilfe findet man die Zahlen allein von Syrien: 9 Millionen Menschen sind vor dem Krieg geflohen oder sind vertrieben worden. Davon leben 6,5 Millionen in provisorischen Unterkünften in Syrien, die Anderen sind in die Nachbarländer geflohen, davon 1 Millionen in den Libanon, 600.000 nach Jordanien, 700.000 in die Türkei und 200.000 in den Irak. Das bedeutet ein unbeschreibliches Elend besonders jetzt im Winter. Die Länder, die diese Flüchtlingsströme aufnehmen müssen, sind damit hoffnungslos überfordert. Unsere Spenden können helfen, die Not zu lindern. Zu bewältigen sind die Probleme vor Ort nicht.

200.000 Flüchtlinge sind im Laufe des Jahres 2014 nach Deutschland gekommen und müssen hier aufgenommen werden. Das sind weit mehr als in früheren Jahren. Es ist aber eine verschwindend kleine Zahl im Vergleich zu der großen Masse, die keine Möglichkeit hat, nach Europa zu gelangen. Wer es auf gefährlichen Wegen bis zu uns geschafft hat, ist entweder ganz besonders hartnäckig, widerstandsfähig und intelligent, oder er hat Geld, um Schleuser zu bezahlen, die ihm bei der Flucht geholfen haben. Dass es dabei unbeschreiblich brutal zugehen kann, haben wir an den Flüchtlingsschiffen im Mittelmeer drastisch vor Augen geführt bekommen.

Deutschland und Mitteleuropa ist im Weltmaßstab eine Insel der Glückseligkeit. Bei uns gibt es soziale Absicherung für alle Menschen, die bei uns leben. Wir haben in vielen Regionen unseres Landes Vollbeschäftigung. Die Statistiken weisen aus, dass in vielen Branchen Arbeitskräfte gesucht werden. Es gibt mehr Firmen, die Mitarbeiter suchen, als Arbeitslose, die nach Arbeit suchen. Wir sind grundsätzlich ein Rechtsstaat. Wir müssen nicht damit rechnen, dass Polizei und andere Vertreter des Staates in ihrer Mehrheit korrupt sind und nur darauf warten, bestochen zu werden. Es gib bei uns demokratisch gewählte Regierungen, die auch die Einflussmöglichkeiten haben, demokratisch gefasste Beschlüsse ohne ausufernde Gewalt durchzusetzen. Es gibt Pressefreiheit und damit eine offene allgemeine Diskussion über alle Fragen der Gesellschaft, an der jeder sich frei beteiligen kann. Wenn man Unrecht erleidet, kann man sich in der Regel an Gerichte wenden und sich darum bemühen, Recht zu bekommen. Es gibt Chancen auf Bildung für jedermann. Wer krank ist, bekommt die medizinische Behandlung, die nötig ist. Die Solidargemeinschaft sorgt dafür, dass das auch finanziell möglich ist.

Das sind für die Millionen, die in den armen Ländern in Übersee leben, paradiesische Zustände. Und für Flüchtlinge in einem Bürgerkriegsgebiet ist es wie der Traum vom Paradies. Da ist es nur zu verständlich, dass junge Leute in Afrika oder Asien davon träumen, nach Mitteleuropa zu gelangen.

Dennoch ist die Zahl der Menschen, die auf der Flucht oder aus wirtschaftlichen Gründen zu uns kommen möchten, so riesig, dass wir Probleme bekommen, wenn die Zuwanderung zu schnell geht.

Wir können die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Standards , die bei uns bisher üblich sind, nur halten, wenn es gelingt, die Menschen, die zu uns kommen, auch zu integrieren. Das heißt, sie müssen die Gelegenheit bekommen, Deutsch zu lernen; Sie müssen bei uns zur Schule gehen dürfen und eine Ausbildung machen können; es muss für gesunde Lebensbedingungen gesorgt sein, für ausreichend Wohnraum, für soziale Absicherung, medizinische Behandlung, Altersversorgung. Dazu gehört auch, dass jeder die Freiheit haben muss, sein Leben in der Kultur zu gestalten, die ihm angemessen ist. Wenn Menschen zu uns kommen, um in unserem Lande zu wohnen, dann bringen sie selbstverständlich ihre Sprache, ihre Ernährungsgewohnheiten und auch ihre Religion mit. Unsere Verfassung bietet eindeutig Schutz dafür, daß dies auch möglich ist.

Nun gibt es aber auch in unserer einheimischen deutschen Bevölkerung große soziale Unterschiede und alle erdenklichen Mißstände: Menschen leiden unter Gedankenlosigkeit, Willkür und Gewalt von Behörden. Es gibt Mobbing in Firmen, organisierte Kriminalität im großen Stil. Und es gibt einzelne böse Menschen, die im Nahbereich ohne Skrupel ihren Mitmenschen schaden. Die Beispiele, die wir von Dir, wegeM hier im Forum in den vergangenen Monaten vorgestellt bekommen haben, sind sicherlich so real, wie du sie beschrieben hast. Und es müsste nicht D.A.V.I.D. geben, wenn die Kirche und die Diakonie davon ausgenommen wären.

Es gibt auch bei uns ungerechte Bezahlung für Nerven aufreibende und ungesunde Arbeit. Es gibt eine bedrückende Abhängigkeit von der Wirtschaftmacht der großen Konzerne, die nur danach fragen, wie sie ihren eigenen Gewinn steigern können, und die am Wohlergehen der Menschen nicht interessiert sind. Und es gibt Regionen, aus denen die Menschen abwandern, weil die Verkehrswege eine Belebung der Wirtschaft erschweren. Dies gilt für die ländlichen Regionen; und selbst 25 Jahre nach der Wiedervereinigung gilt es wohl in besonderem Maße immer noch für die östlichen Gebiete unseres Landes. Ob die Stadt Dresden in diesem Sinne ein Brennpunkt ist, weiß ich nicht.

Ich höre die Stimme der Demonstrationsbewegung von Pediga vor allem als einen Schrei nach Chancengleichheit und Verbesserung der Lebensverhältnisse der Menschen, die in unserem Lande bisher weniger Möglichkeiten haben als die meisten. Diese Stimme müssen wir hören und deshalb hier in unserer Gesellschaft deutlich nachbessern.

Einer drohenden Überfremdung und Islamisierung Europas für die Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft die Schuld zu geben, ist aber ein Irrtum. Wir müssen deshalb alles daran setzen, die Spannungen in unserer Gesellschaft, die in den Pediga Demonstrationen sichtbar werden, abzubauen.

Viele Grüße vom Turmfalken


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RE: PEDIGA

#11 von wegeM , 10.01.2015 01:42

Hallo Turmfalke,
nein, ich wundere mich nicht. Ich weiß ja um die Schwierigkeiten. Ich habe nicht mit heißem Plaudern oder Diskutieren gerechnet und wie gesagt, ich wüßte auch nicht, warum ich DAVID als Verein zu veranlassen hätte, eine Stellungnahme abzugeben.
Jeder kann hier doch reden und keiner muß sich gezwungen sehen.
Bei den Demos in DD sagt auch nicht jeder wer er ist und wie er denkt und was er hofft
und braucht. Auch nicht an dem Abend in der Landeszentrale für pol. Bildung.
Die große Mehrzahl hat aber schon mutig bekannt und offen gesprochen.
Andere haben vorher anonym in einer kleinen Runde ihre Themen vorgetragen.
Warum wohl anonym? Weil sie nicht die Hauptmeinung vertreten und sich einer
existenzbedrohenden Gefahr aussetzen würden durch Verlust der Arbeit usw.
Die Behauptung der freien Meinungsäußerung kursiert beständig, ist aber nicht wahr,
denn sie wird bestraft in unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
Können sehr viele an sich selber beobachten, wo sie lieber den Mund halten, statt ihn aufzumachen.

Die Berichte der Medien sind nach meiner Beobachtung garnicht ausführlich.
Sie reden und reden, wo es besser wäre richtig zuzuhören.
Aber von berufswegen können sie garnicht anders und müssen ja auch, weil es ja ihr Brot ist. Ich stelle fest: richtig Krankhaftes wird hier dargeboten. Losplappern und möglichst schneller plappern als der andere Sender, das andere Blatt.
Die Journalistin fragt Dr. Maaz, Halle, im Deutschlandfunk: „Wir werden ja übel beleidigt.
Machen wir denn wirklich Fehler?“ „Ja,“ kam es wie aus der Pistole geschossen.....
Man kann es googeln.
Sie stürzen sich vornehmlich auf den Teil, den sie „Fremden-, Ausländer-, Islamfeindlichkeit, ...“ nennen, der so überhaupt nicht wahr ist.
PEGIDA und Anhänger können bis zum Erbrechen auf die 19 Punkte verweisen, in denen genau das Gegenteilt verlautbart wird. Die „Lügenpresse“ samt „Lügenpolitiker“ bleiben bei dem Begriff der „Feindlichkeit“. Es geht aber um Kritik.
Man will offenbar verhindern, daß differenzierte Meinungen ans Tageslicht kommen.
Es steht wohl das Mißtrauen dahinter, daß damit alles Braune nur verdeckt wird.
Lieber nicht glauben, daß die das so meinen, wie es da steht.
Ich glaube den meisten, wieviele das am Ende sein werden, wird sich zeigen.

Wenn du sagst,daß Dein Status abgesichert ist, kannst Du die Ruhe behalten. Es fehlt Dir die Erfahrung derer, die sie zu den Protesten treibt. Viele von denen können da übrigens garicht hin, weil ihnen schon dazu Mittel und Kraft fehlen. Die ,wie ich ,finden Deutschland für sich nicht reich und gut organisiert. Für dich, mag das so sein. Du sagst es ja.
Du nimmst den Maßstab Armut in anderen Ländern und sagst damit, den bitteschön sollten die Armen hier auch anlegen. Genau dagegen verwahren sich die so platzierten.
Das Grundgesetz gilt für Deutschland und nicht für die Welt. Wir sind hier und nicht in Südamerika oder in den Flüchtlingsheimen von Bosnien (das nenne ich mal als ein Beispiel meiner hautnahen Begegnung mit ausländischer Verelendung )
Nimmst du diesen Maßstab übrigens auch für Dich selber?

Nach diesem GG sind die Versicherungen und Hilfen, die Du nennst ,selbstverständlich
und für einen hochkultivierten Staat, der ausdrücklich Sozialstaat sein will, völlig normal.
Da muß überhaupt keiner der Gesellschaft eine besondere Dankbarkeit entgegenbringen.
Diese Gesellschaft hat diese Regel aufgestellt und darauf sollte Verlass sein.
Wenn nicht, muß sie die Ordnung ändern.
Wenn statt des ständig propagierten Reichtums, allgemeine Armut ausbräche, müßte man
das alles anders sehen. Aber WIR (wer ist das?) sind ja reich! (vergl. den Oman)
Wir könnten jetzt darüber reden, in welchen Fällen Geld da ist und welchen nicht.
Die Dresdner jedenfalls denken =rechnen diesbezüglich mit.
Was meinst du, was ein sehr kranker Deutscher denkt und fühlt, dem die Behandlung
verweigert wird, der aber nun erlebt, daß jeder angekommene Flüchtling eine
Krankenkassenchipkarte in die Hand gedrückt wird?
Wer bezahlt das eigentlich, denkt der abgewiesene kranke Deutsche. Er weiß, daß es von seinem Geld abgeht.
Der Bund hat vor 3,4 Wochen eine halbe Mio an die KK abgeführt für die Flüchtlinge.. Einmal gemeldet,nie wiederholt. Die halbe Mio ist sicher schon alle und es wurde und wird nachgereicht.
Also nicht von den KrankenKassen, in die wir einzahlen!?Wo nimmt der Bund das Geld her? Und warum nicht für meine Behandlung?
Hier muß klar über große Probleme und Ungerechtigkeiten geredet werden.
Wer genau bitte soll hier zahlen und verzichten? Die komplette westdeutsche offene und freie Willkommenskultur?
Ich werde bei Gelegenheit das Manko bei den Traumabehandlungen ansprechen.
Teure Sache, sehr teuer!
Licht an und ausschalten genügt nicht. Das ist überhaupt keine Leistung und völlig daneben. In DD beeindruckt das die Leute in keiner Weise.

Wir könnten und müßten uns hier auch unterhalten darüber, was einheim. Leute erleben, wenn sie ihre Anträge auf dies und das stellen bei diesen Behörden.
Gerade heute saß einer hier bei mir, ende 50, gerne gearbeitet, krank.....er bekam einen
erschütternden Weinanfall und weiß nicht, wie er sich noch wehren kann.
Wie Deutsche mit Deutschen umgehen, das macht Spaziergänge nötig.

Ja, es gibt prima Muslime. Weiß ich. Kenne ich auch. Um die geht es aber garnicht,
es geht um die anderen, um die wovon Buschkowsky sein ganzes Buch vollgeschrieben hat und die auch Ihresgleichen Probleme machen in der halben Welt, wo wir vermutlich mit drin hängen als reiche westliche Welt.

Dein letzter Satz zu den Ungerechtigkeiten : die Flüchtlingsaufnahme kostet.
Damit darüber nicht gesprochen wird, wird betont, daß das alles irgendwann was bringt und die Deutschen vorm Aussterben rettet. . (Welch ein Glück für germany, daß
die Syrer und IS in Kriege verfallen und ihre Leute zu Flüchtlingen machen!)

In DD will man so lange marschieren bis man das alles nicht mehr verschweigt.

Über 50 % Nichtwähler tragen diese Politik nicht mit und mir scheint, die will man nach und nach auf die Straßen kriegen.
Spazierengehen ist gesund! Vielleicht können hier die Kassen was eingespart kriegen, wenn sich die Leute mit Gehen fit halten?

Fazit: die Probleme sind riesig und viele Wanderer in DD sind nicht so blind und blöd,
die Ausmaße nicht zu sehen und nicht mitdenken zu können.

Prof. Patzelt sagte in einem Interview vor ca. 3 Wochen: es geht um Verteilungskämpfe.
So ist es. Wir stehen vor ganz bitteren Wahrheiten.

Ich grüße die Leser im Licht oder Dunklen und den Turmfalken.
wegeM

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RE: PEDIGA

#12 von wegeM , 11.01.2015 23:56

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RE: PEDIGA

#13 von wegeM , 12.01.2015 13:17


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zuletzt bearbeitet 12.01.2015 | Top

RE: PEDIGA

#14 von azalee , 12.01.2015 15:55

Ich habe ein wenig Schwierigkeiten, so lange Beiträge , wie die letzten es sind , zu lesen- ich überfliege sie.
Zu dem Schlagwort" Deutschland- weltoffen und friedlich" wirklich schön, lässt sich m. M. n. schwer verwirklichen.
UND: da sind da noch MEINE ERFAHRUNGEN mit Leuten, die mal aus dem Ausland kamen und inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft zuerkannt bekamen......

Ein Nachtrag: Eben hörte ich das Interview in" MdR um 11" mit Dr. Joachim Maaz aus Halle / S Genau so ist es und das , was Dr. Maaz ausführte, war mir schon seit dem Pegdia exixtiert und läuft- sehr deutlich.
Pegida. Legida und Suhl (SULIDA?) ist ein Riesen -Sammelbecken für Unzufriedene, für Menschen mit Verletzungen.....und die sollen im Dunkeln stehen, die brauchen kein licht -


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RE: PEDIGA

#15 von wegeM , 13.01.2015 01:08

http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/a-...s-dea15b49.html

So die Darstellungen in "fakt ist".
Sie irren nur alle in einem Punkt, in dem der Akzeptanz für Politiker, die ihnen dieses Leben bereitet haben. Die haben verspielt.
Im selben Sender in den Nachrichten Töne wie z.B.auch im ZDF , teilweise in RTL bei exakt,
in anderen Medien, die den Ruf "Lügenpresse " verdienen.
Natürlich habe ich mich heute Abend unters legida-Volk gemischt.
Auf Nachfrage outete sich die mdr-Reporterin, die mir ihr handy unter die Nase hielt. Ihre Art zu fragen, ihr Ton voller Aggressivität.
Erst die letzte Phase, wo es um die Selbstverständlichkeit von Religionskritik, und zwar an jeder ging,
und das jeder Student auch zu lernen hat, das gehört zum Handwerk, wurde sie gemäßigt.
vielleicht wars auch die direkte Ansprache: "Sie berichten schon wieder falsch: es geht nicht
um Feindlichkeit, es geht um Kritik." Das würde ihr keiner sagen. hier redete keiner davon, meinte sie.
Ich mußte ihr sagen, daß ich viermal bei solchen Veranstaltungen war und es jedesmal in den Reden gehört habe. Außerdem steht es in die Positionen.
Ich sagte ihr auch, "daß ich bisher nicht dachte, daß es ums Nichtzuhören geht - sie hören tatsächlich nicht zu!"

"BIER TRINKEN WIR!" war vor Beginn die lauteste Parole. Eine bunte Truppe machte Jux und konnte sich der Meiden sicher sein.
"Ihr seid die einzigsten über die morgen die LVZ die Wahreheit schreiben wird.", war ein Kommentar.

WIR SIND DAS VOLK nahmen dann in der Hauptsache die anderen 2 Gruppen für sich in Anspruch.
Anders als in DD war die Absperrung und Abgrenzung nicht so gegeben. Die, die durchweg "ANTIFA" genannt werden ,
egal wer dabei ist, kamen dicht ran und stiegen am Platz bei der Arena aufs Dach um zu skandieren.
Die wurden wieder runtergeholt, aber eben nicht fern gehalten.
An allen Zufahrtswegen und Straßenecken tobten sie sich aus. Leipzig wollte das so. Es soll allen vergällt werden wieder zu kommen.
Das ist schon diesmal gelungen. Viele blieben weg aus Angst. Es hat in Leipzig Tradition, daß die LINKEN und RECHTEN aufeinander losgehen.
In der Regel geht es von den LInksextremen aus. Von denen ist ja auch das Bekennerschreiben für den Überfall durch 50 Vermummte
dieser Tage auf die Polizeiwache in Connewitz.
Es gab eine weitestgehende vernünftige und intelligente Rede von einer Hamburgerin. Sie gehört zu denen, die ihre Arbeit verloren haben,
weil sie nicht den mainstream predigte.
Auf dem Gang durch das Waldstraßenviertel ging es heiß her. Die Polizei hatte enorm zu tun. Unglaublich, was sie alles absperren mußte.
Sie rannten immer links und rechts am Zug vorbei als 30-40er Mannschaft, um eine Hofeinfahrt zu blockieren, einen Gartenzaun, eine Straßenkreuzung.
In den Einfahrten standen meist schon Polizeiautos.
Das konnte ich alles , gerade im Vergleich zu DD, wo die Marschrouten strikt getrennt sind, nicht lustig finden.
Die Bedrohung, daß Absperrungen durchbrochen werden, war ständig da.
Herr OBM hat aufgerufen zu diese Gegenmärschen und die Routen bestimmt. Damit war aber auch die Gefahr und die Überforderung für die Polizei gegeben.
Ich finde, so sollte es nicht noch mal passieren.
Die Abschlußrede hielt J. Hoyer. Die Zustimmung war geteilt. Der Stil sehr wechselhaft.

Raus ging es dann nur unter Polizeischutz und mit Umleitungen. Da kam es dann auch zu Zwischenfällen, die gerade noch gestoppt werden konnte.
Die Angreifer kamen von dem anderen Volk.
Als ich mich rausgerettet hatte, kam in einer Seitenstraße ein Pulk entgegen, den die Polizei begleitete und scharf kommandierte.
Ich sah, daß es auch unaufmerksame Polizisten gab, für die alles schon vorbei war. Gerade noch rechtzeitig konnten sie Ausbüchsende
zurückbeordern.
Einige mußten mit erhobenen Händen gehen,auch Mädchen. Einige hatten Bierflaschen in den Händen.
Alles junge Leute wie auch die, die von Anfang an zu stören versuchten.

Ein Mann Anfang der 60er hatte mich in den Mengen ein Stück auf dem Rückweg begleitet.
Ich finde seine Aussage: "Ja, die jungen Leute, die wissen erst in 25 Jahren um was es geht…."
Er klang traurig und resigniert. Ich konnte ihm nur zustimmen.

An die 6000 sollen es gewesen sein. Das war im Voraus für den Anfang als enorm eingeschätzt worden.
Ich glaube, auch hier wird die Zahl wachsen, zumal man hier auf dem Platz mehr miteinander sprach .
Vieles wird aber noch nicht laut formuliert. Das wird alles noch werden, denke ich zumindest.

Ich habe in viele nachdenkliche Gesichter sehen können heute Abend.
Ich hatte das Gefühl, daß sich so mancher fragt: was kann ich noch hoffen?

Im Nachgang bin ich betroffener und gerührter als nach DD.
Leipzig ist anders.

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